Das Angebot war zwar lausig, aber dennoch haben viele Anleger es angenommen. Im Mai hatte Unicredit ein Übernahmeangebot für Commerzbank vorgelegt. Wer bis 16. Juni seine Commerzbank-Aktien an Unicredit übertragen hat, bekam dafür 0,485 Aktien der italienischen Grossbank. Damals lag der Übernahmepreis sogar noch unter dem Kurs der Commerzbank-Aktie.

Das hat sich nun geändert. Seit Wochen steigt Unicredit. Die im Mai für Commerzbank gebotenen 0,485 Unicredit-Aktien haben jetzt einen Wert von rund 39 Euro, und das liegt über dem Kurs von Commerzbank.

Der Kursanstieg von Unicredit wundert mich nicht. Denn die Italiener werden von der Übernahme des Frankfurter Traditions-Geldhauses deutlich profitieren. Der Abbau von tausenden Banker-Jobs wird wohl kommen, es winken hohe Synergieeffekte. So hat Unicredit beispielsweise 2005 die deutsche HypoVereinsbank übernommen, und was spricht dagegen, dass die Italiener die beiden deutschen Banken und deren Marken oder Filialen mehr oder weniger zusammenlegen?

Derzeit hält Unicredit inklusive Kauf-Optionen rund 47,5 Prozent der Commerzbank-Aktien. Mit diesem Aktienpaket ist es ziemlich sicher, dass Unicredit künftig auf der Generalversammlung von Commerzbank den Takt vorgibt. Immerhin sind bei solchen Aktionärstreffen viele Kleinanleger nicht dabei und deren Stimme geht verloren. Ein Grossanleger kann dann einfach auch mit einer relativen Minderheit auf dem Aktionärstreffen die Macht ganz einfach übernehmen.

Der deutsche Staat – mit einem Anteil an der Commerzbank von etwa zwölf Prozent – weigert sich derzeit zwar noch, seine Aktien an die Mailänder zu verkaufen. Doch wenn der Preis stimmt, wird wohl auch Berlin angesichts knapper Haushaltskassen schwach werden und Commerzbank abstossen.

Bei Übernahmeangeboten ist es in der Regel so: Der Preis wird relativ niedrig angesetzt, um dann mit steigender Aktienzahl oder Mehrheit mit höheren Angeboten die letzten Kleinanleger an Bord zu ziehen. Genauso wird es wahrscheinlich auch bei der Commerzbank laufen.

Der aktuelle Kurs der Aktie von etwa 37 Euro dürfte bereits in etwa eine Preisuntergrenze sein. Ich gehe davon aus, dass Unicredit im Laufe des Jahres und in 2027 noch deutlich nachlegen wird, um 75 Prozent und vermutlich auch 95 Prozent der Commerzbank-Aktien zu bekommen. 

Die letzten Aktien sind bei Übernahmen mit wahrscheinlichem Delisting die teuersten. Ich erwarte auf Sicht von maximal 18 Monaten bis Ende 2027 Commerzbank-Kurse um 50 Euro. Das ist ein Kursanstieg um rund 30 Prozent.

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Risikofreudige Anleger hebeln diese wahrscheinlichen Steigerungen mit einem Call. Schon ein konservatives Zertifikat mit moderatem 3er-Hebel (ISIN: CH1432469653) würde sich dann in etwa verdoppeln.

Ein Call mit 7er-Hebel (ISIN: CH1562918727) verspricht bei Commerzbank-Kursen um 50 Euro eine Verdreifachung. Ein Zertifikat mit riskanterem 12er-Hebel (ISIN: CH1567411892) könnte sich vervierfachen.

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1432469653
LEON Long Mini-Future (Stop Loss 26.26)
Leonteq Securities Commerzbank AG Long CHF Gering
CH1562918727
VT Long Mini-Future (Stop Loss 34.23)
Bank Vontobel Commerzbank AG Long CHF Mittel
CH1567411892
UBS Long Mini-Future (Stop Loss 35.44)
UBS Commerzbank AG Long CHF Hoch

 

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