Global gibt es 700 offiziell anerkannte Porsche-Clubs. Mit einer Viertelmillion Mitgliedern ist das die grösste Auto-Marken-Community der Welt. Porsche-Enthusiasten wie die Filmidole James Dean und Steve McQueen oder auch Tom Cruise winken aus einem Sportwagen dieser Marke - Porsche ist Kult und vor allem die guten alten luftgekühlten 911er-Modelle sind heiss begehrt und Sammlerstücke, die hoch gehandelt werden.

Während bei Sportwagen-Konkurrent Ferrari nur etwa fünf Prozent der Käufer Frauen sind, liegt der Anteil der weiblichen Porsche-Begeisterten in Europa bei etwa 20 Prozent, in den USA sind es 25 Prozent. In China sitzt sogar in jedem zweiten Porsche eine Frau am Steuer.

Weniger gefragt als die Sportwagen aus Stuttgart ist allerdings die Aktie des Autobauers. War der Börsengang des Kult-Autos Ende 2022 noch eine in Börsenkreisen gefeierte Sensation, so war die Aktie daraufhin drei Jahre im Abwärtstrend. Immerhin konnte sich das MDAX-Mitglied in den letzten 18 Monaten kursmässig auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Grund für den Kursverfall vom Allzeithoch auf ein Drittel dieses Wertes waren die Marktschwäche in China, der Flop des vollelektrischen Taycan und hohe Kosten für die Doppelproduktion von E-Autos bei gleichzeitig weiterem Betrieb der Fabriken für die guten alten Verbrenner.

So war der Porsche-Umsatz zwischen 2023 und 2025 um zehn Prozent geschrumpft, der Gewinn fast auf ein Zehntel eingebrochen. Nun allerdings zeichnet sich eine Wende ab. Der seit Jahresbeginn neue Mann auf dem Chefsessel bei Porsche, Michael Leiters, setzt verstärkt auf Marge, nicht mehr primär auf Volumen und Stückzahlen.

Das wirkt sich bereits jetzt im laufenden Jahr aus. Zwar fiel die Zahl der ausgelieferten Porsche im ersten Halbjahr um 16,5 Prozent auf 122'000 Fahrzeuge. Höhere durchschnittliche Fahrzeugpreise dämpften aber insgesamt den Rückgang der Auslieferungen deutlich ab. Per Saldo stand so ein deutlich unterproportionaler Umsatzrückgang der Stuttgarter zum Halbjahr von 5,1 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro in den Büchern. Die höherpreisigen Fahrzeuge hatten dann auch eine deutliche Verbesserung der Marge zur Folge. 

Offensichtlich angespornt von diesen Erfolgen schärfte gestern Porsche-CEO Leiters die Neujustierung bis 2035: Noch mehr Exklusivität, neue Modelle und Steigerung der Margen – schlanker, schneller, effizienter lautet nun das Ziel. Die Gewinnschwelle will Porsche künftig bereits mit 200'000 verkauften Einheiten erreichen. Das bedeutet: Überkapazitäten werden abgebaut. Bisher lag die Gewinnschwelle geschätzt bei etwa 250'000 Fahrzeugen.

Die neue betriebswirtschaftliche Zielsetzung kommt nun aber auch wieder bei Börsianern an. Nach Bekanntgabe der Strategie 2035 schoss die Porsche-Aktie gestern bei Börsenbeginn rund zehn Prozent nach oben. Die Aktie von Porsche absolvierte dabei einen fulminanten Rebound von der starken charttechnischen Unterstützung bei 42 Euro.

Mit einem Call wetten risikofreudige Anleger darauf, dass sich diese Kursumkehr weiter fortsetzt und dass die Porsche-Titel noch in diesem Jahr zumindest um zehn Prozent auf 46 Euro steigen werden. Ein Call mit 6er-Hebel (ISIN: CH1547176151) würde dann mehr als 50 Prozent zulegen. Das Zertifikat mit 7er-Hebel (ISIN: CH1548155873) verspricht Gewinne von 70 Prozent. Ein Call mit konstantem 8er-Faktor (ISIN: CH1576818764) würde sich bei einem fortgesetzten Rebound von Porsche auf 46 oder 47 Euro sogar verdoppeln.

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