Risikokapitalspezialist - Partners Group fällt dem eigenen Erfolg zum Opfer

Die Partners Group übertrifft zum wiederholten Mal die Erwartungen. Allerdings zeigen sich nicht alle Analysten zufrieden. Die Aktie gibt vorbörsliche Kursgewinne ab.
19.03.2019 11:04
Von Lorenz Burkhalter
André Frei, Co-CEO Partners Group.
André Frei, Co-CEO Partners Group.
Bild: cash

Die Partners Group ist nicht zu bremsen. Der Risikokapitalspezialist aus Baar weist für das vergangene Jahr einen um 7 Prozent höheren operativen Gewinn (EBITDA) aus und übertrifft damit die Analystenerwartungen deutlich.

Davon haben auch die Aktionäre etwas: Die Jahresdividende wird um 16 Prozent auf 22 Franken je Aktie erhöht. Der Nachrichtenagentur AWP zufolge hatten Analysten im Schnitt mit einer Dividende in Höhe von knapp 21 Franken gerechnet.

Zahlen gut, aber nicht überschwänglich

Wurden im vorbörslichen Handel noch Kurse von bis zu 750 Franken bezahlt, verliert die Partners-Group-Aktie zur Stunde noch 1,9 Prozent auf 720 Franken. Die Tagestiefstkurse liegen gar bei 711,50 Franken.

Händler verweisen dabei auf eine Herunterstufung von "Übergewichten" auf "Marktgewichten" durch die Zürcher Kantonalbank. Die Partners Group habe zwar erneut nicht enttäuscht. So richtig überboten worden seien die Erwartungen jedoch auch nicht, so schreibt die Zürcher Bank. Sie hegt nach der sehr starken Kursentwicklung seit Jahresbeginn Zweifel, ob sich die Aktie angesichts des vorliegenden Zahlenkranzes künftig spürbar vom breiten Schweizer Markt absetzen kann und rechnet mit einer "Verschnaufpause".

Wie es bei Morgan Stanley heisst, liegt der operative Gewinn (EBITDA) zwar um bis zu 5 Prozent über den Konsensschätzungen, der Reingewinn jedoch um rund 3 Prozent dahinter zurück. Die US-Investmentbank bezeichnet die Gewinnentwicklung in der zweiten Hälfte letzten Jahres denn auch als "durchwachsen". Damit spielt sie einerseits auf die höhere Steuerbelastung und andererseits auf das etwas schwächere Finanzergebnis an. Das Anlageurteil lautet weiterhin "Equal-weight", das Kursziel wird mit 700 Franken angegeben.

Versöhnliche Töne schlägt Vontobel an. Berechnungen der Zürcher Bank zufolge erzielte die Partners Group im letzten Jahr auf einer sehr soliden Kapitalbasis von 2 Milliarden Franken eine hohe Eigenkapitalrendite von 39 Prozent. Vontobel hält deshalb sowohl an der Kaufempfehlung als auch am Kursziel von 880 Franken fest.

Geradezu beeindruckende Kursentwicklung

Nach einem empfindlichen Rückschlag in den Monaten Oktober bis Dezember konnte sich die Aktie der Partners Group seither wieder fangen. Mit einem Plus von mehr als 23 Prozent seit Jahresbeginn zählt die Aktie zu den Gewinnern aus dem 30 Titel starken Swiss Leaders Index (SLI).

Doch auch sonst ist die Partners Group eine Erfolgsgeschichte, die an der Schweizer Börse ihresgleichen sucht. In den letzten zehn Jahren hat sich der Aktienkurs ziemlich genau verelffacht. Nur die Temenos-Aktie schnitt in dieser Zeit noch besser ab. Bis zum Rekordhoch von Mitte September bei 793 Franken sind es aus heutiger Sicht keine 8 Prozent.

In Analystenkreisen gibt man sich denn auch weiterhin zuversichtlich. So ist die Aktie der Partners Group in einer Studie der quantitativen Aktienanalyse von J.P. Morgan beispielsweise als einzige Vertreterin aus der Schweiz auf der Liste der Kaufempfehlungen zu finden (cash berichtete).

Ausgewählte Produkte auf Partners Group Holding

Symbol Typ Coupon PDF
MBSSJB Callable Multi Barrier Reverse Convertible 10.25% PDF
MAMFJB Callable Multi Reverse Convertible 6.00% PDF
SASRJB Barrier Reverse Convertible 4.60% PDF

Investment-Ideen von Julius Bär