1. Home
  2. News
  3. Top News
  4. Insider
  5. Aktienkursschwäche beim SMI-Gewinner von 2025: Alles bloss ein «Sturm im Wasserglas»?
Börsenwoche im Schnelldurchlauf

Aktienkursschwäche beim SMI-Gewinner von 2025: Alles bloss ein «Sturm im Wasserglas»?

Teilen

Merken

Drucken

Kommentare

Google News

Der cash Insider kommentiert die wichtigsten Börsenereignisse. Diese Woche: Schwergewicht UBS kostet den SMI wertvolle Punkte, Überflieger Holcim in ungewohnter Rolle - Und: Nervosität bei der Partners Group.

aktualisiert um 12:00
Von cash Insider
Das Logo von Holcim vor einem Firmengebäude.

Das Logo von Holcim vor einem Firmengebäude.

Quelle: ZVG

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

+++

Die mediale Bühne gehörte diese Woche bei uns am Schweizer Aktienmarkt ganz der UBS und Novartis. Allerdings fielen die Zahlenkränze der beiden Schwergewichte an der Börse durch – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Mit 13,34 Milliarden Dollar setzte Novartis im Schlussquartal letzten Jahres weniger um, als Analysten erwartet hatten. Aufgrund regelrecht wegbrechender Umsätze beim Herzmittel Entresto und einem eher enttäuschenden Absatz mit dem Brustkrebsmittel Kisqali schrammte das Pharmaunternehmen aus Basel selbst an den pessimistischsten Schätzungen vorbei. Dass mit 4,93 Milliarden Dollar wenigstens der operative Kerngewinn (EBIT) die Erwartungen zu erfüllen vermochte, half da nur bedingt.

Und auch die diesjährigen Finanzziele wissen nur bedingt zu überzeugen. Gegenüber dem vergangenen Jahr geht Novartis von einer Umsatzsteigerung im tiefen einstelligen Prozentbereich bei einem gleichzeitigen Gewinnrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Analysten waren hingegen von einer auch weiterhin positiven Gewinnentwicklung ausgegangen. In der Folge müssen nicht wenige bei ihren Schätzungen wohl-oder-übel den Rotstift ansetzen.

Mich überrascht, dass die Aktien nicht stärker unter die Räder gerieten, hatten sie auf die Ergebnisveröffentlichung hin doch einen sehr guten Lauf. Nach mehreren Jahren mit positiven Überraschungen in Folge wird Novartis an der Börse an entsprechend hohen Erwartungen gemessen. Womöglich können die Valoren erst dann an die jüngsten Kursrekorde anknüpfen, wenn die Basler den Beweis antreten können, dass es sich bei der Enttäuschung vom Mittwoch bloss um einen einmaligen Ausrutscher handelt.

Weniger offensichtlich war der Grund für die UBS-Schwäche vom Mittwoch. Mit einem Gewinn vor Steuern von 2,87 Milliarden Dollar übertraf die grösste Schweizer Bank im vierten Quartal nämlich selbst die kühnsten Erwartungen. Nach Steuern schliesst sie das Geschäftsjahr 2025 mit einem durchaus respektablen Überschuss von knapp 8 Milliarden Dollar ab.

Auch die Aktionärinnen und Aktionäre erhalten ein Stück des Kuchens. Die Grossbank erhöht ihre Jahresdividende auf 1,10 Dollar je Aktie. Das sind gut 20 Prozent mehr als zuvor. Weitere 3 Milliarden Dollar fliessen ihnen im Laufe dieses Jahres indirekt über Aktienrückkäufe zu.

Bei genauerem Hinschauen fällt die Dividendenerhöhung allerdings nicht mehr ganz so grosszügig aus. Denn schliesslich wird den Aktionärinnen und Aktionären der Betrag in Dollar gutgeschrieben – und dieser hat alleine im vergangenen Jahr gegenüber dem Franken rund 15 Prozent an Wert verloren. Ausserdem hatten einige Analysten mit noch üppigeren Aktienrückkäufen gerechnet.

Für die UBS-Aktien ging es in den letzten Tagen nach unten (Quelle: www.cash.ch)

Doch es gibt weitere Gründe, weshalb die UBS und ihre Aktien an der Börse an diesem Tag abgestraft wurden. Wie schon so oft erweist sich nicht zuletzt die Ergebnisqualität als Spielverderber. Denn während das Investment Banking – dieses unterliegt bekanntlich starken Ergebnisschwankungen – im Schlussquartal mit 640 Millionen Dollar vor Steuern deutlich mehr als erwartet zum Gruppenergebnis beitrug, hatte man sich vom Kerngeschäft einiges mehr erhofft. Für enttäuschte Gesichter sorgte insbesondere die Gewinnentwicklung im Personal & Corporate Banking. Krumm nahm man der Grossbank auch die Aussagen zur diesjährigen Entwicklung der Eigenkapitalrendite, zum Kosten-Ertrags-Verhältnis sowie zu den künftigen Erträgen aus dem Zinsdifferenzgeschäft.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die durchschnittlichen Gewinnerwartungen der Analysten für dieses und die nächsten zwei Jahre dürften sich vermutlich nicht gross nach oben bewegen. Ich selber bleibe auf längere Sicht zuversichtlich für die Aktien der UBS, glaube aber, dass es eine ganze Weile dauern könnte, bis die Kursgewinne der letzten Monate verdaut sind. Ein Kompromiss in Sachen strengere Eigenmittelvorschriften erscheint mir mittlerweile eingepreist.

