Nach einem Rekordjahr 2025 hat sich die starke Nachfrage nach dieser Form der Geldbeschaffung auch im laufenden Jahr fortgesetzt. Dabei leihen sich zunehmend grosse US-Technologiekonzerne Geld in Schweizer Franken, wie aus dem am Montag veröffentlichten «Swiss Rating Guide 2026» der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hervorgeht.
Im vergangenen Jahr wurden an der Schweizer Börse SIX insgesamt 558 neue Anleihen im Umfang von rund 124 Milliarden Franken ausgegeben. Das waren 18 Prozent mehr Anleihen als im Vorjahr. Das aufgenommene Kapital stieg um 15 Prozent. Beide Werte erreichten damit neue Höchststände. Auch 2026 hält der Boom bisher an.
Neben Schweizer Banken und Pfandbriefinstituten, die vor allem Hypotheken finanzieren, nutzen zunehmend ausländische Unternehmen den Schweizer Kapitalmarkt. So beschafften sich die US-Technologiekonzerne Amazon und Alphabet erstmals Geld über Franken-Anleihen. Amazon nahm damit 2,8 Milliarden Franken auf, die Google-Mutter Alphabet sogar 3 Milliarden Franken.
«Der hohe Finanzierungsbedarf für Investitionen in KI-Infrastruktur machte den CHF-Anleihenmarkt zu einer wichtigen Finanzierungsplattform für US-Tech-Konzerne», wird ZKB-Credit-Research-Chef Adrian Knoblauch in der Mitteilung zitiert.
Anleger verlangen geringere Risikoprämien
Auch die Nachfrage der Investoren wie Pensionskassen nach neuen Anleihen blieb laut ZKB hoch. Dies führte dazu, dass sich Unternehmen und andere Schuldner mit guter Kreditwürdigkeit zu vergleichsweise günstigen Bedingungen Geld beschaffen konnten.
Die sogenannten Risikoprämien, also die zusätzlichen Zinsen, die Anleger als Entschädigung für das Ausfallrisiko verlangen, gingen in mehreren Bereichen leicht zurück. Besonders deutlich war dies bei Energieversorgern der Fall.
Die allgemeinen Zinsen schwankten dagegen stärker. So bewegte sich die Rendite zehnjähriger Schweizer Bundesanleihen zwischen Juni 2025 und September 2026 zwischen 0,10 und 0,65 Prozent.
Mehr Schuldner erhalten bessere Noten
Positiv entwickelte sich auch die Kreditwürdigkeit der Schweizer Anleihenschuldner. Von den 165 untersuchten inländischen Herausgebern von Anleihen erhielten bei der ZKB in den vergangenen 15 Monaten zwölf eine bessere Bonitätsnote. Dazu gehörten der Baukonzern Implenia, die Grossbank UBS und auch der Kanton Genf.
Nur drei Schuldner wurden schlechter bewertet: die Berner Kantonalbank, der Industriekonzern Rieter und die Bankengruppe Clientis. Als Gründe nennt die ZKB eine schwächere Geschäftsentwicklung oder strukturelle Veränderungen.
(AWP)

