Die Emission sei mehr als siebenfach überzeichnet, sagte ein Insider am Donnerstag. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab. Es hatte vor einigen Tagen mitgeteilt, dass einige Vermögensverwalter Papiere im Volumen von sieben Milliarden Dollar kaufen wollten.
Hynix bietet Investoren 179,9 Millionen American Depositary Receipts (ADRs) zum Kauf an. Dabei stehen jeweils zehn dieser Hinterlegungsscheine für eine unlängst ausgegebene Aktie des Unternehmens. Als Referenz nannte der Konzern im Börsenprospekt einen Preis von rund 160 Dollar je ADR. Daraus ergibt sich ein Emissionsvolumen von 28 Milliarden Dollar. Das wäre die grösste Aktien-Zweitnotierung der Geschichte und nach SpaceX der zweitgrösste Börsengang überhaupt. Das Geld soll vor allem in den Ausbau der Produktionskapazitäten fliessen.
Mit dem Gang an die Wall Street hofft Hynix, seinen Bewertungsrückstand gegenüber dem kleineren US-Rivalen Micron zu verringern. Dessen Aktienkurs liegt derzeit beim 6,66-fachen des Gewinns je Anteilsschein. Hynix kommt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,5.
Der Zuteilungspreis soll im Verlauf des Donnerstags veröffentlicht werden. Der Handelsstart an der US-Technologiebörse Nasdaq ist für Freitag geplant. Die Papiere werden voraussichtlich zeitnah in den Philadelphia-Halbleiterindex aufgenommen. Dies könnte zusätzliche automatische Käufe von Fonds auslösen, die diesen Index abbilden.
«Unverzichtbar» für Ausbau der KI-Infrastruktur
SK Hynix ist der führende Anbieter sogenannter HBM-Speicher (High Bandwidth Memory) mit einem Weltmarktanteil von 61 Prozent. Diese margenstarken Hochleistungschips werden in Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. «Solange es eine Nachfrage nach KI-Rechenzentren gibt, ist SK Hynix unverzichtbar», sagte Yoo Hoi-jun, Professor für Elektrotechnik am Korea Advanced Institute of Science & Technology.
Hynix ist ein wichtiger Zulieferer für Nvidia, den weltgrössten Anbieter von KI-Prozessoren. Daran werde sich nichts ändern, betonte Nvidia-Chef Jensen Huang im vergangenen Monat. Er sagte zudem voraus, dass das Angebot an Speicherchips auf Jahre hinaus knapp bleiben wird. In den vergangenen Tagen kamen einigen Anlegern jedoch Zweifel an einer Fortsetzung des Baubooms bei KI-Rechenzentren. Auslöser waren die Quartalszahlen des Hynix-Lokalrivalen Samsung, die trotz kräftiger Umsatz- und Gewinnsteigerungen enttäuschten. Daraufhin brachen Hynix-Titel zeitweise um mehr als 14 Prozent ein. Im Vergleich zum Juli notieren sie aber immer noch etwa 660 Prozent im Plus.
(Reuters)

