US-Präsident Trump sei der gewählte Präsident der Vereinigten Staaten, und man habe sich gefreut, dass er in die Schweiz gekommen sei, sagt WEF-Co-Präsident André Hoffmann im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag». Als Gastgeber habe er Trump «natürlich begrüsst».
Auf seine früheren Aussagen zu Trump wollte Hoffmann nicht zurückkommen. Er hatte den amerikanischen Präsidenten als «korrupten alten Mann» bezeichnet.
Im Interview schlägt er nun diplomatischere Töne an: «Ich bin nicht legitimiert, Herrn Trump zu sagen, was er machen soll.» Donald Trump könne tun, was ihm seine Macht als US-Staatschef erlaube. Das WEF biete schlicht ein Forum, das Probleme schildert und auf den Tisch legt.
Für Hoffmann ist aber klar: «Die wissenschaftlichen Erkenntnisse bezüglich Umwelt sind absolut klar: Unser Planet ist in akuter Gefahr.» Wenn das beim derzeitigen Präsidenten der Vereinigten Staaten keine Priorität geniesse, «dann ist das einfach eine Meinung».
Wissenschaft versus Meinung - «Aber wir reden nicht über Meinungen, wir reden über Fakten», so der Roche-Erbe, der auch an der Spitze des Weltwirtschaftsforums steht. Er selbst wolle sicherstellen, dass sich das WEF auch in Zukunft intensiv mit Umweltthemen befasse und das Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen wichtiger Teil des Programms seien.
Das Weltwirtschaftsforum fand vergangene Woche erneut wie auch traditionell in Davos GR statt. Das Novum: WEF-Gründer Klaus Schwab war nicht dabei. Laut Hoffmann wird sich das aber wieder ändern, und zwar schon bald: «Wir wollen Klaus im nächsten Jahr wieder in Davos dabeihaben – wenn er Interesse hat.» Schwab werde eine Einladung erhalten und dann als Besucher teilnehmen können - «sicher nicht» als Veranstalter.
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