Der Jack-Wolfskin-Eigentümer Anta habe vor ein paar Wochen ein entsprechendes Kaufangebot vorgelegt, bislang aber noch keine Antwort der Pinault-Holding Artemis erhalten, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch das Geld für die Übernahme hat sich Anta nach Informationen von zwei Insidern bereits gesichert.
Artemis und Puma lehnten eine Stellungnahme ab, Anta war zunächst nicht zu erreichen. Artemis ist hoch verschuldet und hatte ihre Beteiligung von 29 Prozent an Puma zuletzt als «nicht strategisch» bezeichnet. Die Holding wird von Francois-Henri Pinault geführt, der auch an der Spitze des ehemaligen Puma-Grossaktionärs Kering mit der Modemarke Gucci steht.
Bereits im November hatte eine mit dem Vorgang vertraute Person gesagt, dass Anta über eine Offerte für Puma nachdenkt. Das in Hongkong börsennotierte Unternehmen hat in der Vergangenheit mehrfach angeschlagene westliche Sportartikelmarken übernommen und wieder in Schwung gebracht. So war es 2019 an der Übernahme von Amer Sports beteiligt, zu dem unter anderem Marken wie Atomic, Salomon und Wilson sowie Outdoor-Marken wie Arcteryx oder Peak Performance gehören. Im Frühjahr hatte Amer die deutsche Outdoor-Marke Jack Wolfskin übernommen.
Die Puma-Aktien haben zwar seit Beginn der Übernahmespekulationen im Herbst zugelegt. Auch nach dieser Ankündigung springen die Titel am Donnerstag um fast zehn Prozent nach oben und sind damit die grössten Gewinner im MDax.
Dennoch liegt der Börsenwert des Unternehmens mit derzeit rund 3,3 Milliarden Euro ungefähr 50 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Der Sportartikelhersteller leidet unter einem Absatzrückgang und erwirtschaftete nach Angaben von Puma-Chef Arthur Hoeld im vergangenen Jahr einen Verlust.
(Reuters)

