Am Freitagvormittag steigen die Aktien von EMS Chemie um 0,35 Prozent auf 707 Franken. Sie knüpfen damit an die Performance der jüngsten Vergangenheit an: An den letzten sechs Börsentagen legten die Titel des von CEO Magdalena Martullo-Blocher geleiteten Unternehmens stetig zu. In dieser Phase kletterte die Aktie um 7,7 Prozent auf den momentan höchsten Stand seit Anfang Oktober 2024 - ein 20-Monate-Hoch.
Vor den Avancen der vergangenen Tage bewegten sich die EMS-Valoren mehr oder weniger seitwärts, nachdem sie im April innert weniger Tage rund 8 Prozent gut gemacht hatten. Dies war die Reaktion auf den Erstquartalsbericht, in dem lediglich Umsatzzahlen veröffentlicht wurden.
Kursentwicklung von Ems Chemie.
Die Verkäufe lagen etwas unter dem Konsens, was zunächst enttäuschte. Doch ein genaueres Hinsehen zeigte, dass EMS durchaus gut unterwegs ist: «Obwohl im Erstquartalsbericht üblicherweise nur Umsätze bekanntgegeben werden, wies Ems darauf hin, dass der EBIT im ersten Quartal 2026 über Vorjahr lag», schrieb Walter Bamert, Analyst der Zürcher Kantonalbank.
Damit befinde sich das Unternehmen trotz zahlreicher Herausforderungen auf Zielkurs, die unverändert bestätigte Jahresguidance zu erreichen. Bamert gelangte zum Fazit: «EMS hat sich letztes Jahr in einem schwierigen Markt gut gehalten und dürfte sich 2026 positiv entwickeln, auch wenn die Erholung des Automobilmarktes ausbleiben sollte.»
Kostenkontrolle und Innovationskraft
Händlern gefällt bei EMS zudem die Kostenkontrolle und die Innovationskraft. So ist der Konzern nicht mehr nur ein Automobilzulieferer, sondern breiter aufgestellt. Zu den neueren Produkten zählen etwa diese: eine Feder für die Fett-weg-Spritze von Ypsomed, eine Pipettiereinheit für die Pharmaindustrie, ein Thermostatgehäuse für den chinesischen Autobauer BYD, eine Sensorenumklammerung für den US-Automobilkonzern GM sowie ein Ansaugrohr für Audi (mehr dazu hier).
Insofern werden die Fortschritte der Aktie nicht überraschen. Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angezeigt. Denn der momentane Kurs - 707,00 Franken - liegt deutlich über dem durchschnittlichen Kursziel von 653,75 Franken der von AWP erfassten Analysten. Demnach werden die EMS-Valoren in den kommenden zwölf Monaten um 7,5 Prozent sinken.
Es sei denn, die Experten gehen über die Bücher und ziehen die Kursziele nach oben. Anlass dazu könnte der Halbjahresbericht sein, der am 10. Juli vorgestellt werden soll.

