Nach einem sehr erfolgreichen Donnerstag steht Roche auch am Freitag auf der Einkaufsliste der Anlegerinnen und Anleger. Ein 0,77-prozentiges Kursplus hievt den Partizipationsschein auf 352,20 Franken, nachdem dieser am Donnerstag im Gefolge der Halbjahreszahlen um 5,1 Prozent angezogen hatte.
Der Schwung hält am heutigen Freitag an, wenn auch in merklich vermindertem Tempo. Das Pharmaunternehmen aus Basel hat im ersten Semester die Erwartungen der Analysten und der Investoren übertroffen, namentlich bei Umsatz und Kern-Ebit auf Konzernebene. Zudem ruhen nicht eben geringe Hoffnungen auf dem Brustkrebsmedikament Giredestrant. Zu diesem gehen Experten von einem Spitzenumsatz von bis zu zehn Milliarden Dollar aus, wobei die Verkäufe im nächsten Jahr 800 Millionen Franken betragen und dann schrittweise auf 3,660 Milliarden Franken im Jahr 2030 anwachsen dürften - so zumindest Schätzungen der Privatbank Berenberg. Mitentscheidend für den Erfolg werden schon bald anstehende Wegmarken sein, so etwa der für Ende Jahr erwartete US-Zulassungsentscheid sowie die weiteren Studiendaten des Konkurrenzmittels Camizestrant des britischen Pharmakonzerns Astrazeneca.
Der Nachrichtenfluss des zweiten Halbjahres wird daher wegweisend sein, ob sich die momentan beobachtbare Dynamik von Roche auch an der Börse verstetigt. Die Zuversicht unter den Analysten ist durchaus vorhanden. Gemessen am durchschnittlichen Kursziel der von Bloomberg erfassten Experten dürfte der Partizipationsschein mittelfristig um 3,7 Prozent auf 362,40 Franken steigen. Ungebrochen zuversichtlich ist unter anderem der zuständige Experte der britischen Investmentbank Barclays. Er hat die Abdeckung von Roche Anfang Jahr mit einem «Overweight»-Rating aufgenommen, das er seither immer wieder bestätigt. Das Preisziel von 410 Franken ist eines der höchsten am Markt.
Auf Wochensicht haben die Roche-Partizipationsscheine 5,4 Prozent zugelegt und waren damit stärker als die Aktien des Branchennachbarn Novartis, die um 1,5 Prozent vorgerückt sind. Damit hat Roche gegenüber Novartis an der Börse ein Stück weit aufgeholt, nachdem die Aktien von Novartis in den vergangenen Monaten deutlich besser gelaufen waren als die Titel von Roche. An diesem Gesamtbild hat sich auch nach dieser Woche nichts Grundsätzliches geändert: Ein 15,8-prozentiges Börsenplus von Novartis steht einem 7,3-prozentigen Plus von Roche gegenüber.
Derweil lauten 54 Prozent der Anlageurteil zu Roche auf «Buy»; bei Novartis sind es 36 Prozent. Das deutet auf eine mittelfristig höhere Dynamik bei Roche hin. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. «Grundsätzlich sehen wir beide Firmen als gut aufgestellt», sagte Vontobel-Analyst Stefan Schneider im kürzlich erschienenen cash-Interview. Zudem: «Die Roche-Aktie dürfte volatiler sein, da sich die Firma auf grössere und somit kompetitivere Krankheiten fokussiert und eher Zukäufe in einem früheren Entwicklungsstadium - und somit mit höherem Entwicklungsrisiko - tätigt.» Anlegerinnen und Anleger werden dies bei ihren Anlageentscheiden berücksichtigen.

