Mit Rieter (+11,8 Prozent), Comet (+9,8 Prozent), Kardex (+9,1 Prozent) und Bachem (+9,0 Prozent) finden sich vier Titel auf den vorderen Plätzen im Swiss Performance Index (SPI), die auf wenig erfreuliche Börsenmonate zurückblicken. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass sich einzelne Aktien in einem schwachen Gesamtmarkt - der SPI - verliert auf Wochenfrist 1,6 Prozent - gut entwickeln können. 

Auf vier Wochen ist bei Bachem die Kursentwicklung mit einem Minus von 7,6 Prozent weiter negativ, nachdem der Kurssprung am Donnerstag von 5,5 Prozent aufgrund der Publikation des Geschäftsberichts 2025 ausgelöst worden war. Das Biochemieunternehmen steigerte den Umsatz und Gewinn deutlich. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2026 entspreche den Erwartungen, sei aber vorsichtiger als frühere Prognosen, so die Vontobel-Expertin Sybille Bischofberger - auch da die Währungen seit einigen Jahren stark belasten.

Bachem durchlaufe eine Transformation in einen deutlich grösseren Peptidhersteller. Bischofberger von Vontobel begrüsst dies, denn das Unternehmen scheine gut aufgestellt, um von früheren Investitionen zu profitieren. Vontobel bewertet die Aktie mit «Hold» bei einem Kursziel von 62 Franken. 

Bei Comet ging es nach den am 6. März publizierten Jahreszahlen gleich um 20 Prozent in den Keller, nachdem der Halbleiterzulieferer aus Flamatt beim Umsatz- und Gewinnwachstum enttäuschte. Folglich wurde die Dividende zusammengestrichen, was am Markt gar nicht gut ankam. Die Analysten zeigten sich indessen wenig beeindruckt. Die Experten der UBS senkten zwar das Kursziel auf 300 von 316 Franken, hielten aber an den Kaufempfehlungen fest.

Angesichts der Fortschritte auf der Vermarktungsseite erhöhe er seine kurzfristigen organischen Wachstumsannahmen leicht, schrieb der UBS-Analyst Sebastian Vogel in einer Kundennotiz. Er rechne nach wie vor mit einem starken organischen Umsatzwachstum, unterstützt durch eine erwartete Erholung bei den Maschinen zur Herstellung von Halbleiterwafern.

Für Kardex ging es am Donnerstag um 8,4 Prozent nach oben, nachdem der Lagerlogistik-Spezialist aus Zürich die Finanzziele für 2026 bestätigte. Die französische Research-Boutique Kepler Cheuvreux ist vom Unternehmen seit neun Monaten angetan und preist den Titel mit einem Kursziel von 350 Franken zum Kauf an.

Die Kardex-Titel sind auch für den Analysten Tobias Fahrenholz von Oddo BHF seit Dezember 2025 ein Kauf. Der Intralogistik-Spezialist profitiere von der weltweit steigenden Automatisierungsnachfrage. Kundenaktivitäten zeigten eine leichte Belebung im E-Commerce- und Projektgeschäft, unterstützt durch kurze Amortisationszeiten von zwölf bis 36 Monaten. Der Oddo-Experte bevorzugt Kardex gegenüber Interroll, da er breitere Wachstumsmöglichkeiten und ein unterschätztes Qualitätsprofil sehe. Für Kardex erwartet er über drei Jahre ein jährliches organisches Umsatzwachstum von 10,5 Prozent.

Im Vorfeld des Vollzugs der Barmag-Transaktion gingen die Rieter-Aktien seit Anfang Jahr bis am 10. Februar um fast 30 Prozent in die Höhe, ehe der Titel bis zum 5. März wieder auf ein neues Allzeittief von 2,95 Franken zurückfiel. Die jüngste Kursrallye dürfte denn bis zu einem gewissen Grad auf Eindeckungen von Leerverkäufern zurückzuführen sein, wie ein Börsenhändler meinte. 

Die Bewertung von Rieter schwanke über den Zyklus hinweg stark, meint Walter Bamert, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB), auf Anfrage von cash.ch. «Der indikative faire Wert pro Aktie liegt bei 3,56 Franken. Für höhere Aktienkurse wäre unseres Erachtens zyklischer Rückenwind erforderlich.» Derzeit sei dieser nur flau spürbar, wie die Zahlen und der Bericht von Barmag am 26. Februar aufzeigten. Zusätzliche Aufträge mit Kundenanzahlungen wären gemäss dem ZKB-Experten Bamert nötig, um das Schuldenniveau nachhaltig zu senken. Die ZKB stuft den Titel mit «Marktgewichten» ein.

Thomas Daniel Marti
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