Die Zeichen an den US-Börsen stehen am Montag auf Rot. Anleger befürchten, dass der Konflikt im Nahen Osten noch Wochen andauern könnte, was die globalen Handelsströme stören und den Inflationsdruck verstärken könnte.
«Da Trump sagte, dass die Kampagne vier Wochen dauern könnte, gibt es viel Spielraum für weitere Abwärtsbewegungen, sollte sich der Konflikt auf die Öl- und Gasinfrastruktur ausweiten», sagte Chris Beauchamp, leitender Marktanalyst bei der Online-Handels- und Investitionsplattform IG.
Die Futures auf dem Dow Jones fallen am Montag 1 Prozent, diejenigen auf dem Nasdaq 1,4 Prozent. Zu den Sektoren, die im vorbörslichen Handel am stärksten betroffen sind, gehörten die Fluggesellschaften. Mehrere Airlines mussten Flüge absagen, während die Störung des Schiffsverkehrs durch die wichtige Strasse von Hormuz die Rohölpreise um 8 Prozent in die Höhe trieb.
Delta und United Airlines stürzen im vorbörslichen Handel um jeweils 6 Prozent ab. Rohstoffpreisabhängige Unternehmen wie Kreuzfahrtaktien stehen ebenfalls unter Druck. Carnival und Royal Caribbean fallen um jeweils 6 Prozent. Grossbanken wie Bank of America und Citigroup verlieren jeweils über 2 Prozent.
Höhere Edelmetallpreise verhelfen dagegen Bergbauunternehmen wie Gold Fields und Barrick Mining zu einem Plus von jeweils 2 Prozent. Auch Verteidigungswerte erhalten Auftrieb: Lockheed Martin und RTX legen jeweils um 7 Prozent zu, während Kratos um 10 Prozent und AeroVironment um 13 Prozent steigen. Die Ölunternehmen Occidental Petroleum und ConocoPhillips steigen vorbörslich jeweils über 6 Prozent.
Die Märkte befanden sich schon vor dem Ausbruch des Iran-Konfliktes in einem Zustand der Ungewissheit aufgrund von Sorgen um die künstliche Intelligenz, wegen Nervosität im Bereich der Privatkredite und aufgrund der trüben Handelsaussichten. Das führte dazu, dass der S&P 500 und der Nasdaq am Freitag ihre stärksten monatlichen Rückgänge seit März 2025 registrierten. Ein anhaltender Anstieg der Ölpreise würde den Inflationsdruck zu einer Zeit verstärken, in der US-Zölle die Preise bereits in die Höhe haben treiben lassen.
Laut dem leitenden Aktienstrategen von Wells Fargo, Ohsung Kwon, könnte der S&P 500 fast 13 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs fallen, sollten die Rohölpreise über 100 Dollar steigen.
(Reuters/cash)
