08:10

Der Schweizer Aktienmarkt steht im vorbörslichen Handel bei der Bank Julius Bär tiefer. 

Der Leitindex SMI notiert mit 0,55 Prozent im Minus bei 12'960 Punkten. Sämtliche SMI-Titel taxieren mit Abschlägen. Am deutlichsten geht es für den Baustoffkonzern Amrize retour mit 4,9 Prozent, gefolgt von der UBS mit -1,25 Prozent. Die restlichen Abschläge bewegen sich in einer Bandbreite von -0,98 Prozent (Alcon) und -0,16 Prozent (Roche).

Auch der breite Markt dürfte tiefer in den letzten Tag der verkürzen Handelswoche starten. 

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07:45

Am Devisenmarkt hat der Dollar in der Nacht auf Donnerstag etwas angezogen. Unveränderte Leitzinsen in den USA und die erhöhten Inflationssorgen durch den wieder stark gestiegenen Ölpreis stützen den Greenback. Der US-Zinsvorteil könnte Experten zufolge mit den eher «hawkishen» Aussagen des Fed wieder grösser werden. Derweil verbleibt Jerome Powell nach seiner Zeit als Fed-Chef weiter im Direktorium.

Im Tagesverlauf stehen dann noch die Notenbanksitzungen der Bank of England sowie der EZB an. Auch hier erwartet der Markt keine Zinsänderungen. Die Commerzbank erinnert aber daran, dass beide Volkswirtschaften Netto-Energieimporteure seien und daher vor einem deutlich schweirigeren Balanceakt zwischen schwächelnder Realwirtschaft und anziehender Inflation stünden als die USA oder Kanada.

«Beide Zentralbanken dürften heute versuchen, die Märkte von einem entschlossenen Vorgehen zu überzeugen», schreiben die Coba-Experten. Von der EZB erwarten sie eine Zinserhöhung im Juni, während die BoE wohl eher die Füsse still halten dürfte. In solch unsicheren Zeiten wisse man aber nie.

Der Euro hat zum US-Dollar in der Nacht leicht an Terrain eingebüsst und wird derzeit zu 1,1660 nach 1,1675 am Vorabend gehandelt. Damit entfernt sich die Gemeinschaftswährung weiter von der Marke von 1,17 Dollar.

Derweil tritt das Euro/Franken-Paar bei Kursen von 0,9234 mehr oder weniger auf der Stelle. Dollar/Franken hat sich über Nacht weiter über der Marke von 0,79 etabliert. Mit Kursen von 0,7919 am Morgen liegt der Greenback etwas deutlicher über dem Niveau von Mittwochmorgen.

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07:40

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Donnerstag tiefer starten. Am Mittwoch hatte er 0,3 Prozent niedriger bei 23'954 Punkten geschlossen. ‌Auch ⁠an der Wall Street kam keine Kauflaune auf. Belastet wurden die Kurse durch die ⁠deutlich anziehenden Ölpreise. Die US-Notenbank Fed hielt wie erwartet zum dritten Mal in Folge still und beliess ‌den Leitzins in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent.

Das ‌Nordseeöl Brent stieg am Donnerstag um ​bis zu 7,1 Prozent auf 126,41 Dollar je Fass, den höchsten Stand seit vier Jahren. Das US-Öl WTI notierte mit 110,93 Dollar je Fass in der Spitze 3,8 Prozent fester.

Einem Medienbericht zufolge soll US-Präsident Donald Trump am Donnerstag über neue Pläne für eine ‌Reihe von Militärschlägen gegen den Iran unterrichtet werden, um den Verhandlungsdruck auf Teheran zu erhöhen. Am Mittwoch hatte Trump den Iran zu einem raschen Einlenken im festgefahrenen Konflikt beider Länder ​aufgefordert. Das Weisse Haus bestätigte einen Bericht, wonach Trump Regierungsvertreter angewiesen ​hat, sich auf eine längere Blockade iranischer Häfen vorzubereiten. ​Dies deutet auf anhaltende Angebotsengpässe aufgrund des eingeschränkten Schiffsverkehrs in der wichtigen Strasse von Hormus hin.

