Was steckt hinter dem fulminanten Lauf der Adecco-Aktie? In den letzten 20 Handelstagen legen die Titel des Personalvermittlers über 60 Prozent zu. Zuletzt verstärkte sich diese Dynamik sogar, wonach die Aktien seit Wochenbeginn knapp 9 Prozent gewannen. 

Damit setzt sich Adecco im Juli an die Spitze des Schweizer Aktienmarktes. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Georg Fischer und DocMorris mit Kursgewinnen von 25 beziehungsweise 22 Prozent.

Zudem schichteten Investoren Geld aus dem hochbewerteten KI-Sektor in gebeutelte Titel um. In den vorherigen Monaten und Jahren war das Gegenteil zu beobachten: KI-Werte stiegen, während Personalvermittler unter Druck gerieten. Obwohl der Einfluss von künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt weiterhin ungewiss ist, haben Anleger auf den tiefen Bewertungsniveaus Mut gefasst. Ein ähnliches Muster zeigte sich in den letzten Tagen bei Softwarekonzernen, die ebenfalls stark zulegten.

So handelte Adecco zu Monatsbeginn zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 6x, dem tiefsten Stand seit über 20 Jahren. Selbst nach dem massiven Kursanstieg von über zwei Dritteln liegt das KGV mit knapp unter 10x deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 12,6x.

Bei Adecco dürften mutige Anlegerinnen und Anleger nun einen günstigen Einstieg gewittert haben, denn die Prognosen sind nicht schlecht: Analystinnen und Analysten erwarten bei der Schweizer Dividendenperle eine Ausschüttungsrendite für das Geschäftsjahr 2026 von 4,5 Prozent, wobei die Dividenden von 1,08 Franken auf 1,20 Franken bis 2028 stark steigen könnten. Allerdings bleiben die Umsatz- und Gewinnwachstumsschätzungen von den KI-Unsicherheiten geprägt. So dürfte der Umsatz in den nächsten zwei Jahren nur knapp 6 Prozent steigen, während die Reingewinnmarge von 17 auf knapp 21 Prozent klettern könnte - was ein Gewinnwachstum von 26 Prozent bedeuten würde.

Von 17 Experten empfehlen sieben die Adecco-Aktien zum Kauf, drei zum Halten und sieben zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für die kommenden zwölf Monate liegt bei 22,75 Franken - rund 5,2 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau.

Luca_Niederkofler
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