Der Rüstungskonzern Rheinmetall und sein US-Partner Lockheed Martin wollen künftig gemeinsam ATACMS-Raketen in Deutschland ‌fertigen. Vertreter ⁠der beiden Konzerne unterzeichneten am Dienstag eine entsprechende Absichtserklärung ⁠zur Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens auf einem Rüstungsforum am Rande des Nato-Gipfels in ‌Ankara.

Mit Unterstützung der Regierungen ‌der USA und Deutschlands soll ​am Rheinmetall-Standort Unterlüss in Niedersachsen das erste europäische Zentrum für die Produktion und Vertrieb der Kurzstreckenraketen entstehen. Es wäre die weltweit erste Fertigungsstätte für ATACMS-Raketen ausserhalb der USA.

Ziel der ‌Partnerschaft sei es, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas zu stärken, sagte Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Dennis Goege, Europa-Chef von Lockheed ​Martin, bezeichnete die Kooperation als starkes Signal ​für die europäische Rüstungsindustrie und die ​langfristige Wehrhaftigkeit der Nato. Die weltweite Nachfrage nach den ATACMS-Raketen ist ‌hoch.

Das Werk in Unterlüss ist mit rund 4000 Beschäftigten einer der wichtigsten Standorte von Rheinmetall in Deutschland. Dort werden ​unter ​anderem Waffensysteme, Munition und ⁠Kettenfahrzeuge hergestellt. Eine Fabrik für Raketenmotoren ​steht dort kurz ⁠vor der Fertigstellung. Die Produktion von Motoren und Komponenten für ‌Lenkflugkörper soll im Jahr 2027 anlaufen.

Rheinmetall arbeitet bereits eng mit dem US-Rüstungsriesen zusammen. Unter ‌anderem stellen die Düsseldorfer in Nordrhein-Westfalen Rumpfteile ​für die F-35-Kampfflugzeuge von Lockheed her.

(Reuters)