Lange sah es so aus, als würde Lufthansa im März nach sechs Jahren sicher wieder in den Dax aufsteigen. Erster Abstiegskandidat wäre der Online-Händler Zalando. Doch dann drückten Streiks von Piloten und Kabinenpersonal die Lufthansa-Aktie zumindest vorübergehend. Das könnte bei der Abrechnung am Freitag ins Gewicht fallen, bei der die volumengewichtete Kursentwicklung im Februar betrachtet wird.
Die Lufthansa war Gründungsmitglied des Dax und mehr als 30 Jahre Mitglied im Leitindex, ehe sie 2020 in den Turbulenzen der Pandemie an der Börse abstürzte und aus dem Dax flog.
Streich taxiert die Chancen auf eine Rückkehr nur noch auf etwas mehr als 50 Prozent. Noch liege die Aktie in der Dax-Rangliste genau auf dem 33. Platz, den sie nach der «Fast Entry»-Regel der Börse braucht, um - unabhängig vom Abschneiden anderer - vom MDax in die erste Börsenliga aufzusteigen. Doch der Anlagenbauer GEA, der vor einem halben Jahr zusammen mit Scout24 der letzte Neuzugang im Index der 40 grössten deutschen Börsenwerte war, hat kräftig aufgeholt und rangiert nur noch einen Hauch dahinter.
Zalando mit Puffer
Fällt die Lufthansa-Aktie bis Freitagabend noch auf Platz 34, wäre sie nach der «Regular-Entry»-Regel darauf angewiesen, dass gleichzeitig ein aktuelles Dax-Mitglied auf den 48. Rang oder dahinter zurückfällt. Aber auch das ist nicht in Sicht. Selbst Zalando, mit einem Börsenwert des Streubesitzes von unter fünf Milliarden Euro derzeit der kleinste Dax-Wert, habe noch einen komfortablen Puffer auf Platz 48, schrieb die Deutsche-Bank-Expertin Carolin Raab in einer Studie. Auch der vorübergehende Kursverfall der Scout24-Aktie, die in den vergangenen Wochen viel Boden verloren hat und auf den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren gefallen ist, kann den Vorsprung Experten zufolge kaum noch zunichtemachen.
Die Deutsche-Börse-Tochter Stoxx gibt die Entscheidung am Mittwoch (4. März) um 22.00 Uhr bekannt. Wirksam werden die Veränderungen zum 23. März. Dann geht es auch um den MDax und den SDax. Nach einer Studie von J.P. Morgan dürften Schaeffler und Deutz in den MDax aufsteigen. Auch Salzgitter habe gute Chancen. Sie könnten dort Teamviewer sowie Carl Zeiss Meditec und Fielmann ersetzen.

