Nach einem starken Jahresauftakt dürfte für die Anleger die Gewinnentwicklung der Unternehmen stärker in den Fokus rücken. Das Gros der ‌Analysten zeigt ‌sich aktuell optimistisch für 2026.

«Diese hohe Einigkeit spricht zwar für eine positive Marktstimmung, erhöht vor dem Hintergrund bereits ambitionierter Bewertungen an den Aktienmärkten jedoch die Anfälligkeit für Enttäuschungen», sagt Portfoliomanager Martin Zurek von der Weberbank mit Blick auf die beginnende Bilanzsaison. Geopolitische Risiken sind nach der Militäraktion der ​USA in Venezuela ebenfalls präsent.

In der abgelaufenen Woche legte der S&P 500 1,6 Prozent zu, die Nasdaq 1,9 Prozent und der ​Dow 2,3 Prozent. Im Wochenvergleich legte der Swiss Market Index ​1,1 Prozent zu.

Verteidigungsfirmen dürften Strategen zufolge gefragt bleiben, zumal US-Präsident Donald Trump deutlich höhere Militärausgaben ankündigte. «Zudem stützt die Hoffnung auf weiter tiefe Ölpreise, da nach der Militäraktion in Europa ein höheres Ölangebot erwartet wird, was wiederum die Inflationsraten in Schach halten dürfte», fassen die Strategen der LBBW zusammen.

Anleger blicken auf Unternehmensgewinne

In diesem Zusammenhang blicken Anleger auch auf den Iran. ⁠Nach wochenlangen Demonstrationen gegen das Regime ist das Land, das einer der wichtigsten Ölproduzenten ist, weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Hintergrund der Proteste sind die wachsende Not im Zuge der kriselnden Wirtschaft, eine galoppierende Inflation und Einschränkungen der politischen und sozialen Freiheiten.

Für die Märkte relevant ist die Frage, wie sich die Unternehmensgewinne entwickeln werden. Ein paar ‌Antworten dürften mit dem Start der US-Berichtssaison aus dem Bankensektor kommen. Viele Indizes ‍seien mittlerweile teuer, erläutern die Helaba-Strategen. Kursanstiege müssten somit durch entsprechende Verbesserungen der Gewinnperspektiven untermauert werden. «Andernfalls würden die Aktienmärkte über kurz oder lang vermutlich wie ein Kartenhaus zusammenfallen.»

Am ​Dienstag öffnen Bank of New York Mellon und JP Morgan ihre Bücher. Zur Wochenmitte legen unter anderem Bank of America, Wells Fargo und Citigroup Zahlen vor. Am Donnerstag folgen die Bilanzen von Goldman Sachs und Morgan Stanley.

In der Schweiz veröffentlichen Sika und Lindt&Sprüngli am Dienstag Umsatzzahlen, am Mittwoch publiziert Partners Group Angaben zu den verwalteten Vermögen. Zahlen vorwiegend zu Umsatz kommen am Donnerstag von Bossard, VAT, Geberit und Richemont

US-Inflationsdaten für Dezember am Dienstag

Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet das Barometer der Beratungsfirma Sentix für Januar. Dieses ‌zeigt am Montag an, wie Börsianer auf die Konjunktur in der Euro-Zone blicken. Experten gehen von einer Verbesserung auf minus 5,0 nach minus 6,2 Punkten im Dezember ‍aus.

In den Fokus am Dienstag rücken die US-Inflationsdaten für Dezember. «Der Shutdown der US-Regierung hat Zweifel an der Aussagekraft des letzten US-Inflationsberichts geweckt. Auch nach den anstehenden Dezember-Zahlen könnte die Lage unklar bleiben», sagt Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Zwar dürften ​die Zinsfantasien intakt bleiben. Die Zahlen werden Balz zufolge aber wohl nicht so schwach ausfallen, dass ‍die Fed die Zinsen bereits auf der nächsten Sitzung Ende des Monats wieder senkt.

Zur Wochenmitte folgen die chinesischen Aussenhandelsdaten für den vergangenen Monat sowie die Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze für die USA im November. Am Donnerstag warten Anleger auf Daten zum Aussenhandel und zur Industrieproduktion im Euroraum im November.

(Reuters/cash)