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UBS setzt gleich bei drei Schweizer Börsenüberfliegern rekordhohe neue Kursziele

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Mit drei Schweizer Halbleiteraktien liess sich in den letzten Wochen viel Geld verdienen. Wenn es nach der UBS geht, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Und: Spielt ein Vorstoss aus Brüssel der UBS in die Karten?

10.06.2026   12:00
Von cash Insider
Ein Mitarbeiter des BRAC-Instituts in Indien beim Test eines HV-Eckventils von VAT (2023).

Ein Mitarbeiter des BRAC-Instituts in Indien beim Test eines HV-Eckventils von VAT (2023).

Quelle: zVg

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

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Diejenigen Unternehmen bei uns am Schweizer Aktienmarkt, welche vom Siegeszug der künstlichen Intelligenz profitieren, sind dünn gesät. Der Rheintaler Vakuumventilehersteller VAT Group gehört zweifelsohne dazu, genauso wie die beiden Halbleiterausrüster Comet und Inficon.

Da überrascht es nicht, wenn die Valoren der VAT Group die diesjährige Gewinnerliste bei den Unternehmen aus dem 30 Namen starken Swiss Leaders Index (SLI) mit einem satten Plus von 60 Prozent seit Januar anführen. Sie stellen damit selbst jene des bisherigen SMI-Leaders ABB (+36 Prozent) klar in den Schatten.

Die Aktien von Inficon notieren sogar um 64 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr, und auch jene von Comet müssen sich mit einem Plus von knapp 59 Prozent keinesfalls verstecken.

Selbst diese geradezu beeindruckende Kursbilanz seit Januar hält den für die UBS tätigen Analysten Joern Iffert nicht davon ab, seine Kursziele für die drei Börsenüberflieger noch einmal kräftig nach oben anzupassen. Den Valoren von Inficon etwa traut er über die nächsten zwölf Monate einen Vorstoss auf 190 (zuvor 170) Franken zu. Trotz des guten Laufs der letzten Wochen hält Iffert unbeirrt an seiner Kaufempfehlung fest. Er geht davon aus, dass der Halbleiterausrüster die im März angehobenen Jahresvorgaben erreichen, wenn nicht sogar übertreffen kann.

Die Aktien von Inficon markieren am Mittwochmorgen ein neues Rekordhoch (Quelle: www.cash.ch)

Das nächsthöhere Kursziel liegt bei 167 Franken und stammt aus der Feder seines Berufskollegen Craig Abbott bei Kepler Cheuvreux. Inficon trägt massgeblich zum überwältigenden Erfolg des Brokers bei seinen Schweizer Aktienfavoriten für 2026 bei.

Seiner Kaufempfehlung für die Aktien der VAT Group verleiht der UBS-Analyst mit einem überarbeiteten Zwölf-Monats-Kursziel von 745 (zuvor 650) Franken einmal mehr Nachdruck. Er geht in der Halbleiterindustrie bis Ende 2028 von einer Verdoppelung der Investitionen aus. Daraus sollte auch der Vakuumventilehersteller reichlich Kapital schlagen können.

Die nächsthöheren Kursziele liegen übrigens bei 730 Franken (Citigroup) und 703 Franken (Goldman Sachs). Interessant erscheint mir, dass man bei der UBS in Sachen VAT Group durchaus gewisse Vorbehalte hat. So warnt man bei der Grossbank aufgrund der starken Nachfrage etwa vor möglichen Engpässen entlang der Lieferketten und damit verbunden vor möglichen Umsatzschwankungen trotz randvoller Auftragsbücher.

Überraschenderweise macht der Analyst solche Vorbehalte bei Comet nicht. Das Zwölf-Monats-Kursziel für die Aktien des Halbleiterausrüsters aus Flamatt lautet neuerdings 452 (zuvor 405) Franken. An der Kaufempfehlung ändert sich indes nichts. Die nächsthöheren Kursziele für diese Valoren liegen mit 375 Franken (Berenberg Bank) und 374 Franken (Kepler Cheuvreux) weit darunter.

