Das Börsenspiel von cash.ch geht in die Schlussphase. Es stehen noch sieben Börsentage bis zur Endabrechnung am 22. April an. Dabei eines vorneweg: Es bleibt spannend, welche Spielerin oder welcher Spieler sich auf den Thron schwingt.

Die drei bisher Führenden haben sich in der abgelaufenen Woche klar von der Konkurrenz abgesetzt. «pupetta» hält weiterhin und nach einem zehnprozentigen Kursgewinn die Leaderposition mit einem Portfoliowert von 213’613 Franken (von ursprünglich 100'000 Franken), dicht gefolgt von «paedaericco» mit 208’357 Franken und «superscoopy0631» mit 204’237 Franken. Zur Erinnerung: Dem Erstplatzierten winkt ein Gewinnerpreis von 10'000 Franken.

Bei den drei Erstklassierten bestätigt sich, dass herausragende Wochen nötig sind, um sich an der Spitze abzusetzen. Das ist den drei Führenden gelungen, wobei «pupetta» auf drei überdurchschnittliche Wochen zurückblicken kann und deshalb nicht überraschend auf Platz eins steht. Allerdings kann sich keiner in der Spitzengruppe ausruhen. Weitere Kursgewinne müssen her, damit um den Sieg mitgespielt werden kann. 

Die drei an der Spitze dürften wohl die Siegerin oder den Sieger unter sich ausmachen, wenn die direkte Konkurrenz auf den Plätzen vier bis zehn mit überschaubaren Kursgewinnen weitermacht wie in der verkürzten Osterwoche.

Denn die nachfolgenden Spieler «ndp», «moyo» und «hebelpinguin» liegen mehr als 10 Prozent hinter dem Führungstrio, deren Portfolios kamen kaum vom Fleck. Ganz abzuschreiben sind diese Spieler nicht. Nimmt die Volatilität an den Finanzmärkten in den letzten sieben Handelstagen an den Finanzmärkten zu, so kann das Leaderboard wie in der dritten Börsenwoche noch einmal kräftig durchgeschüttelt werden.

Das lässt sich auch am Volatilitätsindex (VIX) ablesen. Dieser berechnet die Schwankungsanfälligkeit des S&P 500 Index. In der dritten Woche, als die Unsicherheit wegen des Irankriegs ihren Höhepunkt erreichte, zog der VIX von 21 auf 36 Punkte an. Seither ging es unter grösseren Ausschlägen wieder zurück. Am vergangenen Freitag schloss der VIX bei 19 Punkten und somit so hoch wie vor Beginn des Irankriegs. 

Während die aktuelle Spitzengruppe indirekt von der tieferen Volatilität profitierte, war es in der dritten Woche «tradingking», welcher die Volatilität richtig zu nutzen wusste und ein Wochenplus von mehr als 25 Prozent vorwies. Deshalb ist das Rennen noch nicht ganz gelaufen. 

Portfolios verbessern sich

33 Portfolios weisen einen Wertzuwachs von mehr als 30 Prozent auf – das sind zwei mehr im Wochenvergleich. Die Anzahl der Portfolios, die im Plus stehen, zog auf 913 nach 743 in der Vorwoche an. Während vor Ostern die defensive, «schweizlastige» Ausrichtung der Portfolios noch ein weiteres Vorrücken verhinderte, hat der Wind gedreht.

Einerseits zeigte sich der breite Schweizer Markt in guter Verfassung, andererseits kam Unterstützung von den spekulativen Instrumenten wie Bitcoin oder Gold. Auch ausgewählte US-Technologiewerte haben sich jüngst gut entwickelt.

Im Vergleich dazu hielt sich das Plus der cash-Redaktion mit einem Plus von 1,3 Prozent mehr als ansprechend. Die Gesamtplus beträgt nun 14,8 Prozent. Nachdem in der Vorwoche NewronPartners Group und Palo Alto zu überzeugen wussten, war nun vorwiegend die Amazon-Aktie für die Performance zuständig. Ebenso hatte sich der defensive «Militia Long Short ETF» auf minus 1,0 Prozent hochgearbeitet nach minus 2,7 Prozent.

Die in der Vorwoche verlorenen Plätze in der Rangliste konnten gut gemacht werden. Nach dem Abrutschen auf Rang 94 steht das cash-Portfolio wieder auf Rang 83 - das ist die gleiche Position wie vor zwei Wochen. 

Da am vergangenen Dienstag der Einstieg für den Positionsausbau verpasst wurde - sprich der grösste Teil des Wochengewinns war an der Börse bereits eingefahren - wurde das cash-Portfolio unverändert belassen.

Insgesamt hat die Redaktion davon Abstand genommen, mit «mehr» Risiko eine höhere Rendite zu erzielen. Zur Erklärung: Die anvisierten Aufstockungen in den bestehenden Positionen hätten zwar hernach etwas mehr Rendite gebracht, aber die Portfolio-Konzentration erhöht. Eine höhere Portfolio-Konzentration ist in diesem nach wie vor unsicheren Umfeld nicht zu empfehlen.

Nebst den geopolitischen Schlagzeilen, welche für Kursbewegungen sorgen, zeigen die Positionierung der Marktteilnehmer sowie die fundamentalen Bewertungen interessante Anhaltspunkte. Deshalb geht die cash-Redaktion vorsichtig in die neue Woche.

Dem «Pain Trade» aus dem Weg gegangen

Vor Wochenfrist basierte die Zuversicht in der Einschätzung, der sogenannte «Pain Trade» zeige eine mögliche Börsenerholung an. Das ist ein Marktphänomen, bei dem sich Vermögenswerte entgegen der allgemeinen Markterwartung in die eine oder andere Richtung bewegen. Dies kann bei vielen Anlegerinnen und Anlegern erhebliche Verluste verursachen. Dies tritt häufig auf, wenn ein beliebter Trade überlaufen ist und Anleger dadurch in Panik geraten und zum ungünstigsten Zeitpunkt verkaufen oder kaufen.

Der Pain Trade nach oben ist letzte Woche eingetreten, da viele institutionelle Investoren untergewichtet waren. Allerdings kann sich dieser Pain Trade wieder umkehren. Dann ginge es mit den Kursen wieder nach unten, die Marktteilnehmer dürften den Verkaufsknopf drücken. Erneut sinkende Kurse würden die Stimmung dämpfen, und das ganze Spiel ginge von vorne los. 

Diesem möglichen Fehler konnte die cash-Redaktion bisher aus dem Weg gehen. Die Aktienpositionen, von denen die Redaktion am Anfang überzeugt war, befinden sich weiter im Depot. Einzig bei Leonteq wurden Gewinne mitgenommen, weil es ein eher spekulativer Kauf war. Ebenso wurde der Absicherungstrade mit Öl-Calls zu höheren Kursen glattgestellt - gesamthaft hat der Kursgewinn im Erdöl die Verluste auf den Aktienpositionen zum damaligen Zeitpunkt leicht übertroffen. 

(cash)