Grossbanken - Ein Kursanstieg, von dem UBS und CS nur träumen können

Seit der Bekanntgabe von neuen Zielen startet die Aktie der Deutschen Bank durch. Die Verantwortlichen der Credit Suisse und der UBS könnten sich womöglich ein Beispiel nehmen.
07.02.2020 13:25
Von Daniel Hügli
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, an der Bilanzmedienkonferenz der Bank Ende Januar 2020.
Christian Sewing, CEO der Deutschen Bank, an der Bilanzmedienkonferenz der Bank Ende Januar 2020.
Bild: imago images / Rainer Unkel

Der Kursverlauf der Deutsche-Bank-Aktie seit Anfang Jahr ähnelt fast ein wenig demjenigen von Tesla. Mit 35 Prozent Kursplus seit dem 1. Januar ist sie mit Abstand die beste Aktie im europäischen Bloomberg Bankenindex. Die zweitplatzierte Skandinavskia Enskilda kommt "bloss" auf 13 Prozent. Die Aktie der CS liegt in diesem Jahr 3 Prozent im Minus, diejenige der UBS gewann 4 Prozent dazu.

Den jüngsten Kick erlebte die Aktie der Deutschen Bank am letzten Donnerstag: Nach dem Einstieg des neuen Grossaktionärs Capital Group schloss die Aktie mit einem Kursgewinn von 14 Prozent. Das war der höchste Tages-Kurssprung seit Oktober 2011.

Man reibt sich verwundert die Augen: Die Deutsche Bank? Das hässliche Entlein am europäischen Bankenmarkt? Eine Bank, die sich jahrelang mit Strategieproblemen, Personalquerelen, Rechtsfällen und fehlgeschlagener Fusion mit der Commerzbank herumschlagen musste?

«Ein Wunder Lazarus'schen Ausmasses»

Vor allem in Deutschland selber gibt das massive Kursplus der Deutschen Bank Rätsel auf. "Es ist, als würde man einem Wunder Lazarus'schen Ausmasses beiwohnen", schreibt der Finanzblog "Finanz-Szene.de" wie gewohnt pointiert. Und weiter: "Wir haben nicht die geringste Ahnung, was das alles soll."

In der Tat spricht nicht viel für eine Investition. Die Deutsche Bank erlitt 2019 mit 5,3 Millarden Euro den fünften Jahresverlust in Folge. Wie andere europäische Finanzhäuser leidet auch die Deutsche Bank unter dem anhaltenden Negativzinsumfeld und fehlendem Wachstum. Und wie die Deutsche Bank mussten auch BNP Paribas, Société Générale, die Credit Suisse oder die UBS jüngst ihre Profitabilitätsziele kürzen. 

So überraschend kommt der Kursanstieg indes nicht: Seitdem die Deutsche Bank im Dezember an einem Kapitalmarkttag detailliert den laufenden Umbau informiert hatte, klettert die Aktie. Damals wurde der Abbau von 18'000 Stellen, der bereits im Sommer kommuniziert wurde, bekräftigt, die Eigenkapitalrendite soll zudem auf 8 Prozent steigen.

Die Versuchung von CS und UBS

Aber reicht das, um die Aktie derart ansteigen zu lassen? Analysten haben Zweifel. Von 29 Analysten vergibt derzeit keiner eine Kaufempfehlung. Das höchste Potenzial der Deutsche-Bank-Aktie sieht Morningstar mit 9 Euro. Derzeit notiert die Aktie bei 9,40 Euro. Das niedrigste Kursziel vergab Banco Santander Ende Januar. Das liegt gerademal bei 4 Euro.

Bleiben zwei Feststellungen: Der Höhenflug der Aktie könnte bald wieder vorbei sein. Zweitens: Aktionäre der UBS und der Credit Suisse kriegen mit Blick auf den Deutsche-Bank-Kurs das Augenwasser. Sie warten sehnlichst auf einen Ausbruch ihrer Aktien, die - ähnlich wie die Deutsche Bank - jahrelang nicht vorankommen. Die Versuchung der Schweizer Bankverantwortlichen, ebenfalls drastische Ziele à la Deutsche Bank zu formulieren, wird wohl steigen. Und der Druck der Grossaktionäre auch.

 

 

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