Bei Vontobel und Goldman Sachs teilt man meine Einschätzung ganz offensichtlich. Der für Vontobel tätige Analyst Andreas Venditti erhöht zwar sein Kursziel auf 35 (zuvor 33,50) Franken, stuft die Valoren der Grossbank bei dieser Gelegenheit jedoch von «Buy» auf «Hold» herunter. Sein Berufskollege Chris Hallam bei Goldman Sachs geht von «Buy» auf «Neutral» mit einem Zwölf-Monats-Kursziel von 38 (zuvor 41,50) Franken.

Zuvor hatte der Londoner Bankenanalyst die UBS-Aktien über Jahre hinweg zum Kauf angepriesen - über weite Strecken kam kein anderer Berufskollege auf so hohe Kursziele wie er. Dass nun ausgerechnet er seine Kaufempfehlung kassiert, spricht deshalb Bände.

Ein ungewohntes Bild präsentiert sich seit wenigen Tagen auch den erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionären von Holcim. Mit einem Minus von etwas mehr als vier Prozent wird dem Baumaterialhersteller aus dem steuergünstigen Zug die undankbare Rolle der drittschlechtesten SMI-Aktie der Woche zuteil. Nur bei der Partners Group und der UBS weist die Wochenbilanz noch negativere Vorzeichen auf.

Der SMI-Überflieger von 2025 (+80 Prozent) wurde ab Mittwoch von einer Branchenschwäche erfasst und nach unten gezogen. Die Kurslawine ins Rollen brachte ein Bericht der «Handelszeitung». Wie deren Autoren in Erfahrung gebracht haben wollen, will die Europäische Kommission im Juli einen Vorschlag vorlegen, wonach sie über den ursprünglich vereinbarten Zeitraum hinaus an der Zuteilung kostenloser CO2-Zertifikate festhalten und diese danach nur schrittweise abschaffen will.

Die Aktien von Holcim blicken auf eine starken Lauf zurück (Quelle: www.cash.ch)

Ein solcher Vorstoss würde gerade diejenigen Baumaterialhersteller strafen, welche wie Holcim ihre Hausaufgaben gemacht und in den letzten Jahren viel Geld in die Reduktion des eigenen CO2-Ausstosses investiert haben. Gleichzeitig fiele ein gewichtiges Argument für weitere Preiserhöhungen weg. Ob und in welchem Ausmass die einzelnen Anbieter davon betroffen wären, darüber lässt sich vorerst bloss spekulieren. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn es sich hierbei bloss um einen Sturm im Wasserglas handeln würde. Allerdings scheut die Börse bekanntlich nichts so sehr wie die Ungewissheit...

Kommen wir an diese Stelle noch kurz auf die Partners Group zu sprechen. Die Aktien des Risikokapitalspezialisten aus Baar wurden diese Woche für das Kursdebakel bei Unternehmen aus der Softwareindustrie in Sippenhaft genommen. Damit waren sie in guter Gesellschaft – gerieten doch auch jene anderer Branchengrössen wie der schwedischen EQT oder der amerikanischen KKR an der Börse unter die Räder.

Es ist nicht schwierig, eins und eins zusammenzuzählen. Denn in kaum einem anderen Wirtschaftszweig tummeln sich die Risikokapitalgeber schon seit Jahren so sehr wie in der Softwareindustrie. Die vergleichsweise geringe Kapitalbindung dieser Unternehmen zog viele Anlagegelder an. Nun drohen Verluste.

In einem mir zugespielten Kommentar findet Vontobel-Analyst Andreas Venditti in Sachen Partners Group nun aber klare Worte. Der Risikokapitalgeber habe in den letzten sechs Jahren rund 70 grössere Firmenkäufe getätigt. Gerade einmal bei vier dieser Käufe habe es sich um Unternehmen aus der Softwareindustrie gehandelt. Venditti zufolge geht die Börse bei der Partners Group mittlerweile von einem sehr negativen Szenario für die Software-Beteiligungen sowie für die Wachstumsaussichten im Allgemeinen aus. Er verleiht seiner Kaufempfehlung sowie dem 1300 Franken lautenden Kursziel damit Nachdruck.

Gestern Donnerstag wurde der SIX Swiss Exchange übrigens ein grösserer Titelkauf aus der Chef-Etage des Risikokapitalspezialisten gemeldet. Der nicht namentlich bekannte Käufer lachte sich Aktien im Gesamtbetrag von knapp 1,2 Millionen Franken an. Die Signalwirkung hält sich bei genauerem Hinschauen jedoch in Grenzen, wurde der besagte Titelkauf doch im Rahmen eines im Voraus definierten Programms durchgeführt.

Was die möglichen Folgen des Kursdebakels auf die Partners Group anbetrifft, erhoffe ich mir von der Veröffentlichung des letztjährigen Ergebnisses wertvolle Anhaltspunkte. Da diese erst für den 10. März angesetzt ist, würde ich mir wünschen, dass das Unternehmen schon früher für Klarheit sorgt.

Vielleicht wissen wir ja schon nächsten Freitag näheres, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
Das könnte Sie auch interessieren
 
 
 
 
 
 
 
 
UBS Group
NameAktuell+/-%

CHFSWX

33.48

11:50:40

-1.53%

-0.52

CHFSWX

118.70

11:50:10

-0.49%

-0.58

CHFSWX

75.54

11:50:33

+1.70%

+1.26

CHFSWX

13'409.30

11:50:46

-0.42%

-56.74

CHFSWX

965.00

11:50:43

-0.17%

-1.60

Ausgewählte Produkte von UBS
ProduktBasiswert(e)StrikeVerfall
UBS Put Warrant UBS Group AG30.00
UBS Call Warrant UBS Group AG33.00
UBS Call Warrant UBS Group AG32.00
Presented by UBS KeyInvestDies ist keine Produktempfehlung. Weitere Produkte finden Sie auf UBS KeyInvest.
News