Der Nettoumstz wird laut Analystenbefragung von AWP 8,177 Milliarden Franken betragen, was fast genau gleich viel ist wie in der Vorjahresperiode (8,179 Milliarden Franken). Der operativen Gewinn und der Reingewinn dürften steigen. Dass Nettoergebnis dürfte laut Analysten 1,286 Milliarden Franken betragen, verglichen mit 1,214 Milliarden Franken im Vorjahr.
Allerdings ist die Verbesserung auf Sonderfaktoren zurückzuführen: In den ersten neun Monaten 2022 wurde das Ergebnis durch Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 82 Millionen Franken belastet. Den Löwenanteil machte dabei eine Busse von knapp 72 Millionen Franken der Eidgenössischen Wettbewerbskommission Weko wegen Marktmissbrauchs beim Bezahl-Sport-TV aus. Diese Faktoren fallen nun weg, was den Gewinn stützt.
Swisscom erwartet weiterhin einen Umsatz von 11,1 bis 11,2 Milliarden Franken. Der EBITDA soll 4,6 bis 4,7 Milliarden Franken erreichen und die Investitionen rund 2,3 Milliarden Franken. Wenn diese Ziele erreicht werden, sollen die Aktionäre wieder eine Dividende von 22 Franken pro Aktie erhalten.
Bei den Glasfaserausbauzielen, welche die Swisscom im Oktober gestutzt hatte, peilt der Konzern den oberen Rand der Spanne an. Insgesamt solle bis Ende 2025 so eine Abdeckung von etwa 55 Prozent der Bevölkerung erreicht werden. Bisher hatte der Konzern von 50 bis 55 Prozent gesprochen. Bis 2030 soll dann die Abdeckung auf 70 bis 80 Prozent vergrössert werden.
Swisscom hat den Vorjahresumsatz der ersten neun Monate angepasst, weil der Konzern die Umsatzerfassung für Roaming-Verträge mit Mindestgarantien geändert hat. Damit fällt der Umsatz um 46 Millionen Franken geringer aus als vor einem Jahr ausgewiesen.
Swisscom-Aktie hat in diesem Jahr zugelegt
Erneut ist ein Preisdeckel für die Benutzung des Handys im Ausland im Parlament gescheitert: Im Gegensatz zum Nationalrat hat der Ständerat Mitte September eine fixe Preisobergrenze für Roaming-Gebühren abgelehnt. Die Schweiz müsse sich international abstimmen, argumentierte die Mehrheit.
Swisscom verzichtet bis Ende 2024 auf Preiserhöhungen bei Abonnements für die Privatkundschaft. «Im Verlauf des kommenden Jahres werden wir die Lage analysieren und uns festlegen, wie es nach 2024 weitergeht», hatte Swisscom-Chef Christoph Aeschlimann Anfang Juni in einem Interview gesagt.
Auch die auf Anfang 2024 angehobene Mehrwertsteuer soll nicht an die Privatkunden weitergegeben werden. Das Preismoratorium gelte für die aktuellen Blue-Mobile-Angebote, Internet-, TV- und Festnetz-Abos sowie für alle Zweit- und Drittmarken und Kunden mit Grundversorgungsprodukten.
Die Swisscom-Aktien haben im bisherigen Jahresverlauf eine Zunahme um rund 6 Prozent verzeichnet, und schneiden damit besser ab als der Gesamtmarkt (SMI), der um gut 3 Prozent nachgegeben hat. Im vergangenen Jahr gehörten die Papiere mit einem Minus von rund 2 Prozent zu den stärksten Blue Chips.
(AWP/cash)
