Am heutigen Donnerstag legt Apple nach Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vor. Laut Bloomberg-Konsens rechnen Analysten mit einem Umsatz von 109,7 Milliarden Dollar. Das ist ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie soll auf 1,96 von 1,65 Dollar steigen.
Treiber sind neben dem stabilen iPhone-Geschäft primär die Services sowie Produkterneuerungen. So hat Apple im abgelaufenen Quartal das iPhone 17e, das M5-MacBook-Air sowie MacBook-Pro-Modelle mit M5 Pro und M5 Max lanciert. Positive Wechselkurseffekte dürften zusätzlich geholfen haben.
Allzeithoch zum Greifen nah
Die Aktie schloss am Mittwoch bei 270,17 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt sie 0,62 Prozent im Minus, während der Nasdaq im gleichen Zeitraum 7,7 Prozent zulegte – womit Apple derzeit in der hinteren Hälfte des Index liegt. Das Allzeithoch von Ende 2025 bei 286 Dollar ist dennoch nur rund 6 Prozent entfernt vom aktuellen Kurs.
Vermag Apple mit den Zahlen zu überzeugen, ist ein neues Allzeithoch in Reichweite – und das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel der Analysten von 301,86 Dollar liegt sogar nochmals gut 5 Prozent darüber.
40 von 58 Analysten empfehlen die Apple-Aktie zum Kauf, nur zwei raten zum Verkauf. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 34, welches deutlich über dem Sektordurchschnitt von etwa 23 liegt, zahlen Anleger aber bereits einen Aufpreis für künftiges Wachstum.
Was die Investmentbanken sagen
Die Investmentbanken sind dabei mehrheitlich optimistischer als der Konsens. Goldman Sachs (GS) prognostiziert einen Gewinn je Aktie von 2,00 Dollar, der über der Wall-Street-Konsensschätzung von 1,93 Dollar liegt. GS sieht die aktuelle Kursschwäche als nicht gerechtfertigt. Morgan Stanley erwartet Umsatz und Gewinn je Aktie jeweils ein bis zwei Prozent über dem Konsens, nennt 112,7 Milliarden Dollar als Umsatzziel und hält an der Einstufung «Übergewichten» mit einem Kursziel von 315 Dollar fest. Und die Bank of America bezeichnet Apple als Premium-Wert in einem schwierigen Marktumfeld und sieht im M5-Chip einen wichtigen Schritt für lokale KI-Berechnungen, der die Abhängigkeit von teurer Cloud-Infrastruktur mittelfristig senken könnte.
Parallel zu den Zahlen steht der vergangene Woche angekündigte Führungswechsel im Fokus. Tim Cook tritt zum 1. September als CEO zurück, Nachfolger wird der jetzige Hardware-Chef John Ternus. Morgan Stanley erwartet, dass Apples Kernstrategie unter Ternus weitgehend unverändert bleibt und sich die Prioritäten eher evolutionär als grundlegend verändern werden. An der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen, die üblicherweise um 23 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit beginnt, dürften Analysten dennoch detaillierte Fragen zur Übergabe und zu künftigen Investitionen stellen.
Hinzu kommt: Apple wirkt im KI-Vergleich zur Konkurrenz noch zurückhaltend. Die überarbeitete Siri wird erst zur Entwicklerkonferenz WWDC 2026 im Juni erwartet, die Vereinbarung mit Google rund um Gemini für KI-Funktionen auf dem iPhone ist noch wenig konkret. Analysten dürften an der Telefonkonferenz klare Pläne einfordern. Hohe Wachstumserwartungen sind im Kurs bereits eingepreist.
Die Rechnung dürfte für Investoren also nur aufgehen, wenn Apple die hohen KI-Erwartungen erfüllt.

