Der Dax stieg am Montag in der Spitze um 1,5 Prozent auf 26.010,56 Punkte. Damit übertraf er sein Rekordhoch von Anfang Juli und überstieg erstmals die psychologisch wichtige 26.000-Punkte-Marke. Bereits in der vergangenen Woche hatte der deutsche Leitindex dank einer Erholung im Technologiesektor eine dreiwöchige Schwächephase beendet und um gut zwei Prozent zugelegt. Der EuroStoxx50 legte am Montag um rund ein Prozent auf 6423 Punkte zu. Im Plus lagen auch die Futures für die wichtigsten US-Indizes.
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende nach eigenen Angaben einen neuen Angriff auf den Iran ausgesetzt, um eine schnelle Einigung über das Atomprogramm des Landes und eine Wiedereröffnung der Strasse von Hormus zu erzielen. «Vorerst scheint dies ein Schritt in die richtige Richtung zu sein, jedoch bin ich skeptisch, dass dies von Dauer sein wird», sagte Daniela Hathorn, Chefanalystin bei Capital.com. «Alle warten auf die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten. Das bleibt der wichtigste Impulsgeber für die Märkte.»
Ölpreis gibt nach
Die Nordsee-Rohölsorte Brent verbilligte sich um 4,5 Prozent auf 83,95 Dollar je Fass (159 Liter). Der Preis für US-Leichtöl WTI gab 5,5 Prozent auf 80,00 Dollar pro Barrel nach. «Die Frage ist vor allem, ob sich diese Woche die Ereignisse der vergangenen Woche wiederholen - mit Hoffnungen auf ein Abkommen, die sich zerschlagen, weil der Iran auf seiner Position beharrt und seine Kontrolle über die Strasse von Hormus weiterhin als Druckmittel einsetzt, möglicherweise durch einen Angriff auf einen US-Stützpunkt oder einen durchfahrenden Tanker», kommentierte IG-Marktanalyst Tony Sycamore. Am Montag sollen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump Verhandlungen mit dem Iran beginnen. Die Führung in Teheran erklärte jedoch, derzeit gebe es keine Gespräche mit den USA.
Zugleich hofften Anleger, dass die Unternehmen während der Berichtssaison Widerstandsfähigkeit gegenüber geopolitischen Risiken unter Beweis stellen könnten, sagte Chefanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Auch die Aussicht auf eine Mega-Fusion zwischen den Pharmakonzernen AstraZeneca und Bristol Myers Squibb sowie die Übernahme des US-Unternehmens Atkore durch den italienischen Kabelhersteller Prysmian «stützen die Märkte massiv», sagte BNP-Paribas-Experte Kemper.
Astrazeneca und Prysmian fallen
Die Aktien von AstraZeneca gaben dennoch rund sechs Prozent nach. AstraZeneca und Bristol Myers Squibb haben Insidern zufolge eine 400 Milliarden Dollar schwere Mega-Fusion ausgelotet. Erste Gespräche über einen Zusammenschluss zu einem der weltweit grössten Branchenvertreter hätten bereits stattgefunden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zuerst hatte die «Financial Times» darüber berichtet. Ob die Verhandlungen noch andauern, blieb zunächst unklar.
Unter Druck geriet auch Prysmian. Der italienische Kabelhersteller will Atkore nach eigenen Angaben für rund 3,8 Milliarden Dollar übernehmen, was 95 Dollar je Aktie entspricht. Die Aktien des Anbieters von Elektroprodukten legten im vorbörslichen Handel an der Wall Street um mehr als 25 Prozent auf 91,50 Dollar zu. Prysmian gaben hingegen 3,5 Prozent nach.
Nach oben ging es hingegen für die Deutsche Telekom. Die Aktien stiegen nach einem Medienbericht über wachsenden Widerstand gegen eine mögliche Fusion mit der US-Tochter T-Mobile um rund 3,5 Prozent. Die Titel von T-Mobile gaben vorbörslich leicht nach. Dem Nachrichtenportal «Semafor» zufolge unterstützt das Management von T-Mobile die Pläne für einen Zusammenschluss nicht mehr. Gründe seien die Ablehnung durch grosse Minderheitsaktionäre des US-Mobilfunkers und drohende regulatorische Hürden.
(Reuters)

