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Auch bei uns am Schweizer Aktienmarkt wollen die Kurse nach oben. Mittlerweile trennt den breit gefassten Swiss Performance Index (SPI) weniger als ein Prozent vom bisherigen Rekordhoch von Ende Februar bei 19'310 Punkten. Seit Jahresbeginn errechnet sich allerdings selbst jetzt ein ansehnliches Plus von etwas mehr als fünf Prozent.
Das war vor wenigen Wochen noch ganz anders, als die Eskalation im Nahen Osten den Ölpreisen einen Höhenflug bescherte und die Aktienkurse zum Purzeln brachte. Wer damals die Nerven verlor und seine Aktienbestände oder Teile davon verkaufte, dürfte sich grün und blau ärgern. Auf die Gefahr hin mich zu wiederholen, zeigt sich einmal mehr, dass Panik auch in Börsenangelegenheiten ein denkbar schlechter Ratgeber ist.
Als ich mich im März mit den diesjährigen Aktienfavoriten der Banken für die Schweiz beschäftigte, fiel die Zwischenbilanz grösstenteils ernüchternd aus. Bei Kepler Cheuvreux errechnete sich über die sieben Favoriten hinweg ein Minus von knapp 7 Prozent, bei der Basler Kantonalbank über ihre zehn Favoriten hinweg sogar eines von rund 8 Prozent.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich bei diesen beiden Zahlen sowie bei den nachfolgenden Zahlen um eine eigene rechnerische Annäherung unter Einbezug der Nettodividenden handelt und die Renditezahlen von der effektiven Entwicklung abweichen können.
Die Comet-Aktien tragen nachhaltig zum Erfolg der ZKB-Jahresfavoriten bei (Quelle: www.cash.ch)
Und auch bei der Aktienauswahl der Zürcher Kantonalbank und der Bank Vontobel reichten einige wenige schwache Handelstage aus, um die üppigen Gewinne fast vollständig auszuradieren. Vollumfänglich rehabilitieren konnte sich die Zürcher Kantonalbank. Mittlerweile liegt sie mit ihren zehn Aktienfavoriten – es sind dies ABB, Amrize, Partners Group, Roche, Zurich Insurance, Accelleron, Comet, Dätwyler, Medacta und Siegfried – mit knapp 12 Prozent im Plus, sofern man denn korrekterweise die Nettodividende aufrechnet. Stark entwickelten sich insbesondere die Valoren des Halbleiterausrüsters Comet (+65 Prozent) sowie jene des schweizerisch-schwedischen Industriekonzerns ABB (+41 Prozent).
Nur Kepler Cheuvreux schneidet seit Jahresbeginn noch besser ab. Über die Aktien von Belimo, Dätwyler, Inficon, Logitech, Nestlé, Sika und UBS hinweg errechnet sich ein durchschnittliches Plus von knapp 13 Prozent. Damit rollt der Broker mit Blick auf die enttäuschende Zwischenbilanz vom März das Feld von hinten auf – den Valoren von Halbleiterausrüster Inficon (+65 Prozent) und der Lausanner Logitech (+16 Prozent) sei Dank.
Übrigens schneiden nur die fünf Aktien auf der «Stocks to Avoid List» von Kepler Cheuvreux seit Jahresbeginn noch besser ab. Wer – entgegen der Empfehlung des Brokers - auf die Valoren von Aryzta, Ems Chemie, Swisscom, Swatch Group und Zurich Insurance setzte, verdiente unter Aufrechnung der Nettodividende sogar etwas mehr als 19 Prozent. Gerade die Aktien von Swatch Group (+28,5 Prozent) und Ems Chemie (+30 Prozent) entwickelten sich so gar nicht, wie sich das die zuständigen Analysten mit ihren Verkaufsempfehlungen eigentlich gedacht hatten.
Die Aktien der Ems-Chemie entwickeln sich nicht so, wie es die Strategen von Kepler Cheuvreux gerne hätten (Quelle: www.cash.ch)
Während der Bank Vontobel mit Amrize, Givaudan, Lonza, Nestlé, Partners Group, Richemont, Sandoz, SPS und VAT Group nach den ersten fünf Monaten immerhin eine Punktlandung auf der SPI-Entwicklung gelingt, errechnet sich bei den Jahresfavoriten der Basler Kantonalbank ein leichtes Minus. Die Basler waren ihrerseits mit Amrize, Bachem, BKW, Givaudan, Implenia, Richemont, Siegfried, Straumann, UBS sowie Zurich Insurance ins Rennen gegangen. Wertvolle Rendite kosteten nicht zuletzt die Valoren von BKW (-12 Prozent) und Implenia (-20 Prozent).
Nicht so recht in Fahrt kommen wollen die fünf Aktienfavoriten der Bank Julius Bär. Über die Aktien von Adecco, Alcon, Emmi, Sandoz und Zurich Insurance hinweg errechnet sich seit Jahresbeginn ein Minus von mehr als zwei Prozent. Schwach schneiden dabei insbesondere jene von Adecco (-28 Prozent) und Alcon (-18 Prozent) ab.
Deutlich besser schneidet der ebenfalls für die Zürcher Bank tätige Leiter der technischen Analyse, Mensur Pocinci, mit seinem «Swiss Equities Portfolio» ab. Mit einem Plus von fünf Prozent kann er mit dem SPI seit Januar mehr oder weniger Schritt halten.

Performance-Vergleich für das Swiss Equities Portfolio (Quelle: Julius Bär)
Interessant erscheint mir, dass Pocinci beim Vergleichsindex für sein Musterportfolio mal eben schnell die Spielregeln änderte. Anstatt am SPI mass er sich mal eben am MSCI Europe Index – womit die langjährige Entwicklung seines «Swiss Equities Portfolio» plötzlich geradezu beeindruckend aussah. Ich stolperte eher zufällig über diese Umstellung. Seit letzter Woche misst sich der Autor nun aber wieder am SPI.
Ich werde die Schweizer Aktienfavoriten der Banken weiterhin im Auge behalten und am kommenden Mittwoch eine Zwischenbilanz bei meinen eigenen Jahresfavoriten ziehen.
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