Seit zehn Tagen läuft das Börsenspiel von cash.ch. Am Montagmorgen um 7.00 Uhr notierten alle Portfolios zusammen im Durchschnitt 1,4 Prozent tiefer - gegenüber minus 0,4 Prozent vor Wochenfrist. Unter Berücksichtigung der Börsenturbulenzen wegen des Irak-Krieges zeigen sich die Portfolios überraschend robust.
Das gute Abschneiden hatte trotz Kursverlusten in der abgelaufenen Börsenwoche im SMI (6,5 Prozent) oder im Dax (6,7 Prozent) einen Hauptgrund. Viele Spielerinnen und Spieler halten die Positionen nur über eine kurze Zeitdauer. Während Anfang vergangener Woche Erdöl- und Energiewerte jeglicher Couleur auf den Kaufzetteln standen, wurden Mitte Woche Gewinne mitgenommen und der Fokus verlagerte sich wieder auf US-Softwareaktien oder Gold- und Silber-Minen-Valoren.
Das grosse Zusammenrücken an der Spitze
Über den Wochenverlauf ist das Leaderboard deutlich enger geworden. Die ersten zehn trennen gerade mal 10 Prozent voneinander. Total 19 Teilnehmende stehen mit einem Kursgewinn von mehr als 30 Prozent da, während es in der Vorwoche nur deren sechs waren.
Angeführt wird das Tableau weiter von tradingking. Dieser dürfte mit dem Wochenverlauf nur halbwegs zufrieden sein. Nach einem Anfangssaldo von 141'000 Franken am Montag ging es bis Mitte der Woche auf 228'600 Franken hoch. Diese Kursgewinne lösten sich bis am Freitag aber grösstenteils wieder in Luft auf. Das Portfolio von tradingking ging mit einem Saldo von 167'600 Franken ins Wochenende.
Der vor Wochenfrist auf Platz zwei liegende emmentaler blickt auf einen Portfoliozuwachs von 9 Prozent zurück. Diese an sich gute Performance reichte allerdings nicht aus, um weiter unter den Top 10 zu figurieren. Im Ranking fiel emmentaler auf Rang zwölf zurück. Auf der anderen Seite verbesserte sich noe.hp auf den 5. vom 15. Rang. Den grössten Sprung nach vorn machte ndp auf 2. Rang, nachdem dieser vor Wochenfrist noch gar nicht unter den ersten 15 Positionen vertreten war.
Am Ende des Tableaus hält wrusti weiter die rote Laterne. Sein Portfolio verlor weitere 25 Prozent an Wert auf 15'298 Franken. Der gesamte Wochenverlust ist auf einen Mini-Call-Future auf den SMI zurückzuführen. An zweitletzter Stelle folgt pee198 mit einem Portfoliowert von 74'755 Franken. Für wrusti dürfte es somit schwierig werden, den letzten Platz abzugeben.
cash-Portfolio hält sich
Das Portfolio der cash-Redaktion hat weiter zugelegt auf ein Plus von 9,5 Prozent nach 5,9 Prozent in der Vorwoche. Die Hälfte der Gewinne auf den Positionen Brent-Mini-Future und den Aktien von Leonteq wurde mitgenommen.
Erfreulich war auch die Entwicklung bei Palo Alto, welche um 17 Prozent anzogen. Kursverluste setze es für den «Militia Long/Short Equity ETF», den «Long-Mini-Future auf Swiss Re» und den «Long-Mini-Future auf Swiss Re» ab. Ebenso rückläufig entwickelten sich Newron und Partners Group. Immerhin resultierte bei Logitech ein kleiner Kurszuwachs.
In dieser Börsenwoche geht es nun auf der Redaktion darum, den einen oder anderen Underperformer aus dem Portfolio zu kippen. Gerade Newron und Partners Group enttäuschten bisher. Besonders ein Verkauf bei der Biotech-Firma scheint sich aufzudrängen, nachdem der zarte Aufwärts vom Februar am Freitag zum Erliegen kam und auf Wochenfrist bei Newron ein Verlust von 5,5 Prozent resultierte.
Dennoch lässt sich festhalten: Das cash-Portfolio liegt auch fast drei Wochen nach Spielbeginn nach wie vor weit vorn, nämlich unter den ersten fünf Prozent aller Portfolios.
Neue Erkenntnisse aus den ersten zehn Tagen
Das Leaderboard verspricht dank des Zusammenrückens noch mehr Spannung. Es bleibt offen, wer das Rennen um die Krone macht. Es scheint ferner, dass im Idealfall eine herausragende Woche reichen kann, um sich nachhaltig von der Spitzengruppe abzusetzen - so wie dies tradingking in dieser Woche kurzzeitig gelang.
Wie bereits in den ersten Spieltagen gingen die Teilnehmenden auch in der ersten vollen Handelswoche sehr diszipliniert ans Werk. Nachdem in der Vorwoche die Zahl der Portfolios mit einem Verlust von mehr als 10 Prozent noch bei 19 Stück lag, ist die Zahl in der abgelaufenen Woche zwar auf 63 angestiegen. Das sieht auf den ersten Blick nach viel aus. Im Kontext ist das indes ein ausgezeichnetes Resultat.
Bei 2168 bewerteten Portfolios entspricht dies gerade mal 3 Prozent aller Portfolios, die mehr als 10 Prozent verlieren. Das ist vor dem Hintergrund der Börsenturbulenzen ein überdurchschnittlicher Wert. Dies ist auch bemerkenswert, weil gehebelte Produkte wie Warrants und Mini-Futures zum Einsatz kommen. Von den 2168 Portfolios sind allerdings nur 595 im Plus - das heisst, fast drei Viertel der Anlegerinnen und Anleger im Börsenspiel verlieren Geld.
Das Börsenspiel hat einen klar definierten Zeitraum von knapp zwei Monaten. Wer dabei nicht den optimalen Einstiegs- oder Ausstiegszeitpunkt mit der richtigen Titelgewichtung im Portfolio erwischt, hat tendenziell keine Chance auf den Sieg. Das zeigen gerade die zwei Portfolios auf dem ersten und letzten Rang: Wer handelt, kann kurzfristig grosse Gewinne erzielen oder Verluste erleiden.
Oftmals wird dabei auch der Gewichtung zu wenig Bedeutung beigemessen. Das kann die Renditeaussichten schmälern oder die Verluste vergrössern. Der Punkt der Positionsgewichtung dürfte in der nun beginnenden Woche von besonderem Interesse sein wegen der hohen Volatilität an den Rohwarenmärkten.
Das Börsenspiel dauert noch bis zum 22. April.
(cash)