In den ‌Fokus rückt zum Ende der verkürzten Handelswoche auch die Europäische Zentralbank. An den Finanzmärkten wird für die EZB-Ratssitzung eine weitere geldpolitische Pause erwartet. Der Leitzins dürfte somit bei 2,0 Prozent ​verharren. ​Die Blicke richten sich auf die Pressekonferenz von ⁠EZB-Chefin Christine Lagarde nach dem Ratstreffen. Sie hat ​die Handlungsbereitschaft der Europäischen Zentralbank ⁠immer wieder betont. Ein Zinsschritt nach oben auf der übernächsten Sitzung im Juni gilt unter ‌Anlegern als eine Option. Nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid werden die aktuellen Inflationsdaten aus dem Euroraum veröffentlicht: Experten rechnen für April mit einem Anstieg ‌der Teuerungsrate auf 2,9 Prozent. Auch die Bank of England (BoE) ​entscheidet über den Leitzins. 

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07:01

Die Ölpreise sind am Donnerstagmorgen wegen der anhaltenden Blockade der Strasse von Hormus kräftig gestiegen.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung zum Juni kletterte um bis zu sieben Prozent auf 126,41 Dollar. Damit ist Brent so teuer wie seit Anfang 2022 nicht mehr.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar verteuerte sich Öl der weltweiten Referenzsorte Brent um etwas mehr als 70 Prozent. Auch andere Ölpreise, wie derjenige für die US-Sorte WTI, legten in einem ähnlichen Ausmass zu.

Händler führten den kräftigen Anstieg in der Nacht auf Donnerstag auf die nach wie vor stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA zurück. Laut einem Bericht des US-Portals «Axios» soll US-Präsident Donald Trump über neue militärische Optionen gegen den Iran informiert werden. Die für den weltweiten Gas- und Ölhandel wichtige Strasse von Hormus bleibt weiter blockiert und es gibt derzeit keine Aussicht auf eine Öffnung.

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06:20

Der Schweizer Aktienmarkt, gemessen am SMI, taxiert im vorbörslichen Handel der Bank IG tiefer mit -0,46 Prozent bei 12'950 Punkten.

Nach zwei berichtintensiven Tagen stehen am Donnerstag hierzulande Quartalsergebnisse von Oerlikon, Glencore und Syngenta sowie das KOF Konjunkturbarometer für April auf dem Programm.

In den USA legt Apple nachbörslich seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor  im Fokus stehen iPhone-Umsatz, Services-Wachstum, der geplante CEO-Wechsel und die Guidance angesichts der US-Zollpolitik.

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05:30

Die asiatischen Börsen haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert, während Technologiewerte von positiven Quartalszahlen grosser US-Konzerne profitierten. In Tokio gab der 225 Werte ‌umfassende Nikkei-Index 1,0 Prozent auf 59'304,6 Punkte nach und der breiter gefasste Topix notierte 1,5 ⁠Prozent niedriger bei 3714,9 Zählern. Die Börse Shanghai blieb fast unverändert bei 4106,8 Stellen. Der Index der ‌wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,2 ‌Prozent auf 4803,3 Punkte.

Südkoreas Kospi erreichte ​ein Rekordhoch, nachdem Samsung Electronics einen achtfachen Anstieg seines Betriebsgewinns gemeldet hatte. Der Konzern verwies auf die robuste Nachfrage nach KI-Chips.

Die Nasdaq-Futures legten um ein Prozent zu, nachdem Google-Mutter Alphabet die Erwartungen übertroffen hatte. Die Aktie gewann nachbörslich sieben Prozent. Auch ‌Microsoft und Amazon legten solide Zahlen vor.

