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Muss SMI-Schlusslicht Partners Group bei der Dividendenpolitik über die Bücher?

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Die Partners Group findet sich am diesjährigen SMI-Tabellenende wieder. Analysten teilen Spekulationen, wonach sogar ein Dividendenkürzung drohen könne, jedoch nicht. - Und: Sika-Verwaltungsrat versucht ein Zeichen zu setzen.

15.06.2026   12:00
Von cash Insider
Campus von Partners Group in Baar ZG.

Campus von Partners Group in Baar ZG.

Quelle: Christof Möri

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Die Aktien der Partners Group befinden sich in einer Abwärtsspirale. Rückblickend scheint der Leerverkäufer Grizzly Research den Zeitpunkt seiner Kampagne gegen den Risikokapitalspezialisten aus Baar geschickt gewählt zu haben.

Seit die Amerikaner Ende April die Öffentlichkeit suchten, musste das Unternehmen zum wiederholten Mal negativen Börsenspekulationen entgegentreten – letztmals am späten Freitagabend. Im Raum steht unter anderem der Vorwurf, dass die Bewertungen der Firmenbeteiligungen im Flaggschifffonds «Master Fund» und anderen Anlagegefässen zu hoch ausgewiesen würden. Das wiederum sorgt nicht nur bei den Kundinnen und Kunden für Verunsicherung.

Wie Erhebungen der Beratungsfirma S&P Global zeigen, sind weitere Trittbrettfahrer aufgesprungen. Mittlerweile wird bei der Partners Group mit acht Prozent aller ausstehenden Titel auf rückläufige Kurse spekuliert. Neuerdings zählt das diesjährige SMI-Schlusslicht sogar zu den zehn am häufigsten leerverkauften Aktien der Schweiz.

Die Aktien der Partners Group haben seit Januar deutlich an Kurswert eingebüsst (Quelle: www.cash.ch)

Nun auch das noch: In hiesigen Börsenkreisen werden vereinzelt Stimmen laut, wonach den Aktionärinnen und Aktionären des Risikokapitalspezialisten eine Dividendenkürzung ins Haus stehen könnte, sollten die erfolgsabhängigen Erträge wegbrechen.

Davon will man zumindest in Analystenkreisen jedoch partout nichts wissen. So streicht der für Kepler Cheuvreux tätige Analyst Nicolas Payen zwar seine Schätzungen für die erfolgsabhängigen Erträge um bis zu 19 Prozent zusammen. Unter Mitberücksichtigung höherer Eigenkapitalkosten errechnet er neuerdings noch ein Kursziel von 875 (zuvor 1255) Franken für die Aktien. An der Kaufempfehlung hält Payen wenig überraschend fest.

Auch bei seinen Dividendenerwartungen setzt der Analyst den Rotstift an. Allerdings geht er mit Blick auf die kommenden Jahre weiterhin von einer progressiven Ausschüttungspolitik aus. Payen sieht den Risikokapitalspezialisten für 2026 46 Franken je Aktie ausschütten, gefolgt von 48 Franken für 2027 und 50 Franken für 2028.

Dass sein Berufskollege Tom Mills bei der amerikanischen Investmentbank Jefferies seine diesjährigen Dividendenprognosen sogar anhebt, überrascht selbst mich. Mit 47 Franken je Aktie liegen die überarbeiteten Annahmen um sechs Prozent über den vorherigen. Anders als Payen stuft der Jefferies-Analyst die Valoren bloss mit «Hold» und einem Kursziel von 760 (zuvor 1130) Franken ein.

Angst vor einer Dividendenkürzung sieht für mich anders aus. Ich werde das Gefühl nicht los, dass das Lager der Leerverkäufer mit gezielten Nadelstichen versucht, den Aktien der Partners Group zuzusetzen. Ich denke da etwa auch an die Index-Spekulationen von vergangener Woche. Einen Trost gibt es jedoch für die Aktionärinnen und Aktionäre: Je häufiger die Nadelstiche, desto geringer sind für gewöhnlich die kursseitigen Folgen.

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Den Aktionärinnen und Aktionären von Sika bot sich am Freitag ein ungewohntes Bild: Mit einem Plus von gut sechs Prozent führten die Valoren des Bauchemieherstellers die Liste der SMI-Tagesgewinner an.

