Manager der operativen Geschäftsleitung von Partners Group haben im März Aktien im Wert von total über 7 Millionen Franken des in Baar ZG ansässigen Privatmarktspezialisten gekauft. Dies geht aus den bei der Börsenaufsicht SIX Exchange Regulation (SER) eingetroffenen Meldungen hervor.
Konkret handelt es sich um vier Aktienpakete, die zwischen einer und drei Millionen Franken schwer gewesen sind. Sie wechselten den Besitzer in einer seit Januar anhaltenden Phase sinkender Notierungen der Partners-Group-Valoren: Mitte Januar bezahlte man nahezu 1100 Franken je Partners-Group-Titel, momentan werden sie zu unter 800 Franken gehandelt. Wie also kann man die Transaktionen einordnen?
Zwar lässt sich das genaue Motiv der Käufe nicht nachvollziehen - das Management und das Unternehmen müssen der SER keine Angaben über die Gründe des Erwerbs machen. Doch wenn Management-Käufe ein Signal der Zuversicht aussenden können, dann hier und zwar aus mehreren Gründen: Die Aktien des Privatmarktspezialisten stehen so tief wie seit Herbst 2022 nicht mehr.
Zugleich liegt der Kurszielkonsens von Analysten bei rund 1240 Franken. Gemessen daran ist das jetzige Tief auch Ausgangspunkt für einen zirka 55-prozentigen mittelfristigen Kursgewinn.
In den letzten Wochen sorgten sich die Investoren vor den unklaren Folgen der KI-Entwicklung für private Kreditunternehmer. Daher kam es bei Aktien von grossen Private-Credit-Fondsanbietern wie Blackstone oder Blue Owl zu grossen Rückgängen. Partners Group seinerseits betonte vor knapp zwei Wochen, dass das Private-Credit-Exposure der Firma begrenzt sei.
Trotz dieser an sich positiven Äusserungen halten sich die Anleger jedoch zurück. Allein das über 3-prozentige Minus seit vergangenem Mittwoch zeugt davon.
Amrize-Management kauft zu und zeigt sich optimistisch
Auch Geschäftsleitungsmitglieder von Amrize haben jüngst mehrere Aktienpakete des Baustoffkonzerns gekauft. Der Gesamtwert aller zugekauften Anteilsscheine beläuft sich auf knapp 3,5 Millionen Franken, wobei eine Transaktion von Anfang März allein 2,7 Millionen Franken ausgemacht hat. So zeichnen es die SER-Meldungen nach.
Die Meldungen datieren allesamt vom März, jene zur grossen Management-Transaktion vom ersten Freitag des Monats (6. März). Das Geschäft kann aufgrund der SER-Regeln zu den Meldefristen nicht vor dem letzten Freitag im Februar abgeschlossen worden sein. Denn die Manager und das Unternehmen haben total fünf Börsentage Zeit, um eine abgeschlossene Transaktion über die SER-Plattform bekanntzugeben.
Die Aktienkäufe bei Amrize überschneiden sich zeitlich eng mit dem Krieg im Nahen Osten und fallen somit auch in die Tage fallender Aktienkurse. Die Valoren des seit vergangenem Juni an der Schweizer Börse kotierten Baustoffkonzerns gaben bisher im März um rund 14 Prozent nach. Klar ist somit: Die Manager, die Aktien des von ihnen geführten Unternehmens kauften, haben die Verluste ganz oder teilweise mitgemacht.
Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Führungskräfte über den laufenden Konflikt im Iran hinaus zuversichtlich für die Geschäftsentwicklung von Amrize sind. In der Tat: Solche Zuversicht geht schon aus dem im Februar vorgestellten Ausblick für das Gesamtjahr 2026 hervor. Das Management um CEO Jan Jenisch erwartet ein Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent, womit es den Analystenkonsens trifft. Der Gewinn auf Stufe EBITDA soll der Ansage nach um 8 bis 11 Prozent zulegen. Mit dieser Vorgabe liegt Amrize über dem Konsens.
Freilich sind inzwischen Fragezeichen aufgetaucht, beispielsweise: Wie stark wird der Nahost-Konflikt die Erdölpreise mittelfristig nach oben treiben - und wie sehr wird sich die Konjunktur deswegen abschwächen? Im soeben veröffentlichten Geschäftsbericht wendet sich CEO Jenisch unter anderem mit den Worten an die Aktionäre: «Wir sehen eine zunehmende Ausrichtung der Agenden auf den Inlandsmarkt sowohl in den USA als auch in Kanada. Beide Länder priorisieren nationale Investitionen und heimische Rohstoffe.» Diesbezüglich sei Amrize - als auf den nordamerikanischen Markt ausgerichteter Anbieter - optimal aufgestellt. Eine Abkehr vom im Februar formulierten Gesamtjahresausblick würde anders klingen. Konkretere Aufschlüsse zum Geschäftsverlauf dürften Investoren vom Erstquartalsbericht erwarten. Er wird in wenigen Wochen, Ende April, vorgestellt.
Allerdings dürfen die jüngsten Management-Käufe beim Baustoffkonzern nicht überschätzt werden. Die Führungskräfte haben den Aktienkurs nicht bewegt, dazu und gemessen an der Marktkapitalisierung waren die zugekauften Pakete zu klein. Zudem haben die Amrize-Manager inzwischen eine gewisse Regelmässigkeit im Erwerb unternehmenseigener Aktien entwickelt. Neben den Paketen über 15 und 21 Millionen Franken, die im August erworben wurde, verzeichnet die SER-Datenbank mehr als 30 Käufe, die seit letztem Sommer erfolgt sind und ein Volumen von mehreren tausend, einigen hunderttausend oder wenigen Millionen Franken aufwiesen.
UBS-Manager verkauft Aktien der Grossbank
Nicht gekauft, sondern veräussert wurden Aktien der Grossbank UBS durch ein Mitglied der Geschäftsleitung. Der Manager oder die Managerin hat ein Paket im Umfang von 2,48 Millionen Franken abgestossen, wie die SER-Meldung von Anfang März besagt.
Ob die Transaktion schlichte Gründe hat oder allenfalls sogar eine Art Misstrausvotum gegenüber dem eigenen Unternehmen ist, ist nicht bestimmbar. Offensichtlich jedoch blieb dem UBS-Geschäftsleitungsmitglied ein Teil der Kursverluste, die zwischen Januar und Mitte März aufgelaufen sind, erspart (zum ausführlichen Bericht geht es hier).
Grössere Geschäfte haben auch die Konzernspitzen von Sulzer und der Bank Vontobel gemeldet. Beim Winterthurer Industrieunternehmen veräusserte ein Geschäftsleitungsmitglied firmeneigene Aktien im Wert von 960'000 Franken. Bei der in Zürich beheimateten Bank löste sich ein Top-Manager von Titel im Umfang von 849 Millionen Franken.

