Über Jahrzehnte hinweg lief es bei Mercedes rund. Die deutschen Autobauer konnten Verbrenner fertigen wie sonst kein anderes Land der Welt. Dabei hatte Mercedes im Autosektor eine Premium-Stellung mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit inne. Die Preise für die Fahrzeuge waren entsprechend hoch, teils fast wie bei einem Monopol.

Der Stern vorne auf der Motorhaube war gefragt. E-Mobilität und teure Energie in Deutschland, Klimawandel-Diskussion und CO2-Bepreisung sowie Flottenvorgaben in Hinblick auf CO2-Ausstoss drücken die deutschen Autobauer nun aber seit mehr als zehn Jahre immer weiter in die Tiefe.

Die alten Pfründe – etwa fantastische Löhne bei den Arbeitern in der deutschen Autoindustrie, viel soziale Leistungen, 35 Stunden-Woche – sind nun gefährdet. Oder sind nicht nur gefährdet, sondern so gut wie nicht mehr tragbar und stehen jetzt zur Diskussion.

Fast wie Frevel scheint es vielen Betroffenen, dass nun ihre 35 Stunden-Woche zur Debatte steht. Aber die Realität ist: Deutsche Autobauer müssen den Gürtel enger schnallen und die Kosten senken.

Tatsächlich zeigen die Zahlen nach unten. Zwar konnte Mercedes den Gewinn im zweiten Quartal um 13,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro ausbauen. Doch die Entwicklung im Kerngeschäft mit Pkw ist alles andere als erfreulich. Insbesondere auch wegen der Krise am chinesischen Automarkt ging der Umsatz in der Pkw-Sparte im Quartal um 3,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro nach unten. In der Autosparte kam es so zu einem Rückgang beim operativen Ergebnis um ein Viertel.

Der Chart der Aktie spiegelt diese Entwicklung wider. In diesem Jahr ist der Kurs des Dax-Mitglieds bereits 30 Prozent gefallen, Mercedes notiert im Bereich eines Fünfjahrestiefs.

Value-orientierte Anleger sehen darin eine gute Gelegenheit zum Einstieg. Die Aktie notiert nämlich 50 Prozent unter dem Buchwert von rund 100 Euro je Anteil. Dazu kommt eine sehr hohe Dividendenrendite von geschätzt rund acht Prozent für 2026. Mit einem erwarteten 8er- oder gar 7er-KGV ist der Autobauer aus Stuttgart obendrein extrem billig bewertet.

Ist der Titel für antizyklisch orientierte Börsianer damit ein klarer Kauf, so ist Mercedes für kurzfristig orientierte Anleger fast noch aussichtsreicher. Die Aktie notiert an der oberen Begrenzungslinie des Abwärtstrends vom Februar. Fällt die Marke sind wieder Kurse von 50 Euro und darüber drin.

Passende Partner-Produkte zu Mercedes Benz Group (Calls)

Risikofreudige Anleger setzen mit einem Call auf den Ausbruch aus dem Abwärtstrend und schnelle Kurssteigerungen des Dax-Mitglieds um zehn Prozent. Ein Call mit 7er-Hebel (ISIN: CH1207754701) würde dann 70 Prozent zulegen. Ein etwas riskanteres Faktor-Zertifikat mit konstantem Faktor 10 (ISIN: CH1543905488) könnte sich verdoppeln. Ein noch spekulativerer Call mit 13er-Hebel (ISIN: CH1585250801) könnte bei Mercedes-Kursen von 50 Euro um fast 150 Prozent klettern.

 
Produkt Emittent Basiswert(e) Typ Whg. Risiko
CH1207754701
BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 40.97)
Bank Julius Bär Mercedes-Benz Group Long CHF Gering
CH1543905488
VT Constant Leverage Certificate (Stop Loss 43.11)
Bank Vontobel Mercedes-Benz Group Bull CHF Mittel
CH1585250801
UBS Long Mini-Future (Stop Loss 44.32)
UBS Mercedes-Benz Group Long CHF Hoch

 

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