06:22

Der Swiss Market Index (SMI) steht bei der IG Bank 0,5 Prozent tiefer. Ebenfalls schwach präsentieren sich die US-Futures, welche gemessen am S&P 500 Index 0,6 Prozent nachgeben. Der Nasdaq 100 Future steht ein Prozent tiefer, nachdem es nachbörslich zu kräftigen Abgaben bei den Speicherchipherstellern wie Micron oder Sandisk kam. Die Titel verlieren nach der aussergewöhnlichen Rally seit Jahresbeginn bis zu 10 Prozent.

Für Zurückhaltung unter den Anlegern sorgt auch der Nahe Osten. Iranische Medien meldeten drei Explosionen östlich der iranischen ​Hafenstadt Bandar Abbas. Die Luftabwehr sei für mehrere Minuten aktiviert worden. Die Behörden untersuchten die Ursache der Explosionen. Die Marine der iranischen Revolutionsgarden hatte daraufhin einem Medienbericht zufolge auf einen US-Öltanker gefeuert, der die Strasse von Hormus ​passieren wollte, und einen Stützpunkt der US-Armee angegriffen. 

+++

06:14

Die Anleger in Asien verhalten sich zögerlich. Nachrichten aus dem Nahen Osten dämpfen die Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen. Zudem sorgen die bevorstehenden US-Inflationsdaten für Unsicherheit mit Blick auf ‌Anleihen ⁠und Zinsen. Die Angriffe verstärken die widersprüchlichen Signale zu den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. «Wir erwarten in ⁠den nächsten zwei Wochen entweder eine Einigung auf einen neuen Waffenstillstand oder den Zusammenbruch des derzeitigen Waffenstillstands mit einer Wiederaufnahme der ‌aktiven Feindseligkeiten», erklärte Madison Cartwright, leitender Geoökonomie-Analyst bei der Commonwealth Bank of Australia. ‌Er beziffere die Wahrscheinlichkeit einer Einigung auf 70 Prozent, doch ​die Zukunft der Meerenge sei weiterhin ungewiss. Die Versicherung für eine Durchfahrt sei «unerschwinglich teuer» geworden. Zudem sei unklar, ob der Iran eine Mautgebühr erheben werde.

Der japanische Leitindex Nikkei gab im frühen Handel um 0,11 Prozent auf 64'928,28 Punkte nach. Am Vortag war der Index zeitweise um bis zu 2,2 Prozent auf ein ‌Rekordhoch von 66'428,81 Punkten gestiegen, bevor er unverändert schloss. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,22 Prozent auf 3909,21 Zähler. Dabei standen 103 Kursgewinnern 120 Kursverlierer gegenüber. Während die Aktien von Taiyo Yuden und Murata Manufacturing um 17,1 Prozent ​beziehungsweise 8,9 Prozent zulegten, gaben die Papiere von Fuji Electric und Furukawa Electric um ​7,1 Prozent und 5,3 Prozent nach.

+++

06:12

Im asiatischen Devisenhandel profitiert der Dollar von seiner Rolle ​als sicherer Hafen und gewinnt leicht. Hintergrund ist ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters über neue US-Angriffe auf ein Militärgelände im Iran. Der ‌Yen gibt dagegen nach.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 159,54 Yen und legte leicht auf 6,7828 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,7882 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um ​0,1 Prozent ​auf 1,1611 Dollar und zog leicht auf 0,9153 Franken ⁠an.

+++

06:05

Neue US-Militärschläge auf ein iranisches Militärgelände treiben den Ölpreis in die ​Höhe. Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die ⁠Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 2,0 Prozent auf 96,18 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte ‌2,1 Prozent fester bei 90,57 Dollar.

+++

00:05

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial hat nach einem Tag Pause seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Als Antrieb erwiesen sich am Mittwoch Hoffnungen, dass sich die USA und der Iran einer Einigung der vollständigen Öffnung der für den Welthandel wichtigen Strasse von Hormus nähern. Die generelle Zuversicht der Anleger zeigte sich auch an den wieder gesunkenen Ölpreisen. Sinkende Anleiherenditen stützten die Kurse ebenfalls.

