Indexhandel: Zwischen relaxed und riskant

Bei Anlegern immer beliebter: Statt nur auf Einzelaktien auf ganze Indizes setzen. Die Anlagemöglichkeiten dazu.
24.10.2013 14:30
Von Frédéric Papp
Der Handel mit Indizes ist nicht bloss Profis vorbehalten.

Dieser Artikel ist Teil des Magazins cash VALUE «Trading 2013». Das Magazin kann hier als PDF heruntergeladen oder hier als ePaper gelesen werden.

Steigen die Börsen, bewegen sie sich seitwärts oder steht eine Korrektur bevor? Diese Frage begleitet aktive Anleger tagtäglich, ja sogar stündlich. Wie immer gehört bei Anlageentscheiden eine Portion Glück dazu. Doch Glück allein füllt nur in den seltensten Fällen die Taschen. Viele Anleger setzen bei ihren Anlagen auf Indizes – mitunter aus Gründen der Diversifikation und weil Anleger so Aktien eines geschlossenen geografischen Raumes abdecken können.

Die Liquidität des Index als wichtiges Merkmal

Doch bei der Auswahl des richtigen Index müssen Anleger sorgfältig vorgehen. Neben Anlagekriterien wie Sicherheit und Rentabilität steht vor allem die Liquidität im Zentrum. Findet schon in den Basiswerten des Index nur ein eingeschränkter Handel statt, droht beim ganzen Index die Gefahr einer ineffizienten Preisfindung.

Ein liquides Asset kann zu minimalen Kosten in Geld transformiert werden und umgekehrt. Zu den liquidesten Indizes gehören der Dow Jones und der S&P 500 aus den USA, der Deutsche Aktienindex (DAX), der Swiss Market Index (SMI), der japanische Nikkei-Index und der Eurostoxx-50-Index.

Verschiedene Anlagemöglichkeiten

Ein weiteres Kriterium ist die Ausrichtung eines Index. Im DAX zum Beispiel dominieren zyklische Firmen. Insofern sind die Kursschwankungen dort höher als etwa beim SMI, der von defensiven Unternehmen aus dem Pharma- und Nahrungsmittelsektor geprägt ist. Konservative Anleger sollten somit dem SMI den Vorzug geben, derweil risikotolerante Anleger auf den Dax setzen. 

Womit wir bei den Investionsmöglichkeiten bei Indizes sind. Die einfache und ­risikoarme Version sind Anlagen via Exchange Traded Funds (ETF), also an den Börsen gehandelte Indexfonds. Sie sind ohne Beschränkung der Laufzeit ausgestattet. Ziel ist es, einen Wertpapierindex nahezu eins zu eins abzubilden. Anleger sollten vor einem Kauf die Gebühren vergleichen.

Riskanter sind Index-Optionen. Statt Aktien bekommt der Investor die Differenz zwischen dem jeweils aktuellen Index-Stand und dem vorher als Basispreis festgelegten Punktestand ausbezahlt. Geht die Anlagestrategie nicht auf, droht ein Totalausfall des eingesetzten Kapitals. Index-Futures, die dritte Index-Anlagemöglichkeit, sind eines der geeignetsten Ins­trumente für aktive Anleger.

Die Vorteile dabei: Terminmärkte sind sehr liquide. Die Spreads – die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs – sind somit sehr eng und machen das Futures-Trading kostengünstig. Den Hebel (und damit das Risiko) kann der Trader selbst bestimmen. Futures kennen im Gegensatz zu Optionsgeschäften kein Verfalldatum.

Allerdings: Futures sind Hochrisiko-Geschäfte und sollten deshalb nur von Anlegern getätigt werden, die diese Geschäftsart kennen – und die auch einen Totalverlust verschmerzen können.