Bayer und Monsanto, Daimler und Chrysler, Heinz und Kraft Foods – das sind drei von vielen Mega-Übernahmen oder -Fusionen, die den Aktionären viele Jahre lang nur Kopfschmerzen und fallende Kurse oder nur noch fallende Kurse gebracht haben. Bayer hat mit Monsanto und Glyphosat-Streitereien voll in den Dreck gegriffen, Daimler und Chrysler haben nicht zusammengepasst, die Aktie von DaimlerChrysler hatte sich trotz Jahrtausendboom in 1999 und 2000 zum Jahr der Fusion 1998 fast halbiert. Und Kraft Heinz hat sich nach einem anfänglichen Kursanstieg kurz nach der Übernahme 2015 inzwischen gedrittelt.
Man möchte den Aktionären von Bayer, Daimler und Kraft und Heinz wirklich wünschen, die Firmenlenker dieser Unternehmen hätten sich rechtzeitig besonnen gezeigt wie jetzt die Chefs bei Netflix. Der Streaming-Riese wollte im Dezember den Filmemacher Warner übernehmen und dafür 83 Milliarden Dollar auf den Tisch legen. Aktionäre und Analysten hielten diesen Preis aber für völlig übertrieben. Und so fiel die Aktie von Netflix zwischen Dezember und Februar um 30 Prozent.
Aber wohl gerade noch rechtzeitig hat Netflix dann das Angebot zurückgezogen und dem Konkurrenten Paramount den Vortritt überlassen. Und oh Wunder: Schon in wenigen Tagen nach dem Rückzug von Netflix aus der sündhaft teuren Warner-Übernahme-Schlacht ging es mit dem Kurs des Nasdaq-Mitglieds 25 Prozent nach oben.
Zwar notiert die Aktie immer noch etwa 15 Prozent unter dem Niveau vor dem Warner-Angebot. Aber der Weg nach oben könnte nun frei werden. Operativ läuft es bei Netflix rund. Im vergangenen Jahr meldete der Medienkonzern aus Los Gatos in Kalifornien ein Rekordjahr. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 45 Milliarden Dollar, der Jahresüberschuss legte sogar 25 Prozent auf elf Milliarden Dollar zu. Die operative Marge verbesserte sich dabei massiv von 21 auf 29 Prozent.
Besonders gut hatten sich dabei die Werbeeinnahmen entwickelt, die um etwa 150 Prozent zulegen konnten. Aber auch die Zahl der Neukunden stieg um rund 25 Millionen oder entsprechend knapp zehn Prozent auf 325 Millionen zahlende Nutzer.
Der Ausblick ist ebenfalls erfreulich. So soll der Umsatz in diesem Jahr um weitere zwölf bis 14 Prozent zulegen, die Marge nochmals um zwei Prozentpunkte steigen und die Werbeeinnahmen um 100 Prozent klettern.
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Operativ also kein Grund, als Netflix-Aktionär den Kopf in den Sand zu stecken. Ist die Aktie mit einem erwarteten KGV in diesem Jahr geschätzt von 28 und auf Basis 2027 von etwa 23 nicht wirklich hoch bewertet, so eröffnen sich durch die Charttechnik kurzfristige Kurschancen. Denn nach der Erholung seit Ende Februar hat Netflix die wichtige Marke beim psychologisch wichtigen Widerstand um 100 Dollar fast erreicht.
Fällt die Hürde, sind ganz schnell wieder Kurse um 110 Dollar drin. Risikofreudige Anleger vervielfachen die möglichen Kurssteigerungen von etwa 15 Prozent mit einem Call. Ein Zertifikat mit 4er-Hebel (ISIN: CH1523788664) könnte bei Netflix-Kursen von 110 Dollar etwa 50 Prozent zulegen. Ein Call mit 10er-Hebel (ISIN: CH1529936093) würde sich mehr als verdoppeln. Ein Hebel-Produkt mit spekulativem 17er-Hebel (ISIN: CH1540179079) würde sich fast verdreifachen.
| Produkt | Emittent | Basiswert(e) | Typ | Whg. | Risiko |
|---|---|---|---|---|---|
| CH1523788664 UBS Long Mini-Future (Stop Loss 71.75) |
UBS | Netflix Inc. | Long | CHF | Gering |
| CH1529936093 BAER Dynamic Mini Future (Stop Loss 87.79) |
Bank Julius Bär | Netflix Inc. | Long | CHF | Mittel |
| CH1540179079 VT Long Mini-Future (Stop Loss 91.80) |
Bank Vontobel | Netflix Inc. | Long | CHF | Hoch |
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