Japans zweitgrösster Autobauer Honda Motor wirft seine Elektroauto-Pläne in den USA über den Haufen und warnt vor einem Milliardenverlust im zu Ende gehenden Geschäftsjahr. Für 2025/26 werde nun ein Verlust von 420 bis 690 Milliarden Yen (2,2 bis 3,8 Milliarden Euro) erwartet, teilte Honda am Donnerstag mit. Bisher hatte Vorstandschef Toshihiro Mibe einen Gewinn von 300 Milliarden Yen in Aussicht gestellt.
Aufgrund der «Verlangsamung des Marktes für Elektrofahrzeuge in Nordamerika» gebe das Unternehmen die Entwicklung und Markteinführung mehrerer Elektromodelle auf, die in den USA hätten hergestellt werden sollen, erklärte Mibe. Dieser Strategieschwenk werde über mehrere Geschäftsjahre hinweg bis zu 2,5 Billionen Yen kosten. Honda werde sich nun stärker auf Hybride konzentrieren, deren Nachfrage in den USA und anderswo stark gestiegen sei, sagte Mibe. Er werde ebenso wie sein Vorstandskollege Noriya Kaihara für drei Monate freiwillig auf 30 Prozent der Vergütung verzichten, bei anderen Führungskräften seien es 20 Prozent.
US-Präsident Donald Trump hat die staatliche Förderung der E-Mobilität gestrichen und damit auch andere Autokonzerne zu kostspieligen Kurskorrekturen gezwungen, darunter GM, Ford und Stellantis, die Muttergesellschaft von Opel, Fiat und Chrysler. Auch Porsche ist von seinem geplanten Wechsel zur E-Mobilität weitgehend abgerückt und nimmt dafür Milliardenbelastungen in Kauf.
Am Markt seien zwar Belastungen im Zusammenhang mit Elektrofahrzeugen erwartet worden, doch habe das Ausmass der Abschreibung überrascht, sagte Julie Boote, Autoanalystin bei Pelham Smithers Associates. «Die Hauptüberraschung war, dass das US-Produktionsprogramm gestrichen wurde, anstatt es nur zu verkleinern. Honda hatte einen sehr ehrgeizigen EV-Expansionsplan, der durch das veränderte Marktumfeld stark beeinträchtigt wurde», sagte Boote. Die Aktie verlor in Tokio 1,23 Prozent an Wert.
(Reuters)

