Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.
+++
Am Freitag berichtete ich davon, dass ich meine Schweizer Aktienfavoriten für 2026 mit Blick auf das vierte Quartal umgestellt habe. Einzug erhalten der Pharmazulieferer Siegfried, genauso wie der Schliesstechnikspezialist Dormakaba. Platz machen müssen hingegen Skan und Julius Bär.
Während ich meine Kolumne schrieb, war mir noch nicht bewusst, dass ich mit diesen Anpassungen in bester Gesellschaft sein würde. Denn kurz danach trafen aus Bankenkreisen zeitnah nicht weniger als drei Strategiepapiere mit interessantem Inhalt bei mir ein.
Bei Goldman Sachs in London etwa würfelt man auf nicht weniger als 69 Seiten die «European Conviction Buy List» neu zusammen. Naturgy, Norsk Hydro und Smith & Nephew sind nicht länger Teil der viel beachteten Empfehlungsliste. Beerbt werden sie von Solaria, Straumann, Scout24 und IMCD.
Neben den Aktien des Dentalimplantateherstellers Straumann sind jene des Bauchemiespezialisten Sika übrigens die einzigen aus der Schweiz auf der nicht weniger als 26 Titel starken Liste. Das ist nicht eben viel. Das meiste Aufwärtspotenzial machen die Londoner Analysten übrigens beim Rüstungskonzern Rheinmetall (+143 Prozent), Adyen (+111 Prozent) und DSV (+98 Prozent) aus. Da kommen die Zwölf-Monats-Kursziele von 225 Franken für Sika (+22 Prozent) und von 125 Franken für Straumann (+38 Prozent) schon fast bescheiden daher.
Die Aktien von Straumann notieren in etwa auf dem Stand von Anfang Jahr (Quelle: www.cash.ch)
Noch einsamer ist es aus Schweizer Sicht auf der überarbeiteten Liste der «Top Picks Europe» der Deutschen Bank für das vierte Quartal. Nach dem Ausscheiden des Schwergewichts Novartis sind die Aktien des Pharmazulieferers Lonza allein auf weiter Flur. Die Valoren werden vom zuständigen Analysten Falko Friedrichs mit «Buy» und einem Kursziel von 697 Franken zum Kauf angepriesen.
Ausschliesslich um Aktien aus der Schweiz dreht es sich hingegen bei Octavian. Der Broker nimmt gleich mehrere Anpassungen vor. Während Siegfried, Zurich Insurance und SIG Group aus der Auswahl fallen, ziehen EFG International, Straumann und Centiel in die Favoritenliste ein. Dort stossen sie auf Kuros und Sika. Bei Kuros wurde erst kürzlich bekannt, dass J.P. Morgan die Beteiligung ausgebaut hat. Ob auf eigene Rechnung oder auf die von Dritten, ist allerdings unklar – ebenso wenig, wie die Struktur der Beteiligung. Es geht nämlich nicht klar aus der Offenlegungsmeldung hervor, ob die Amerikaner denn auch wirklich auf steigende Kurse spekulieren.
Mit der Aufnahme der Valoren von Straumann sorgt Octavian für Wasser auf die Mühlen von Goldman Sachs, wobei das Kursziel des hauseigenen Analysten mit 122 Franken geringfügig unter jenem der amerikanischen Investmentbank liegt. Bei beiden Banken geht man von einer Stabilisierung, wenn nicht gar von einer Belebung des Nordamerika-Geschäfts aus.
Auch bei Centiel steht der amerikanische Markt im Zentrum der Kaufempfehlung. Erst kürzlich gab der Anbieter von unterbrechungsfreien Stromlösungen die Expansion nach Übersee bekannt. Dort winken ihm dank des Datencenter-Booms üppige Umsätze.
Centiel ist noch nicht lange an der Börse (Quelle: www.cash.ch)
EFG International zieht aufgrund deutlich gesunkener Rechtsrisiken in die Favoritenliste ein, nachdem sich der Vermögensverwalter kürzlich aussergerichtlich mit der kuwaitischen Sozialversicherungsbehörde einigen konnte. Ausserdem preist man die Aktien bei Octavian auch der zuletzt höheren Zinsen wegen zum Kauf an.
Von den fünf Favoriten fürs Schlussquartal weisen die Valoren von Kuros Biosciences mit «Buy» und einem Kursziel von 33 Franken das höchste rechnerische Aufwärtspotenzial (+77 Prozent) auf, gefolgt von Centiel mit «Buy» und einem Kursziel von 9,40 Franken (+59 Prozent) sowie EFG International mit «Buy» und einem Kursziel von 23 Franken (+44 Prozent).
Letzteres sieht übrigens auch ein Verwaltungsrat des Vermögensverwalters so, wurde der SIX Swiss Exchange doch erstmals seit Jahren wieder ein grösserer Titelkauf aus dem Verwaltungsratsgremium in Höhe von 2,1 Millionen Franken gemeldet.
Neugierig, wie ich bin, werde ich die Kursentwicklung der von den Banken genannten Aktien im weiteren Jahresverlauf jedenfalls genauestens im Auge behalten...
| Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar. |
