Von den USA wie auch dem Iran gab es Aussagen über den möglichen Abschluss eines Rahmenabkommens zur Beendigung des Kriegs. Dies schürte Hoffnung auf eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus und sorgte für sinkende Ölpreise.
Während der Handel an den Leitbörsen in London, Zürich und New York pausierte, fand er in Frankfurt, Mailand und Paris statt. Der EuroStoxx 50 schloss 1,95 Prozent höher bei 6.136,66 Punkten. Seine Kursverluste zu Zeiten des Iran-Kriegs sind damit ausgeglichen. Der Abstand zur Bestmarke von knapp 6.200 Punkten beträgt nur noch 63 Zähler. Ein Rekord gelang dem italienischen Leitindex FTSE MIB .
Ein Rahmenabkommen sei «weitgehend» ausgehandelt, schrieb US-Präsident Donald Trump am Wochenende auf der Plattform Truth Social. Er sprach von konstruktiven Gesprächen, aber noch keinem Durchbruch. Details blieben unklar, doch soll es um eine 60-tägige Frist für mehr Verhandlungen gehen. Positiv gewertet wurde auch, dass sich eine iranische Delegation in der katarischen Hauptstadt Doha angekündigt hat.
«Die Märkte vollziehen derzeit einen raschen Wandel: Sie preisen nicht länger geopolitische Ängste ein, sondern eine potenzielle Friedensdividende», schrieb Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management. Unter den Anlegern mache sich mit dem sinkenden Ölpreis auch Hoffnung breit, dass die inflationstreibende Wirkung des Ölpreises nachlasse.
Dem starken Umfeld nicht folgen konnten Aktien von Ölkonzernen, für deren Geldbeutel sinkende Ölpreise eher von Nachteil sind. Papiere von Totalenergies und Eni verloren jeweils mehr als ein Prozent. Shell haben in Amsterdam um 1,1 Prozent nach. Der Sektorindex Stoxx Europe 600 Oil & Gas sank um 0,1 Prozent.
Relativ stark profitierten dagegen Reisewerte von der Friedenshoffnung. Dies zeigte sich bei der Fluggesellschaft Air France-KLM mit einem Kurssprung um sechs Prozent. Auch bei der angeschlossenen Flugzeugindustrie war die Kursentwicklung von Entspannung getrieben: Titel des Zulieferers Safran legten an der EuroStoxx-Spitze um knapp sechs Prozent zu.
Die lange Gewinnerliste der Sektoren wurde im marktbreiten Stoxx Europe 600 ausserdem von Banken , Bau- und Baustoffwerten , der Autobranche sowie Industriegüter- und Technologieunternehmen dominiert. Deren Sektorindizes schlossen jeweils mit 1,7 bis zwei Prozent im Plus.
(AWP)

