Am Donnerstagabend hatten die Aktien des Privatmarktspezialisten Partners Group bei 722,40 Franken den höchsten Schlussstand seit Anfang Juni erreicht. Zugleich waren sie den fünften Handelstag in Folge gestiegen. Konkreter: Der Aufstieg begann am Donnerstag vor einer Woche bei 671,60 Franken und führte die Titel um 7,6 Prozent auf den Schlussstand von gestern Abend.
Freilich sind aktuellen 722,40 Franken noch immer klar weniger als das Rekordhoch bei 1667 Franken vom Herbst 2021. Zugleich steht die Aktie nicht mehr ganz so tief wie nach dem rapiden Preisverfall vom Juni, der durch eine Rücknahmebegrenzung bei einem Evergreen-Fonds ausgelöst worden war und die Valoren auf bis zu 647 Franken hinunterdrückte.
Für den Aufstieg der zurückliegenden Tage gibt es mehrere Gründe. Zunächst hat sich der Strom von Negativnachrichten zurückgebildet, sodass sich die Lage spürbar beruhigt und die Stimmung der Investoren etwas aufgehellt hat. Jüngste Meldungen betreffen etwa die Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions, einem Anbieter von Stromversorgungslösungen für Rechenzentren.
Weiter wird die Marktpsychologie zurzeit eine Rolle spielen: Nach einem massiven Kursrückgang waren die Erwartungen an die Partners Group stark gesunken. «Bereits leicht bessere Nachrichten oder das Ausbleiben weiterer negativer Überraschungen können in einer solchen Situation eine überproportionale Kursreaktion auslösen», schreibt Serge Nussbaumer, Kapitalmarktexperte bei Maverix Securities, in seiner Einschätzung vom Donnerstag.
Eine technische Gegenbewegung nach dem starken Ausverkauf, eine Entspannung der zuvor sehr negativen Marktstimmung sowie die Einschätzung vieler Investoren, dass ein erheblicher Teil der bekannten Risiken bereits im Aktienkurs reflektiert ist, können dem Maverix-Experten zufolge die jüngsten Avancen der Partners-Group-Aktie zusammenfassend erklären.
Dem Vernehmen nach sollen auch Deckungskäufe von Leerverkäufern stattgefunden haben. Dies ist angesichts des stark gefallenen Aktienkurses plausibel und kann zum Preisanstieg der Valoren beigetragen haben. Nussbaumer zufolge ist hier allerdings Vorsicht beim Schlüsseziehen geboten, da belastbare Daten, die einen umfangreichen Abbau dieser Short-Positionen belegen, nicht verfügbar sind. Jedenfalls wird es für eine nachhaltige Kursentwicklung Käufer mit einem langfristigen Anlagehorizont brauchen, nicht bloss den Rückzug von Leerverkäufern.
Ob aus dem Vorrücken der Aktie über die vergangenen Tage hinweg ein längerfristiger Trend wird, muss sich nun also erst noch zeigen. Entscheidend wird sein, «ob Partners Group das Vertrauen des Marktes in ihr Geschäftsmodell, ihre Mittelzuflüsse und ihre Bewertungspraxis zurückgewinnen kann», so Nussbaumer.
Eine Tendenz ist aus den von der Nachrichtenagentur AWP erfassten Analystenprognosen ablesbar. Acht Experten stufen Partners Group mit «Kaufen» ein, sechs sind für «Halten»; keiner ist für «Verkaufen». Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 899 Franken. Davon geht ein 24,5-prozentiges Gewinnpotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag aus.
Abgelesen daran haben Anleger die Aussicht auf weiterhin steigende Notierungen der Partners-Group-Aktie - auch wenn diese vorerst kaum an den Rekordstand des Titels herankommen werden. Beim Investieren ist insofern Umsicht angezeigt, als dass die Diskussionen um das Unternehmen aus Baar und den Privatmarkt als solchen wohl nicht beendet sind. Zudem wird es nach den Ereignissen der jüngeren Vergangenheit Zeit brauchen, bis sich das Anlegervertrauen auf breiter Front wieder eingestellt hat.

