Der Dow Jones Industrial legte eine knappe Stunde nach Handelsbeginn um 0,22 Prozent auf 46,608,52 Punkte zu. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,34 Prozent auf 6.605,32 Zähler. Der technologielastige Nasdaq 100 stieg um 0,59 Prozent auf 24.188,01 Punkte. In Europa läuft das Geschäft erst am Dienstag wieder an, das Handelsvolumen dürfte daher niedriger als üblich sein.

Nachrichten zu Unternehmen gab es nur wenige. Netflix legten nach einer Hochstufung durch Goldman Sachs um 1,4 Prozent zu. Die Experten rechnen damit, dass der Streamingriese starke Ergebnisse vorlegen wird. Das Kursziel hob die Investmentbank von 100 auf 120 US-Dollar.

Gefragt waren vor allem Technologiewerte. Papiere von Seagate sprangen um gut acht ‌Prozent nach oben, nachdem die US-Bank Morgan Stanley den Speicherchiphersteller auf ihre Favoritenliste gesetzt hatte. Für Aufsehen sorgte zudem eine Milliardenübernahme im Pharmasektor: Die ​Aktien ​von Soleno Therapeutics schossen um rund ⁠32 Prozent in die Höhe. Zuvor hatte ​Neurocrine Biosciences mitgeteilt, ⁠den Entwickler von Medikamenten gegen seltene Krankheiten für 2,9 Milliarden Dollar in ‌bar kaufen zu wollen.

Krypto-Aktien wie Coinbase und MicroStrategy profitierten von anziehenden Bitcoin-Kursen und legten zwei beziehungsweise 4,3 Prozent zu. ‌Das Handelsvolumen fiel insgesamt gering aus, da viele Börsen ​in Europa und Asien feiertagsbedingt geschlossen blieben.

Investoren setzten auf einen möglichen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran, über den derzeit mit regionalen Vermittlern verhandelt wird. Zwar lehnte die Regierung in Teheran eine sofortige Wiedereröffnung ‌der Strasse von Hormus ab, US-Präsident Donald Trump setzte jedoch eine Frist bis Dienstag, um die wichtige Wasserstrasse wieder freizugeben. «Die Wall Street nimmt eine ​abwartende Haltung ein, wettet jedoch auf einen positiven ​Ausgang», sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege beim Analysehaus ​CFRA Research.

Auf den am Freitag veröffentlichten Arbeitsmarktbericht kann der Markt erst jetzt reagieren. Dieser war überraschend robust ausgefallen. Ausserhalb der Landwirtschaft stieg die Zahl der Stellen um 178.000. Nach dem Streik im Gesundheitswesen von mehr als 30.000 Angestellten und dem schweren Winterwetter im Februar hatten Experten zwar mit einer Gegenbewegung bei der Stellenentwicklung gerechnet. Sie hatten im Schnitt aber nur 65.000 neue Stellen erwartet.

Die Experten von ING lobten zwar den kräftigen Stellenaufbau. Dies zeige, dass sich die USA in einer guten Position befänden, dem wirtschaftlichen Gegenwind durch den Konflikt im Nahen Osten zu widerstehen. Allerdings bleibe das Jobwachstum auf eine Handvoll an Branchen begrenzt. Die steigende Unsicherheit und Vorsicht dürften Arbeitgeber von einem beschleunigten Stellenaufbau abhalten.

Die Arbeitsmarktdaten dämpften die Erwartung von Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs dürften die Daten dieses Mal allerdings einen geringeren Einfluss auf die Laune der Anleger haben als üblich. Der kurz nach Handelsbeginn veröffentlichte ISM-Dienstleistungsindex an war deutlicher gesunken als von Experten erwartet.

(AWP)