Der US-Kosmetikkonzern Estee Lauder und sein spanischer Rivale Puig schliessen sich doch nicht zusammen. Die Fusionsgespräche seien ‌beendet worden, ⁠teilten beide Unternehmen am Donnerstag mit. Ein Zusammenschluss hätte einen 40 ⁠Milliarden Dollar schweren Luxuskosmetik-Riesen geschaffen, der dem Branchenprimus L'Oreal stärkere Konkurrenz gemacht hätte. Zu ‌den Marken von Estee Lauder und Puig gehören ‌unter anderem Tom Ford, Carolina Herrera, ​Rabanne und Clinique.

An der Börse kam die Entscheidung gut an: Aktien von Estee Lauder legten nachbörslich rund zwölf Prozent zu. Analyst Nik Modi von RBC Capital Markets zeigte sich erleichtert und erklärte, das ‌Integrationsrisiko eines Zusammenschlusses hätte den Aktienkurs andernfalls über längere Zeit belastet. Estee Lauder und Puig hatten vor zwei Monaten erklärt, über einen Zusammenschluss zu ​sprechen.

Estee Lauder will sich nun auf seinen Sanierungsplan konzentrieren. ​Damit sollen die seit drei Jahren ​sinkenden Umsätze und der schrumpfende Marktanteil gestoppt werden. «Wir verfügen über eines der stärksten Portfolios ‌an Prestige-Kosmetikmarken der Welt», erklärte Konzernchef Stephane de La Faverie. Man sei hervorragend positioniert, um weltweit ein nachhaltiges, langfristiges Wachstum voranzutreiben.

Anfang Mai hatte Estee ​Lauder ​seine Gewinnprognose angehoben und den Abbau ⁠von bis zu 3000 weiteren Arbeitsplätzen ​weltweit angekündigt. Puig hatte Ende ⁠April ein langsameres Umsatzwachstum für das erste Quartal gemeldet.

Die im März ‌bekanntgewordenen Fusionsgespräche fielen in eine Zeit, in der sich die Nachfrage nach Kosmetikartikeln nach dem Boom der Pandemie-Jahre wieder ‌abkühlt. Die Branche ist zudem von einer Konsolidierungswelle ​geprägt. So hatte L'Oreal erst wenige Monate zuvor für 4,7 Milliarden Dollar die Kosmetiksparte des Gucci-Eigentümers Kering übernommen. 

(Reuters)