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Gestern Dienstag berichtete ich im Insider Briefing von einer Reduktion des UBS-Pakets durch den norwegischen Staatsfonds. Die Skandinavier halten erstmals seit August wieder weniger als drei Prozent an der grössten Schweizer Bank. In der Spitze waren es einst etwas mehr als fünf Prozent.
Eigentlich ist der weltgrösste Staatsfonds ja bekannt dafür, dass er seine umgerechnet rund 2'280 Milliarden Dollar indexnah investiert. Im Bereich der Aktien orientieren sich die Skandinavier – soweit mir bekannt ist - am viel beachteten Weltaktienindex von MSCI. Folglich liesse die Reduktion des UBS-Pakets eigentlich nur die eine naheliegende Erklärung zu: Der norwegische Staatsfonds hat seine Aktienquote getrimmt.
Für Börsenbeobachter wie mich kommt die Beteiligungsreduktion vom Zeitpunkt her insofern überraschend, als dass der Grossbank in Analystenkreisen ein erfreulich starkes drittes Quartal nachgesagt wird. Der für die Deutsche Bank tätige Benjamin Goy etwa geht davon aus, dass die UBS ihren Vorsteuergewinn im Jahresvergleich um 23 Prozent steigern konnte. In einem mir zugespielten Ausblick auf die Ergebnisveröffentlichung von Ende Oktober erhöht er sein Kursziel deshalb auf 49 (zuvor 47) Franken. An der Kaufempfehlung hält der Analyst indes fest.
Die UBS-Aktien sind zuletzt wieder im Kurs zurückgefallen (Quelle: www.cash.ch)
Da frage ich mich, ob und was die Entscheidungsträger beim norwegischen Staatsfonds mehr wissen als wir «Normalsterblichen». Der Ordnung halber sei an dieser Stelle beiläufig erwähnt, dass sich die Skandinavier in den letzten Jahren auch immer mal wieder zu firmenspezifischen Aktienwetten haben hinreissen lassen. Ganz ausschliessen lässt sich das deshalb auch bei der vorliegenden Beteiligungsreduktion nicht.
Bei Siegfried hat der aggressive Verkäufer der letzten Wochen seit dem gestrigen Dienstag endlich einen Namen. Wie aus einer Offenlegungsmeldung hervorgeht, trennte sich die Capital Group jüngst von Aktien des Pharmazulieferers aus Zofingen. Die Amerikaner mussten sich nur deshalb als Verkäufer zu erkennen geben, weil sie mit ihrem Stimmenanteil dabei den meldepflichtigen Schwellenwert von drei Prozent unterschritten.
Auch dem Ausdünnen der Siegfried-Beteiligung durch die Capital Group könnte eine grundsätzliche Reduktion der Aktienquote zugrundeliegen. Gegen eine solche spricht, dass der Fondsriese auch an anderen Grossunternehmen aus der Schweiz mit etwas mehr als drei Prozent beteiligt ist. Es bleibt deshalb spannend abzuwarten, ob weitere Offenlegungsmeldungen folgen werden.
Firmenspezifische Gründe könnten sich hingegen hinter der Reduktion des Adecco-Pakets durch Silchester International verbergen. Im Dezember 2024 sorgten die Briten für einen Paukenschlag, als bekannt wurde, dass sie ihren Stimmenanteil beim Stellenvermittler auf gut 15 Prozent verdreifacht haben.
Für die Aktien von Adecco geht es seit Ende Juni steil nach oben (Quelle: www.cash.ch)
Nach einem Rücksetzer auf unter 15 Franken kosteten die Aktien von Adecco zuletzt in etwa wieder so viel wie damals, als der substanzielle Beteiligungsausbau publik wurde. Rückblickend erwies sich die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung in Frankreich und anderen wichtigen europäischen Märkten als genauso unbegründet wie jene vor negativen Auswirkungen des Siegeszugs der künstlichen Intelligenz auf die Stellenvermittler.
Nachdem sich der Aktienkurs alleine seit Ende Juni um mehr als 60 Prozent erholt hat, überrascht es mich nicht, wenn Silchester International zumindest etwas auf die Bremse tritt. Die Briten werden übrigens erst bei einem Unterschreiten der Zehn-Prozent-Schwelle wieder meldepflichtig. Doch ob es überhaupt soweit kommt...?
Man muss kein eingefleischter Börsenprofi sein, um erahnen zu können, dass es sich bei den drei genannten Beteiligungsreduktionen bloss um die Spitze des Eisbergs handeln dürfte und sich mächtige Grossinvestoren still und leise «durch die Hintertür» verabschieden. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn bei der SIX Swiss Exchange in den nächsten Tagen weitere Offenlegungsmeldungen eingehen würden.
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