Keine Frage: Die Halbleiterindustrie und ihre Zulieferer befinden sich inmitten eines Superzyklus. Dennoch erscheint es mir grobfahrlässig, das momentane Wachstum linear in die Zukunft zu extrapolieren. Wenn mich meine drei Jahrzehnte an der Börse nämlich etwas gelehrt haben, dann, dass kein anderer Wirtschaftszweig auch nur annähernd so launisch ist wie die Halbleiterindustrie. Das gilt erst recht für ihre Zulieferer. Sprich: Die Frage ist nicht, ob, sondern vielmehr, wann diese Aktien wieder günstiger zu haben sind – auch wenn viel Geduld gefragt ist.

An dieser Stelle möchte ich Iffert noch kurz ein Kränzchen winden. Denn der UBS-Analyst preist die Valoren von Comet, VAT Group und Inficon schon eine ganze Weile zum Kauf an. Die Kaufempfehlung für Comet geht auf Anfang Dezember zurück, die für die VAT Group auf Mitte November, jene für Inficon reicht sogar in den März 2023 zurück. Damit lag er rückblickend goldrichtig.

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Es ist überraschend ruhig um die Eigenmitteldiskussion rund um die UBS geworden. Zumindest war es das, bis gestern Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters von einem politischen Willen berichtete, die Gesetzesvorlage doch noch abzuschwächen. Im Parlament zeichne sich ein Entgegenkommen bei der Kapitalunterlegung der Auslandstöchter ab. Anders als es der Bundesrat in der Vorlage vorsieht, müssten diese künftig nicht zu 100 Prozent mit hartem Eigenkapital unterlegt werden, sondern bloss zu 70 bis 80 Prozent.

Die Indiskretionen reichten aus, um den Aktienkurs der grössten Schweizer Bank zeitweise in die Nähe von 39 Franken und damit auf den höchsten Stand seit 18 langen Jahren hochschiessen zu lassen. Zum Vergleich: Noch im März waren die Valoren für weniger als 29 Franken zu haben.

Die UBS-Aktien feiern in diesen Tagen ein neues 18-Jahres-Hoch (Quelle: www.cash.ch)

In hiesigen Börsenkreisen setzte sich offensichtlich schon lange vor dem Erscheinen des Reuters-Artikels die Meinung durch, dass die Eigenmittelvorlage des Bundesrats im Laufe des weiteren politischen Prozesses sowieso zugunsten der Grossbank abgeschwächt werden dürfte. Denn während das Triumvirat, bestehend aus Bundesrat, Nationalbank und Finma die Schrauben im Hinblick auf Eigenmittelvorschriften anziehen will, passiert in Washington momentan genau das Gegenteil. Und selbst die Politik in Brüssel hat ihr Herz für die eigene Bankenwelt entdeckt.

Bei der Umsetzung der neuen Eigenmittelvorschriften nach Basel 3 etwa spielt die Europäische Kommission neuerdings auf Zeit und schöpft die Aufschubfrist bis zur allerletzten Minute aus. Zudem hat sie Massnahmen beschlossen, um die Folgen des strengeren Regimes auf die Stellung der eigenen Banken im weltweiten Wettbewerb auffangen zu können. Auch dieser Vorstoss könnte der UBS nicht eben ungelegen kommen und ihr durchaus in die Karten spielen.

Ich will die «Too big to Fail»-Problematik keineswegs kleinreden. Dennoch erscheint mir wichtig, dass die Politik in Bern die Grossbank, nun da es nach der Credit-Suisse-Rettung im Wettbewerb endlich mit den übermächtigen Rivalen aus Übersee aufnehmen kann, ihrer gleichlangen Spiesse nicht gleich wieder beraubt...

Performance-Vergleich für das Swiss Equities Portfolio (Quelle: Julius Bär)

Performance-Vergleich für das Swiss Equities Portfolio (Quelle: Julius Bär)

Quelle: Julius Baer

Interessant erscheint mir, dass Pocinci beim Vergleichsindex für sein Musterportfolio mal eben schnell die Spielregeln änderte. Anstatt am SPI mass er sich mal eben am MSCI Europe Index – womit die langjährige Entwicklung seines «Swiss Equities Portfolio» plötzlich geradezu beeindruckend aussah. Ich stolperte eher zufällig über diese Umstellung. Seit letzter Woche misst sich der Autor nun aber wieder am SPI.

Ich werde die Schweizer Aktienfavoriten der Banken weiterhin im Auge behalten und am kommenden Mittwoch eine Zwischenbilanz bei meinen eigenen Jahresfavoriten ziehen.

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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