Börsen-Talk: «Der SMI hat noch viel Potenzial»

Im cash-Börsen-Talk sagt Assenagon-Chefökonom Martin Hüfner, wieso Anleger jetzt vor allem auf den Schweizer Aktienmarkt setzen sollten. Und er nennt seine bevorzugten Anlagesektoren.
09.08.2013 01:00
Von Frédéric Papp
Martin Hüfner, Chefökonom von Assenagon Asset Management, via Skype im cash-Börsen-Talk
Bild: cash

Der Swiss Market Index kann nach Ansicht von Martin Hüfner in den kommenden zwölf Monaten um 15 Prozent steigen. "Hier liegt also noch eine ganze Menge drin", sagt der Chefökonom von Assenagon Asset Management im cash-Börsen-Talk. Hüfner begründet diese optimistische Prognose mit den sehr guten Schweizer Unternehmen wie Nestlé oder Roche, die auch international bei den Anlegern sehr gefragt sind.

Gleichzeitig stünden die Chancen gut, dass sich der Schweizer Franken eher abwerten werde. Und dies wird die Ertragssituation verbessern, so Hüfner. Zu einer zeitlichen Prognose wollte er sich nicht äussern. Allerdings glaubt er, dass in der zweiten Jahreshälfte aufgrund der Probleme in der Eurozone der Franken vorerst nochmals stärker wird, bevor eine Abwertung eintreten werde.

Finanzsektor wird positiv überraschen

Positiv überraschen wird nach Ansicht von Hüfner vor allem der Finanzsektor. Das Aufholpotenzial im Vergleich zu den einstigen Aktienkursen sei enorm. Hinzu komme, dass die Banken ihre Bilanzen bereinigen würden. Allerdings müssten Anleger, die in diesen Sektor einsteigen wollen, Kursschwankungen aushalten können, so Hüfner.

Hüfner empfiehlt Anlegern aber nicht nur in Assetklassen zu denken, sondern auch ein Augenmerk auf die Regionen zu legen. Anleger sollten sich, so Hüfner, in den kommenden ein- bis eineinhalb Jahren auf die Industrieländer konzentrieren und die Schwellenländer aussen vor lassen.

Vorsicht bei Dow Jones und Dax

Vorerst sei aber vor allem an den europäischen und amerikanischen Aktienmärkten Vorsicht geboten. Seit einigen Tagen ist die Aufwärtsbewegung beim Dax, Dow Jones & Co. ins Stocken geraten. "Die Börse stossen an die Decke", sagt Hüfner. Dies habe im Falle des deutschen Aktienindex und der amerikanischen Börse zum einen technische Gründe. Aber auch fundamental gäbe es einige Probleme, vor allem in Europa.

In der Tat wächst der Konjunkturpessimismus bei europäischen Finanzexperten. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) senkten 51 Ökonomen ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im Euroraum in diesem Jahr um weitere 0,2 Prozentpunkte auf minus 0,6 Prozent. Auch für die kommenden beiden Jahre korrigierten die Experten ihre Vorhersage leicht nach unten.

Für die USA sehen die Prognosen besser aus. Der Assenagon-Chefökonom erwartet in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von knapp 2 Prozent und für das kommende Jahr auf 2,5 Prozent. "2014 könnte der US-Markt nochmals Luft holen", so Hüfner.
 

Im cash-Börsen-Talk sagt Hüfner zudem, weshalb im US-Immobilienmarkt und im japanischen Aktienmarkt noch ganz viel Musik steckt.  Weiter äussert er sich über die Strategie der amerikanischen Notenbank hinsichtlich des weiteren Verlaufs der expansiven Geldpolitik und wie sich eine mögliche Reduktion der Geldmenge im kommenden Herbst auswirken wird.