Allerdings gab es zuletzt widersprüchliche Meldungen zum Iran-Krieg. So hatten iranische Medien zunächst berichtet, dass sie einen Entwurf für ein Abkommen zur Beendigung des militärischen Konflikts erhalten hätten. Das Weisse Haus aber dementierte den Bericht und bezeichnete ihn als vollständig erfunden.

Der Dow gewann 0,36 Prozent auf 50'644,28 Punkte. Der ebenfalls auf Rekordniveau notierende S&P 500 legte geringfügig auf 7'520,36 Punkte zu.

Experten bleiben für den US-Aktienmarkt optimistisch gestimmt. Eine «aussergewöhnlich starke Berichtssaison der Unternehmen für das erste Quartal» etwa veranlasste die Marktstrategen von Goldman Sachs dazu, das Jahresendziel für den marktbreiten Index auf 8000 Punkte anzuheben. Die Bank schloss sich damit den Fachleuten von Morgan Stanley und der Deutschen Bank an. Diese gehen ebenfalls davon aus, dass das Börsenbarometer das Jahr bei 8000 Punkten beenden wird.

Dem technologielastigen Nasdaq 100 war im frühen Handel mit Mühe ein weiterer Höchststand gelungen, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Ende stand ein Minus von 0,09 Prozent auf 29'973,57 Punkte zu Buche.

Stark gefragt waren Aktien von Weltraumunternehmen, die ihr Geschäft mit Raketen, Satelliten oder Lösungen dafür machen. Der bevorstehende Mega-Börsengang von SpaceX sorgte ebenso für Kauflaune wie die Nachricht, dass die US-Raumfahrtbehörde Nasa dauerhaft Menschen auf dem Mond leben lassen will und ihre Pläne dafür vorantreibt. Mit Dutzenden Missionen sollen dafür in den kommenden Jahren Drohnen und steuerbare Rover-Vehikel zum Erdtrabanten gebracht werden. Alleine in diesem Jahr soll es dafür noch drei unbemannte Missionen zum Mond geben. Die Anteilsscheine von Redwire zogen um knapp neun Prozent an.

Dagegen brachen die Aktien von Verra Mobility um fast 71 Prozent ein. Das Mobilitätssoftware-Unternehmen hatte bekanntgegeben, dass der Autovermieter Avis Budget den Vertrag mit Verra gekündigt habe. Deshalb senkte das Unternehmen sein Gewinnziel für 2026. Daraufhin stuften mehrere Analystenhäuser die Papiere herunter.

Die Aktien von Zscaler sackten als Schlusslicht im Nasdaq 100 um 31,5 Prozent ab, nachdem das Sicherheitssoftwareunternehmen einen Umsatzausblick für das vierte Geschäftsquartal vorgelegt hatte, der hinter den Erwartungen zurückblieb. Die Analysten von Evercore stuften die Papiere ab und verwiesen dabei auf einen Rückgang der Neukunden.

An der Index-Spitze des Nasdaq 100 zogen AppLovin um 10,4 Prozent an. Das Technologieunternehmen im Bereich Ad-Tech und mobile Anwendungen könne Grössenvorteile nutzen und so sein überdurchschnittliches Wachstum aufrechterhalten, schrieben die Analysten von Morgan Stanley.

Die Titel von Axalta Coating Systems gewannen gut ein Prozent. Sie profitierten von Spekulationen um eine Alternative zur Fusion mit dem Lack- und Farbenhersteller Akzo Nobel. Akzo hatte ein Übernahmeangebot von Nippon Paint Holdings unter Beteiligung von Sherwin-Williams zurückgewiesen.

(cash/AWP/Bloomberg/Reuters)

Thomas Daniel Marti
Thomas MartiMehr erfahren