Anleger wenden sich von dem französischen Luxuskonzern LVMH ab, nachdem dieser nicht die erhofften Signale für eine breite Erholung der Nachfrage geliefert hat. Die Aktien geben in Paris 2,6 Prozent nach. Zunächst hatten sie noch mit einem Kursplus von bis zu drei Prozent auf die am Vorabend vorgelegten Quartalszahlen reagiert.
Im Fokus stand dabei die wichtigste LVMH-Sparte Mode und Lederwaren mit Marken wie Louis Vuitton und Dior, die im vergangenen Quartal mit einem Umsatzplus von einem Prozent die Erwartungen verfehlt hat. Der Konflikt im Nahen Osten hielt wohlhabende Kunden offenbar vom Einkaufen ab, kommentierte ein Händler. Die Deutsche Bank verwies vor allem auf die anhaltende Schwäche in China. Dort habe sich die Nachfrage im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal weder bei lokalen Kunden noch bei Touristen verbessert. «Auch die Aussage des Managements, dass die chinesische Nachfrage zunehmend von einzelnen Ereignissen beeinflusst werde, dürfte Anlegern kaum greifbare Hinweise auf eine nachhaltige Erholung liefern.»
Die LVMH-Aktie notierte nahe ihres Sechs-Jahres-Tiefs und hat in diesem Jahr rund 30 Prozent an Wert verloren. Die Aktien des Rivalen Kering grenzten ihre Gewinne am Dienstag auf 1,5 Prozent ein und haben in diesem Jahr rund 17 Prozent eingebüsst. Hermes-Aktien gaben anfängliche Gewinne im Handelsverlauf wieder ab. Auf Jahressicht verlor der Konzern 21 Prozent.
Zu den stärksten Werten in der Branche gehörten die Spirituosenhersteller Pernod Ricard und Diageo mit einem Plus von gut zwei und mehr als drei Prozent. Die Wein- und Spirituosensparte von LVMH mit der Champagnermarke Moët & Chandon und Cognac-Hersteller Hennessy hatte ein organisches Wachstum von fünf Prozent erzielt. Der am schnellsten wachsende Bereich war bei LVMH das Uhren- und Schmuck-Geschäft mit einem Zuwachs von elf Prozent.
(Reuters)

