Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.
+++
Gestern Dienstag legten mit J.P. Morgan und Goldman Sachs gleich zwei grosse Rivalen der UBS ihre Ergebnisse vor. Und obwohl schon im Vorfeld mit einem erfreulich starken dritten Quartal gerechnet worden war, kamen die beiden Zahlenkränze in Börsenkreisen gut an.
Wie die grösste Schweizer Bank zwischen Anfang Juli und Ende September abgeschnitten hat, wissen wir erst am frühen Morgen des 28. Oktobers. Bis dahin lassen sich bloss Mutmassungen anstellen – zumal sich von den Ergebnissen anderer Branchengrössen bekanntlich keine zuverlässigen Rückschlüsse ziehen lassen.
Überraschend vorsichtig gibt sich der für Keefe, Bruyette & Woods tätige Bankenanalyst Thomas Hallett. In einem Ausblick auf die Veröffentlichung der Drittquartalszahlen erachtet er die «Grosswetterlage» an den Finanzmärkten zwar auch weiterhin als gut und die Angst vor Handelsverlusten infolge der Verwerfungen bei den Zinsen als übertrieben. Ausserdem schreibt der Londoner Analyst, dass das Chancen-Risiko-Verhältnis bei den europäischen Grossbanken mit dem Kursrückgang der letzten Wochen besser geworden ist. Er kehrt deshalb von seiner vorsichtigen Haltung für dieses Titelsegment ab und schätzt dieses neuerdings neutral ein.
Auch die Aktien der UBS sind in den letzten Wochen im Kurs zurückgefallen (Quelle: www.cash.ch)
Die Aktien der UBS werden durch ihn allerdings auch weiterhin mit «Underperform» eingestuft, wenn auch mit einem Kursziel von 42 Franken. Hallett warnt einerseits vor einer enttäuschenden Kostenentwicklung im Investment Banking, andererseits aber auch vor möglicherweise vorsichtigen Aussagen in Bezug auf die Nettoneugeldentwicklung. Trotz der zuletzt eher schwachen Kursentwicklung rät er Anlegern, an der Seitenlinie zu verharren. Der Analyst setzt stattdessen auf die Valoren der britischen Barclays.
Ich begegnete dem starken Abschneiden der UBS im zweiten Quartal mit folgenden Worten:
Es wäre deshalb grobfahrlässig, das zuletzt starke Abschneiden der UBS im Investment Banking linear in die Zukunft zu extrapolieren. Umso mehr bleibt mir mit Blick auf die anstehende Ergebnisveröffentlichung nichts weiter übrig, als zu hoffen, dass der Zahlenkranz den Qualitätsansprüchen der Börse gerecht werden kann.
+++
Der für Goldman Sachs tätige Versicherungsanalyst Andrew Baker nimmt die Wiederabdeckung der Aktien von Zurich Insurance mit «Neutral» und einem Zwölf-Monats-Kursziel von 603 Franken auf. Was bloss wie eine Randnotiz anmutet, hat es allerdings in sich.
Denn das letzte mir vorliegende Anlageurteil Bakers für die dividendenstarken Valoren lautete «Sell» und das Zwölf-Monats-Kursziel bloss 546 Franken. Beides geht auf Mitte Januar zurück.
Kursentwicklung der Aktien von Zurich Insurance im mehrjährigen Verlauf (Quelle: www.cash.ch)
Das mag nicht zuletzt auch dem Umstand geschuldet sein, dass die vergangenen 18 Monate aus Sicht der Aktionärinnen und Aktionäre bloss ein kursseitiges Nullsummenspiel waren. In diesen 18 Monaten erzielte das Unternehmen unter Firmenchef Mario Greco weitere nicht unbedeutende operative Fortschritte.
Eigentlich sind das gleich zwei gute Gründe, welche für die Aktien von Zurich Insurance sprechen – wäre da nicht die milliardenschwere Übernahme der britischen Beazley. Dieser stehe ich nämlich weiterhin eher kritisch gegenüber. Aber auch ich lasse mich selbstverständlich gerne eines Besseren belehren...
| Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar. |
