Die Erwartung einer in Zukunft möglicherweise nicht mehr ganz so restriktiven US-Notenbank Fed hatte die US-Börsen am Vorabend beflügelt. "Insgesamt haben sich die finanziellen Bedingungen entspannt, was darauf schliessen lässt, dass die Straffung der Geldpolitik (in den USA) geringer ausfallen wird als befürchtet", schrieb David Page, Chefökonom bei Axa Investment Managers.

Der französische Cac 40 legte um 1,30 Prozent auf 6339,21 Punkte. Der Londoner FTSE 100 blieb mit einem Minus von 0,04 Prozent auf 7345,25 Punkte deutlich zurück. Hier belasteten schwache Finanztitel wie Barclays , Standard Chartered und Lloyds Banking .

Bei den Quartalsberichten der Unternehmen gab es Licht und Schatten. Aktien des Brauereikonzerns AB Inbev verloren nach den jüngsten Zahlen gut vier Prozent. Analysten bemängelten den geringer als erwarteten Gewinn je Aktie. Das drückte den Sektor der Nahrungsmittelproduzenten auf einen der hinteren Ränge. Noch schwächer waren die Telekomwerte. Hier fielen Orange mit einem Abschlag von 2,3 Prozent auf. Die Experten der US-Bank Jefferies bemängelten die Profitabilität des Mobilfunkkonzerns.

Doch es überwogen die positiven Überraschungen. Vor allem französische Unternehmen erwarben sich Meriten. So kletterten Schneider Electric um 6,5 Prozent. Trotz weltweiter Lieferkettenprobleme will der Elektrokonzern in diesem Jahr noch mehr Wachstum erzielen. Das erste Halbjahr schloss Schneider Electric zudem besser ab als Analysten erwartet hatten.

Auch beim Luxusgüterkonzern Kering laufen die Geschäfte rund. Im ersten Halbjahr steigerte das Unternehmen Umsatz und Gewinn deutlich. Kering-Aktien gewannen 5,3 Prozent.

Ein Plus von 3,7 Prozent verzeichnete STMicroelectronics . Dem Halbleiterhersteller kommt weiterhin die globale Chipknappheit zugute. Für das Gesamtjahr ist Konzernchef Jean-Marc Chery optimistisch gestimmt und kalkuliert nun mit mehr Umsatz.

Aktien von Barclays büssten fast fünf Prozent ein. Ein teurer Fehler bei der Ausgabe von Anleihen lässt bei der britischen Bank die Kosten aus dem Ruder laufen. Wegen der Zusatzbelastung und der Stärke des US-Dollars dürften die Betriebskosten in diesem Jahr von 15 Milliarden auf 16,7 Milliarden britische Pfund (19,9 Mrd Euro) steigen./bek/he

(AWP)