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Börsenschwäche wirft Banken bei ihren Aktienfavoriten für 2026 weit zurück

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Wenige Tage reichten aus, um dem cash Insider die Zwischenbilanz bei seinen Jahresfavoriten zu verhageln. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft. Seine drei «Sorgenkinder» nimmt er nun etwas genauer unter die Lupe.

09.03.2026   12:00
Von cash Insider
Campus von Partners Group in Baar ZG.

Campus von Partners Group in Baar ZG. Viele Banken wähnten die Aktie zu Jahresbeginn noch in der Favoritenrolle.

Quelle: Christof Möri

Der cash Insider berichtet auch im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf X/Twitter aktiv.

+++

Eigentlich wollte ich nach meiner Rückkehr von der Bettmeralp bei den Schweizer Aktienfavoriten für 2026 ja per Ende Februar eine Zwischenbilanz ziehen. Nach den schmerzhaften Kursverlusten der vergangenen Tage würde das allerdings an Augenwischerei grenzen.

Lag meine Titelauswahl am Abend des 27. Februar noch mit 6,2 Prozent im Plus, errechnet sich – Stand letzten Freitag – ein enttäuschendes Minus von 0,5 Prozent. Wie gewonnen, so zerronnen...

Selbst wenn es meinen geschätzten Leserinnen und Lesern kaum Trost spenden dürfte, bin ich mit dem Rückschlag bei meinen Jahresfavoriten in guter Gesellschaft.

Vontobel war Ende Dezember mit ABB, Amrize, Partners Group, Roche, Zurich Insurance, Accelleron, Comet, Dätwyler, Medacta und Siegfried ins Börsenjahr 2026 gestartet. Noch vor gut einer Woche lag die Titelauswahl der Zürcher Bank durchschnittlich mit knapp 10 Prozent im Plus. Letzten Freitag dann war dieses Plus auf weniger als ein Prozent zusammengeschmolzen.

Die Zürcher Kantonalbank ging ihrerseits mit Amrize, Givaudan, Lonza, Nestlé, Partners Group, Richemont, Sandoz, Sika, SPS und VAT Group ins Rennen. Notierten diese Aktien Ende Februar durchschnittlich um 7,2 Prozent über dem Stand von Anfang Jahr, waren es am vergangenen Freitag nur noch 0,3 Prozent.

Bilanz der Aktienfavoriten der letzten Jahre

Jahr Aktienfavoriten** SPI
2013 +40,1 Prozent +23,9 Prozent
2014 +11,4 Prozent +15,2 Prozent
2015 +  4,1 Prozent +  2,4 Prozent
2016 -   3,7 Prozent -   1,7 Prozent
2017 +23,6 Prozent +20,1 Prozent
2018 - 19,1 Prozent -   8,8 Prozent
2019 +25,4 Prozent +30,6 Prozent
2020 +  9,8 Prozent +  3,1 Prozent
2021 +10,0 Prozent +23,4 Prozent
2022 - 17,2 Prozent - 16,5 Prozent
2023 +  3,9 Prozent +  6,0 Prozent
2024 +  7,6 Prozent +  7,6 Prozent
2025 +22,8 Prozent +17,8 Prozent
2026* -   0,5 Prozent -   0,7 Prozent

* Schlusskurse vom 6. März 2026
** Entwicklung vor anfallenden Kosten und unter Wiederanlage der Nettodividende

Bei Kepler Cheuvreux versuchte man sich hingegen an Belimo, Dätwyler, Inficon, Logitech, Nestlé, Sika und der UBS. Diese Aktienauswahl notierte vor gut einer Woche nur unwesentlich über dem Stand von Anfang Januar. Mittlerweile errechnet sich sogar ein deutliches Minus von knapp 7 Prozent.

Lagen die Jahresfavoriten der Basler Kantonalbank – es sind dies Amrize, Bachem, BKW, Givaudan, Implenia, Richemont, Siegfried, Straumann, UBS und Zurich Insurance – mit Stand von Ende Februar mit 1,7 Prozent im Minus, wuchs dieses Minus bis zum vergangenen Freitag auf rund 8 Prozent an.

Dem Ganzen steht – Stand Freitagabend, gerechnet seit Jahresbeginn - ein um 0,7 Prozent tieferer Swiss Performance Index (SPI) gegenüber.

