Seit Anfang Juni wurden laut Bloomberg-Daten Vereinbarungen im Wert von 1,05 Billionen Dollar verkündet. Das entspricht einem Plus von 30% gegenüber dem Vorjahr und ist der höchste Wert für diesen Zeitraum seit dem Rekordsommer 2021, als die Pandemie einen Boom an Unternehmensübernahmen auslöste.

In den Sommer fiel auch die bisher grösste Transaktion des Jahres 2025: Der amerikanische Eisenbahnriese Union Pacific hat sich bereit erklärt, den auf den Osten des Landes fokussierten Betreiber Norfolk Southern zu kaufen – für mehr als 80 Milliarden Dollar inklusive Schulden. Ebenfalls bedeutend ist die geplante Übernahme des israelischen Cybersecurity-Spezialisten CyberArk Software durch den amerikanischen Netzwerksicherheits-Anbieter Palo Alto Networks für rund 25 Milliarden Dollar.

Allein im August wurden Deals im Umfang von fast 300 Milliarden Dollar abgeschlossen. Dazu zählt der Verkauf einer Sparte des US-Telekomausrüsters CommScope Holding an den amerikanischen Steckverbinder- und Kabelhersteller Amphenol für 10,5 Milliarden Dollar. Hinzu kommt die Übernahme des kanadischen Personalsoftware-Anbieters Dayforce durch die US-Beteiligungsgesellschaft Thoma Bravo für 12,3 Milliarden Dollar.

Nach Einschätzung von Ben Sibbett, Leiter der Corporate-Praxis Amerika bei Clifford Chance, hat der Wechsel in der US-Regierung die Deal-Aktivität befeuert – auch wenn der Effekt mit Verzögerung eintrat.

Sibbett erklärte: «Auch wenn es länger gedauert hat als erwartet, bis die M&A-Märkte wieder Fahrt aufgenommen haben, war dieser Wechsel zweifellos ein Katalysator für die gestiegene Aktivität. Es hat diesen Sommer ohne Zweifel eine Welle sogenannter Mega-Deals gegeben.»

Selbst in der traditionell ruhigen Woche vor dem US-Feiertag Labor Day hat sich der amerikanische Getränkekonzern Keurig Dr Pepper bereit erklärt, den niederländischen Kaffee- und Teehersteller JDE Peet’s für 15,7 Milliarden Euro (18,2 Milliarden Dollar) zu übernehmen. Gleichzeitig kündigte der US-Telekomriese AT&T ein Geschäft über 23 Milliarden Dollar an, um Frequenzlizenzen vom Satellitenbetreiber EchoStar zu erwerben.

Wie Bloomberg News berichtete, prüft die französische Milliardärsfamilie Pinault die Optionen für ihre Beteiligung am deutschen Sportartikelhersteller Puma. Gleichzeitig erwägt laut informierten Kreisen der französisch-italienische Brillenkonzern EssilorLuxottica, bekannt durch seine Marke Ray-Ban, seinen Anteil am japanischen Optikkonzern Nikon auszubauen.

Sollte die Serie bis in den September anhalten, könnten die Dealmaker laut Bloomberg-Daten im dritten Quartal zum erst zweiten Mal überhaupt einen Wert von 1 Billion Dollar erreichen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Transaktionen auf 2,7 Billionen Dollar – mehr als 25% über dem Niveau von 2024.

Sibbett von Clifford Chance rechnet im Jahresverlauf mit weiteren Deals, «da sich das wirtschaftliche Umfeld und die Finanzmärkte zu stabilisieren beginnen, die Aktienmärkte neue Höchststände erklimmen, die Regulierungslage sich scheinbar lockert und in den Vorstandsetagen die Zuversicht zurückkehrt».

(Bloomberg)