Wie aus einer Offenlegungsmeldung an die SIX Swiss Exchange hervorgeht, lachte sich tags zuvor ein Verwaltungsrat Aktien an. Wollte er angesichts der enttäuschenden Kursbilanz der letzten Jahre ein Zeichen setzen? Falls ja, hätte er hierzu wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Mehr als ein müdes Lächeln ringt man hiesigen Aktienmarktakteuren mit knapp 150'000 Franken jedenfalls nicht ab.

Das Kursfeuerwerk vom Freitag dürfte denn auch eher dem Zusammenspiel zweier anderer Faktoren geschuldet sein. Zum einen zeichnet sich nach langen Wochen endlich eine Einigung zwischen der Regierung in Washington und den Mullahs in Teheran ab. Im Zuge rückläufiger Ölpreise winkt den Vertretern energieintensiver Wirtschaftszweige – und dazu zählt zweifelsohne auch Sika – eine spürbare Entlastung bei den Herstellkosten. Zum anderen fand am Freitag die UBS in einem 71 Seiten starken Branchenpapier verteidigende Worte. Die Autoren um Julian Radlinger wähnen den Bauchemiespezialisten in der Favoritenrolle und preisen dessen Aktien mit einem Zwölf-Monats-Kursziel von 220 Franken zum Kauf an. Darauf abgestützt leitet sich selbst nach dem Kursfeuerwerk vom Freitag ein Aufwärtspotenzial von mehr als 40 Prozent ab. Ein wenig träumen sei an dieser Stelle durchaus erlaubt.

Aktienkursentwicklung bei Sika über die letzten Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Im November 2021 kosteten die Valoren von Sika in der Spitze einst sogar 370 Franken. Kurz zuvor hatte der Bauchemiehersteller für umgerechnet 5,5 Milliarden Franken die einstige BASF-Tochter MBCC übernommen. Zeitnah verlieh der für die britische HSBC tätige Analyst seiner Kaufempfehlung mit einer kräftigen Kurszielerhöhung auf 600 (zuvor 400) Franken Nachdruck. Doch die anfängliche Euphorie ward schnell verflogen. Dass sich das Unternehmen vom Erfolgsrezept der kleinen und gut verdaubaren Ergänzungsübernahmen verabschiedete, sollte sich rückblickend rächen.

Ich begegnete der milliardenschweren Grossübernahme mit folgenden Worten:

Verkäufer ist die amerikanische Lone Pine. Keine zwei Jahre ist es her, dass der gewiefte Finanzinvestor den Deutschen genau diese Geschäftsaktivitäten für umgerechnet 3,4 Milliarden Franken abluchste. Ein ziemlich lohnendes Geschäft für die Amerikaner. Mit rund 15 Prozent liegt die operative Marge (EBITDA) des einstigen Bauchemiegeschäfts von BASF zwar unter den 19 Prozent von Sika. Allerdings hat der zwischenzeitliche Besitzer die Zügel schon kräftig angezogen. Ausserdem sind Finanzinvestoren von Schlag von Lone Pine bekannt dafür, niemandem Geschenke zu machen.

...und weiter...

Man merke: Mit billigem Geld finanziert, rechnet sich momentan gar manche Grossübernahme...

Wenige Tage später kommentierte ich der Kurszielerhöhung durch den HSBC-Analysten wie folgt:

Wer nun glaubt, dass die Kurszielerhöhung mit steigenden Gewinnerwartungen des Analysten einhergeht, der irrt gewaltig. Fraser-Andrews setzt bei seinen operativen Gewinnerwartungen den Rotstift an und kürzt diese um bis zu 2 Prozent. Und als ob das 600 Franken lautende Kursziel aus Anlegersicht nicht schon einladend genug wäre, hält er unter Umständen sogar Kurse von bis zu 860 Franken für möglich. So viel Effekthascherei auf einmal ist nur schwer erträglich...

Die Aktien von Sika dürften die kursseitige Talsohle vor wenigen Wochen wohl endgültig durchschritten haben. Noch ist allerdings unklar, ob der Bauchemiespezialist an der Börse seinen Ruf als erfolgreiches Wachstumsunternehmen nicht dauerhaft verspielt hat.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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