Um auf meine Jahresfavoriten zurückzukommen, kosteten mich insbesondere die Aktien der Partners Group (-16,6 Prozent) Rendite. Bei den Unternehmen aus dem Swiss Market Index (SMI) schneiden nur jene der UBS noch schlechter ab. Doch auch die Valoren des Bauchemieherstellers Sika (-13 Prozent) und des Automationsspezialisten Belimo (-12 Prozent) haben prozentual zweistellige Kursverluste zu beklagen.

Bei der Partners Group gelten die Vorbehalte auch weiterhin der Kurszäsur bei den Firmenbeteiligungen aus der Softwareindustrie sowie den Turbulenzen im Bereich der Kreditvergabe an Privatpersonen. Kurz vor meiner Abreise ins schöne Wallis berichtete ich gleich von mehreren Durchhalteparolen, was die Aktien des Risikokapitalspezialisten anbetrifft.

Aufschlussreich erscheint mir insbesondere jene aus der Feder des für die Zürcher Kantonalbank tätigen Analysten Daniel Regli. Er glaubt, dass die Partners-Group-Aktien in den letzten Wochen ungerechtfertigterweise für die Probleme anderer Anbieter in Sippenhaft genommen wurden, da das Unternehmen bei Beteiligungen an Softwarefirmen und bei privaten Krediten deutlich weniger Kundenvermögen im Feuer stehen hat. Seines Erachtens scheinen die Anleger nicht wirklich zwischen den einzelnen Risikokapitalspezialisten zu differenzieren. Der Analyst sieht die Partners Group möglicherweise sogar von den Problemen anderer Anbieter profitieren und hält den Kursrückgang für übertrieben. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Regli die Valoren schon eine ganze Weile mit «Übergewichten» und einem rechnerischen fairen Wert von 1300 Franken anpreist.

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, ist es vermutlich mehr als bloss ein Sturm im Wasserglas, der sich da in Sachen Risikokapitalanlagen für sämtliche Beteiligten zusammenbraut. Ich bleibe jedenfalls am Thema dran und erhoffe mir morgen Dienstag wertvolle Anhaltspunkte. Dann nämlich wartet die Partners Group mit dem Zahlenkranz fürs vergangene Jahr auf – in der Hoffnung, dass Firmenchef David Layton am anschliessenden Investorenanlass aus dem Nähkästchen plaudert und die Gemüter zu beruhigen weiss.

Zusammensetzung der Aktienfavoriten für 2026 per 6. März

Titel Anzahl Stand Ende 2025 Stand aktuell akt. Wert* G/V
Barmittel                   5'548  
Amrize N       305       43,57       45,29           13'813 +  3,9 Prozent
Lonza N         30     537,80     504,20           15'126 -   6,2 Prozent
Nestlé N       203       78,74       80,24           16'289 +  1,9 Prozent
Partners Group N         14     982,40     819,80           11'477 - 16,6 Prozent
Sandoz N       230       57,84       63,48           14'600 +  9,8 Prozent
SGS N       146       90,86       93,10           13'593 +  2,5 Prozent
Sika N         49     162,60     141,75             6'946 - 12,8 Prozent
Belimo N           9     781,00     689,00             6'201 - 11,8 Prozent
Dätwyler I         41     163,00     154,40             6'330  -  5,3 Prozent
Julius Bär N       107       62,40       62,92             6'732 +  0,8 Prozent
R&S Group N       420       15,82       22,45             9'429 +41,9 Prozent
Skan N       126       52,80       49,40             6'224 -   6,4 Prozent
           
Total               132'309 -   0,5 Prozent

* Schlusskurse vom 6. März 2026

Belimo hingegen wurde an der Börse für die überraschend vorsichtigen Margenvorgaben fürs laufende Jahr mit Kursverlusten abgestraft. Das Unternehmen selber geht von einer operativen Gewinnmarge (EBIT) von «voraussichtlich über 20 Prozent» aus. In Analystenkreisen gelten diese Vorgaben als «konservativ». Das heisst in etwa so viel, wie dass Belimo hier absichtlich tiefstapelt.

