Die Weltbörsen kratzen an ihren Rekorden. Doch die Risiken steigen: Der US-Schuldenberg wächst, die US-Zwischenwahlen stehen bevor und Kriege halten die Ölpreise hoch. Zudem preist der Markt weitere Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank und die amerikanische Notenbank Fed ein, während die globalen Bondrenditen auf einem Mehrjahreshoch stehen.
Viele Investoren zögern deshalb. Statistisch drohen im September und Oktober die meisten Korrekturen. Niemand kauft gerne auf dem Höhepunkt un d will sich dann Vorwürfe machen, wenn die Märkte gedreht haben.
Gefragt sind nun defensivere Anlageprodukte. Sie schwanken weniger als der Gesamtmarkt und fangen Verluste ab. Breit gestreute und diversifizierte Portfolios schützen am besten vor Abstürzen.
Denn je unsicherer die Perspektiven, desto mehr kann ein Verteilen der Anlagegelder vor unliebsamen Kursrückgängen schützen im Vergleich zu einem Portfolio, das schwergewichtig in einzelnen Aktien oder einzelnen Märkten exponiert ist.
Diese vier Anlegeprodukte bieten entweder einen thematischen Diversifikationseffekt oder ein auf unsichere Zeiten optimiertes Chancen-Risiko-Profil:
«Invesco Nasdaq-100 Income Advantage UCITS ETF»
Der «Invesco Nasdaq-100 Income Advantage UCITS ETF» zielt darauf ab, neben einem passiven Investment im technologielastigen Nasdaq 100 Index Erträge zu generieren, ohne das Aufwärtspotenzial vollständig zu begrenzen. Damit bleiben Anleger investiert, während der ETF gleichzeitig im Falle eines breiten Tech-Abschwungs einen gewissen Schutz gegen Kursverluste im Vergleich zur Benchmark bietet. Die Dividenden aus den erzielten Mehrerträgen werden monatlich ausgeschüttet. Die aktuelle Dividendenrendite beläuft sich auf 9,5 Prozent.
Der ETF investiert physisch zwischen 70 und 85 Prozent des Portfolios in die Wertpapiere, die im Nasdaq 100 Index enthalten sind. Der Rest wird in bar sowie äquivalenten Mitteln gehalten und zur Umsetzung von Optionsstrategien verwendet. Die durch den Verkauf von Optionen erhaltenen Prämien sorgen für wiederkehrende Cashflows.
«ZKB Tracker-Zertifikat Strominfrastruktur-Aktienbasket»
Das am 26. Mai 2026 aufgelegte «ZKB Tracker-Zertifikat Strominfrastruktur-Aktienbasket» hatte einen vergleichsweise schlechten Start. Während der Swiss Performance Index (SPI) in der gleichen Zeitspanne um 4,5 Prozent zulegte, ging es mit dem Zertifikat auf 87,95 von 100 Dollar zurück. Diese Entwicklung ist der jüngsten Konsolidierung im Energiesektor geschuldet, da Energievaloren im Jahr 2025 global zu den am besten performenden Sektoren gehörten.
An mittelfristigem Potenzial fehlt es nicht. Während klassische Öl- und Gaswerte durch geopolitische Krisen und den enormen globalen Strombedarf - insbesondere getrieben durch KI-Rechenzentren - eine kurzfristige Renaissance erleben, dürften die Infrastruktur-Zulieferer und Netzausrüster der Energiewende das verlässlichste langfristige Wachstumspotenzial aufweisen.
Gerade für Schweizer Anlegerinnen und Anleger ist das Produkt interessant. So sind mit ABB, Accelleron, Belimo, Huber+Suhner, R&S Group sowie Sulzer die wichtigsten Schweizer Zulieferer Bestandteil des Zertifikates - nebst Branchengrössen wie Infineon, Schneider Electric, NextEra Energy, American Electric Power oder Xcel Energy.
«Solactive Rare Earths Top 15 Index CNTR»
Der «Solactive Rare Earths Top 15 Index CNTR» bildet die Wertentwicklung von 15 führenden Unternehmen aus Nordamerika, Europa und Australien ab, die stark in der Wertschöpfungskette für seltene Erden aktiv sind. Berücksichtigt werden Unternehmen aus den Bereichen Exploration, Bergbau, Verarbeitung und fortschrittliche Materialien.
Seltene Erden seien das Rückgrat der Energiewende, der Elektromobilität und moderner Kommunikations- und Verteidigungstechnologien, erläuterte Laura Schwierzeck, Produktmanagerin Société Générale (SG), anlässlich der Produktlancierung in einem Kommentar. Zwar seien sie in geologischer Hinsicht nicht extrem rar, doch wirtschaftlich gewinnbare Vorkommen seien begrenzt und stark konzentriert. Die Sicherung der Lieferketten für Seltene Erden und andere kritische Rohstoffe für strategisch bedeutsame Industrien zur Herstellung von Hochtechnologie sei eine wirtschaftliche und politische Notwendigkeit, so die SG-Expertin weiter.
Die grössten Positionen sind Energy Fuels (11,3 Prozent), Iluka Resources (11 Prozent) oder MP Materials (10,5 Prozent).
«Convergence Long/Short Equity ETF»
Der «Convergence Long/Short Equity ETF» ist ein börsengehandelter «Exchange Traded Fund» (kurz: ETF) der gleichzeitig auf steigende und fallende Kurse setzt, um Gewinne in jeder Marktphase zu erzielen. Der ETF erwirbt auf der einen Seite Aktien als klassische Longpositionen, wo steigende Kurse erwartet werden. Zudem verkauft er Vermögenswerte leer oder nutzt Derivate, um bei fallenden Kursen von schwächeren Märkten zu profitieren. Das Hauptziel ist es, das Marktrisiko zu senken, die Schwankungen zu begrenzen und unabhängig von der allgemeinen Börsenrichtung eine positive Rendite zu erwirtschaften.
Der «Convergence Long/Short Equity ETF» ist eines der erfolgreichsten Produkte in diesem Sektor. Seit der Einführung 2009 hat der ETF eine annualisierte Rendite von 14,2 Prozent erzielt. Das ist zwar etwas weniger als der S&P 500 Index, welcher es in der gleichen Periode auf einen Gesamtertrag von 15,8 Prozent brachte. Allerdings ist die Volatilität des ETF deutlich tiefer. Das lässt sich an der Kennzahl Beta ablesen, welche bei 0,58 steht. Ein Vermögenswert mit einem Beta unter eins gilt als defensiver und schwankt weniger als der S&P 500 Index, der ein Beta von eins aufweist.
Die grössten Longpositionen sind Nvidia (5,4 Prozent), Alphabet (5,1 Prozent), Broadcom (3,6 Prozent), Amazon (2,7 Prozent), Micron Technology (2,31 Prozent), Lam Research (1,9 Prozent) und Advanced Micro Devices (1,7 Prozent).
Die fünf grössten Shortpositionen sind der «iShares Semiconductor ETF» (-2,1 Prozent), Amphenol (-0,8 Prozent), Waters (-0,7 Prozent), Monolithic Power Systems (-0,7 Prozent) und Credo Technology Group (-0,7 Prozent). Dabei zeigt der Chart von Credo Technology Group eindrücklich, wie ertragreich eine Short-Strategie sein kann: Vom Allzeithoch Mitte Juni ist die Aktie um mehr als 40 Prozent auf 170 Dollar zurückgefallen.