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05:15

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 160,33 Yen und legte leicht auf 6,8387 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er ​etwas schwächer bei 0,7917 Franken. Parallel dazu fiel der Euro ​um 0,1 Prozent auf 1,1664 Dollar und zog ​leicht auf 0,9234 Franken an. Der Yen hat seit Kriegsbeginn am 28. Februar mehr als ‌zwei Prozent verloren. Anleger haben die grösste Short-Position seit fast zwei Jahren aufgebaut.

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05:00

Am Rohstoffmarkt verteuerte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 3,1 Prozent auf 121,74 Dollar ​je ​Barrel (159 Liter) - ein Vierjahreshoch. Das US-Öl WTI ⁠notierte 2,1 Prozent fester bei 109,17 Dollar. Händler ​verwiesen auf Sorgen, dass ⁠die Strasse von Hormuz möglicherweise nicht zeitnah wieder öffnen könnte.

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23:00

Unter dem Eindruck steigender Ölpreise hat der US-Aktienmarkt am Mittwoch im Minus geschlossen. Der US-Standardwerteindex ‌Dow Jones ⁠verlor 0,6 Prozent auf 48'862 Punkte. Der technologielastige Nasdaq notierte kaum verändert bei 24'673 Zählern und ⁠der breit gefasste S&P 500 schloss kaum verändert bei 7136 Stellen.

Das Weisse Haus bestätigte einen Bericht, wonach Präsident Donald Trump Regierungsvertreter angewiesen ‌hat, sich auf eine längere Blockade iranischer Häfen vorzubereiten. Dies deutet ‌auf anhaltenden Angebotsdruck aufgrund des eingeschränkten Schiffsverkehrs in der ​wichtigen Strasse von Hormus hin. «Heute geben die Ölpreise weitgehend die Richtung am Markt vor, da es nicht so aussieht, als ob es eine rasche Lösung für die Sperrung der Strasse von Hormus geben wird», sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege bei CFRA Research in New York.

Die US-Notenbank Fed hielt wie erwartet zum ‌dritten Mal in Folge still und beliess den Leitzins in der Bandbreite von 3,50 bis 3,75 Prozent. Für Aufmerksamkeit sorgte die Uneinigkeit der Währungshüter im Offenmarktausschuss über den Begleittext zum Zinsentscheid: Drei Notenbanker waren nicht ​mit dem Ausblick auf künftige Zinsanpassungen einverstanden.

Mit Spannung wurden die Ergebnisse von Amazon, Meta, ​Microsoft und der Google-Muttergesellschaft Alphabet nach Börsenschluss erwartet. Anleger blicken ​besonders darauf, wie sich die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) auszahlen werden. Für Unruhe sorgte ein Medienbericht, wonach das auf KI spezialisierte ‌Softwarehaus OpenAI seine internen Ziele für wöchentliche Nutzerzahlen und Umsatz verfehlt hat. Die Markterwartungen hinsichtlich des Wachstums der Tech-Konzerne seien «überaus optimistisch», sagte Ron Albahary, Chief Investment Officer bei Laird Norton Wetherby.

Auf ​den Einkaufszettel der Investoren standen nach einem positiven ⁠Ausblick die Papiere von NXP Semiconductors ganz oben. Die Titel ​gewannen 25,5 Prozent. Der Halbleiter-Hersteller hatte ⁠mitgeteilt, dank der Erholung bei Industrie- und Auto-Chips für das zweite Quartal einen Umsatz und Gewinn zu ‌erwarten, die über den Schätzungen der Wall Street liegen.

Die Aktien von Visa legten nach starken Geschäftszahlen 8,3 Prozent zu. Visa übertraf die Gewinnprognosen der Analysten, da der weltweit ‌grösste Zahlungsabwickler trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheit von einem stetigen Anstieg des Zahlungsvolumens profitierte.

Auch der ​Pharmakonzern Teva Pharmaceutical Industries übertraf die Wall-Street-Schätzungen für den Gewinn im ersten Quartal, unterstützt durch den Absatz seiner Markenmedikamente. Die Papiere gewannen 11,9 Prozent. 

(cash/AWP/Reuters)

Monique Misteli Ringier
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