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Zwei Schritte vor und zwei wieder zurück – so in etwa liessen sich die vergangenen Tage bei uns am Schweizer Aktienmarkt zusammenfassen. Nur den Schwergewichten Nestlé, Roche und Novartis ist es zu verdanken, dass der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) dennoch auf eine positive Wochenbilanz zusteuert.
Es dürfte nicht zuletzt auch der Publikumsöffnung von SpaceX geschuldet sein, dass der Schweizer Aktienmarkt den Medien momentan bestenfalls eine Randnotiz wert ist. Mit dem Gang an die New Yorker Börse dürfte das Raumfahrtunternehmen nämlich gleich in mehrfacher Hinsicht in die Geschichtsbücher eingehen. So macht die Publikumsöffnung etwa gut 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von SpaceX über Nacht zu Millionären – vom Ingenieur bis zur Cafeteria-Servicekraft.
Hierzulande wirbt Swisslos ja bekanntlich mit dem Slogan «Niemand macht mehr Millionäre». Spätestens nach dem Börsengang von SpaceX müssen die Verantwortlichen nun wohl über die Bücher gehen.
Kaum mediale Wellen wirft hingegen die jüngste Emissionsflut bei den Franken-Anleihen. Seit Ende Mai zähle ich nicht weniger als zwölf Anleiheplatzierungen im Gesamtbetrag von mehr als 3,5 Milliarden Franken – wobei sich alleine der Pharmagigant und Ozempic-Hersteller Novo Nordisk für eine satte Milliarde Franken die tiefen Franken-Zinsen mit Laufzeiten von drei, sechs, zehn und 15 Jahren sicherte. Wenn sich selbst ein Weltkonzern aus Dänemark dank den tiefen Zinsen beherzt Franken auf Pump anlacht...
...genauso übrigens wie Julius Bär und Avolta. Die beiden Grossunternehmen aus der Schweiz zapften in den vergangenen Tagen den Euro-Kapitalmarkt mit Anleihen im Gegenwert von knapp 900 Millionen Franken an.
Ich kann mich nicht daran erinnern, in meinen gut drei Jahrzehnten an der Börse auch nur annähernd auf eine vergleichbare Emissionsflut gestossen zu sein. Stellt man sich in den Chef-Etagen hiesiger Grossunternehmen etwa auf steigende (Franken)-Zinsen ein?
Die Aktien der VAT Group kennen seit Januar kein Halten (Quelle: www.cash.ch)
Doch obwohl diesen Kurszielanpassungen – anders als auch schon – um bis zu 24 Prozent höhere Gewinnerwartungen zugrundeliegen und die UBS seit der Credit-Suisse-Integration über eine geradezu beeindruckende Marktmacht verfügt, gingen die anfänglichen Kursgewinne am Mittwoch im Sitzungsverlauf teilweise wieder verloren.
Ich begegnete der geradezu beeindruckenden Aktienkursbilanz der hiesigen Halbleiterzulieferer seit Januar am Mittwoch mit folgenden Worten:
Zu Wochenbeginn geriet der dänische Roche-Partner Zealand Pharma an der Börse unter die Räder. Nachdem der Rivale Boehringer Ingelheim anlässlich eines Fachkongresses mit positiven Studienergebnissen zum Schlankheitsmittel Survodutide aufwarten konnte, büssten die Aktien des dänischen Pharmaunternehmens zeitweise mehr als 25 Prozent ein.
Nicht ohne Grund, beeindruckte der Wirkstoff Survodutide in den Versuchsreihen doch durch einen hohen Gewichtsverlust. Probanden verloren durchschnittlich bis zu 17 Prozent ihres Körpergewichts, wobei vor allem Fettgewebe abgebaut wurde und – anders als bei anderen Wirkstoffen – nur wenig Muskelmasse verloren ging.
Der Verlust von Muskelmasse ist bei der Behandlung von Übergewicht ein nicht zu unterschätzender Faktor. Stichwort «Ozempic Face». Mal schauen, ob Boehringer Ingelheim mit Survodutide nun das Feld von hinten aufrollt.
Im März letzten Jahres ging Roche auf diesem Therapiegebiet eine Zusammenarbeit mit Zealand Pharma ein. Firmenchef Thomas Schinecker lässt sich die Zusammenarbeit bis zu 5,3 Milliarden Dollar kosten – wobei bereits eine erste Vorabzahlung in Höhe von 1,65 Milliarden Dollar floss. Im Zentrum stehen dabei die beiden Wirkstoffe CT-388 (Roche) und Petrelintide (Zealand). Umso mehr bin ich überrascht, dass die Kursdelle beim dänischen Partnerunternehmen bei den Baslern bis heute keine Kratzer an der Kursentwicklung hinterlässt.
Wenn die vielen Studienergebnisse zu Wirkstoffkandidaten, welche rund um den diesjährigen Kongress der American Diabetes Association (ADA) vorgestellt wurden, etwas zeigen, dann, dass auf diesem Therapiegebiet so intensiv geforscht wird wie auf kaum einem anderen. Jeder will etwas vom Kuchen abhaben.
Alleine schon aufgrund der Dominanz der beiden Marktführer Novo Nordisk und Eli Lilly benötigt man kein eingefleischter Kenner der Pharmaindustrie zu sein, um erahnen zu können, dass der Wettbewerb unter den einzelnen Anbietern künftig nicht eben weniger werden dürfte.
Aktienkursentwicklung beim Roche-Partner Zealand über die letzten drei Jahre (Quelle: www.cash.ch)
Umso mehr überrascht mich, wenn der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst Urban Fritsche den Baslern zutraut, eines Tages ein Stück von vier bis fünf Prozent des dann 90 Milliarden Franken im Jahr schweren Kuchens für sich abschneiden zu können.
Ich selber bin da deutlich zurückhaltender, insbesondere was die kostspielige Zusammenarbeit mit Zealand Pharma anbetrifft. Die Börse scheint diese Einschätzung zu teilen, kosten die Aktien des dänischen Pharmaunternehmens mit 300 Kronen doch nicht mal mehr halb so viel wie am Tag des Bekanntwerdens der milliardenschweren Zusammenarbeit mit Roche.
Mit Blick auf die kommende Woche gilt mein Interesse dem Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Wird sie mit der Europäischen Zentralbank (EZB) gleichziehen und die Leitzinsen ebenfalls um 25 Basispunkte erhöhen? Ich denke nicht. Mehr dazu, ob ich mit dieser Einschätzung richtig liege, am nächsten Freitag, wenn es wieder heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

Performance-Vergleich für das Swiss Equities Portfolio (Quelle: Julius Bär)
Interessant erscheint mir, dass Pocinci beim Vergleichsindex für sein Musterportfolio mal eben schnell die Spielregeln änderte. Anstatt am SPI mass er sich mal eben am MSCI Europe Index – womit die langjährige Entwicklung seines «Swiss Equities Portfolio» plötzlich geradezu beeindruckend aussah. Ich stolperte eher zufällig über diese Umstellung. Seit letzter Woche misst sich der Autor nun aber wieder am SPI.
Ich werde die Schweizer Aktienfavoriten der Banken weiterhin im Auge behalten und am kommenden Mittwoch eine Zwischenbilanz bei meinen eigenen Jahresfavoriten ziehen.
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