Ausserdem bewegen sich die Bauaktivitäten in Europa vermehrt wieder in die vom Automationsspezialisten gewünschte Richtung, wie UBS-Chefanalyst Sebastian Vogel erst kürzlich berichtete. Mit seinem «Sell» lautenden Anlageurteil und einem Zwölf-Monats-Kursziel von gerade einmal 500 Franken stemmt er sich gegen ein Gros seiner Berufskollegen bei den anderen Banken.

Mir erscheint die Angst vor einer deutlichen Verlangsamung beim Bau neuer Rechenzentren übertrieben. Dasselbe gilt folglich auch für das Kursdebakel der letzten Wochen. Belimo bleibt somit ein fester Bestandteil meiner Jahresfavoriten.

Mein drittes und letztes «Sorgenkind» ist und bleibt Sika. Mit Blick aufs vergangene Jahr schlug sich der Bauchemiehersteller zwar wacker. Allerdings zeichnet sich in Sachen Wachstum ein weiteres Übergangsjahr ab. Es ist fast, als ob das einstige Vorzeigeunternehmen in seiner Paradedisziplin aus der Übung gekommen ist. Firmenchef Thomas Hasler ist jedenfalls gefordert, könnte ich mir doch gut vorstellen, dass nicht eben wenige Aktionärinnen und Aktionäre frustriert sind.

Dass ausgerechnet die Flaute in China für dicke Bremsspuren sorgt, ist aus Unternehmenssicht besonders bitter, rückt dies die milliardenschwere Übernahme der französischen Parex doch in kein allzu gutes Licht. Und auch von der Euphorie rund um den Kauf des einstigen Bauchemiegeschäfts des deutschen Chemiegiganten BASF ist nicht mehr viel geblieben. Stummer Zeuge bleibt einzig der Goodwill hierfür in der Bilanz Sikas.

In Analystenkreisen muss neuerdings der Bewertungsabschlag gegenüber dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre als Kaufargument hierhalten. In diesem Zusammenhang sei jedoch erwähnt, dass Sika einst nur deshalb so hoch bewertet wurde, weil die wachstumsstarken Jahre an der Börse linear in die Zukunft extrapoliert wurden. Ab einem gewissen Punkt konnte das Unternehmen diesen Erwartungen schlichtweg nicht mehr gerecht werden – und so strauchelte man letztendlich über den eigenen Erfolg.

Ich erhoffe mir in den kommenden Tagen wichtige Anhaltspunkte darauf, ob die Aktienkursentwicklung die Talsohle wirklich schon erreicht hat. Harren wir doch der Dinge...

An dieser Stelle möchte ich noch kurz ein paar Worte zu Lonza verlieren. Seit Freitag ist bekannt, dass der Pharmazulieferer sein Kapselgeschäft für bis zu 3 Milliarden Franken an den Finanzinvestor Lone Star verkaufen wird. Das liegt unter den in Analystenkreisen erhofften bis zu 3,5 Milliarden Franken und weit unter dem seinerzeitigen Kaufpreis der amerikanischen Capsugel von 5,3 Milliarden Franken. Folglich sind die Basler gezwungen, Goodwill in Höhe von 1,3 Milliarden Franken aus den Büchern zu kippen.

Etwas enttäuschend erscheint mir auch, dass im ersten Moment «bloss» 1,7 Milliarden Franken fliessen. Lonza bleibt für eine Zeit von fünf bis sieben Jahren am Kapselgeschäft beteiligt und wird damit so etwas wie Junior-Partner von Lone Star. Je nachdem, wie sich die ehemalige Capsugel in dieser Zeit entwickelt, kann das aus Sicht der Aktionäre aber auch Chancen bieten.

Allen Unkenrufen zum Trotz fliessen bei Lonza nun doch 500 Millionen Franken in ein Aktienrückkaufprogramm. Alles-in-allem erweist sich der Verkauf des Kapselgeschäfts nicht als der erhoffte Kurstreiber für die Aktien des Pharmazulieferers. Bleibt zu hoffen, dass Firmenchef Wolfgang Wienand im Laufe dieses Jahres wenigstens mit dem Tagesgeschäft punkten kann.

Schauen Sie sich doch auch das Tracker Zertifikat auf die Schweizer Aktienfavoriten des cash Insider an. Mit diesem setzen Sie einfach und bequem auf die von ihm favorisierten Aktien. Die Nettodividenden werden dabei jeweils zeitnah reinvestiert.
 

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.
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