Schweizer Börse ohne Schwung - Novartis gefragt

Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch in sehr engen Spannen bewegt. So kurz vor dem Jahresende habe der Markt an Schwung verloren, sagten Händler.
28.12.2016 13:14
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Novartis-Schriftzug am Standort Basel.
Bild: Bloomberg

"Die Anleger wollen keine neuen Seiten aufschlagen und üben sich im Stillstehen", sagte ein Marktteilnehmer. Es seien auch nicht mehr sehr viele Anleger am Markt. "Das Jahr ist gelaufen." Der SMI notierte mit 8261 Zählern praktisch unverändert. Am Dienstag hatte der Leitindex nach einem ruhigen Verlauf um 0,3 Prozent höher geschlossen.

Sollte der Dow Jones Index noch vor dem Jahresende die psychologische Marke von 20.000 Punkten überwinden, könnte dies noch einmal etwas Zug in den Handel bringen, hiess es am Markt. Andere kursbewegende Impulse seien dagegen dünn gesät.

Als Stütze des Marktes erwiesen sich die schwergewichtigen Novartis-Aktien, die um 0,9 Prozent zulegten. "Die Aktie ist dabei nach oben auszubrechen", sagte ein Händler. Ein Kursanstieg auf 75 Franken könnte bei den 2016 schlecht gelaufenen Pharmaaktien ein starkes Kaufsignal auslösen, sagte ein Börsianer. Der Genussschein von Roche hinkte mit plus 0,2 Prozent dem Rivalen klar hinterher. Die zwei Schwergewichte haben 2016 rund 15 Prozent eingebüsst.

Die Anteile von Nestle sanken um 0,4 Prozent.

Actelion: Spekulationsfieber ebbt ab

Bei den Papieren von Actelion habe sich das Spekulationsfieber etwas abgekühlt, sagten Händler. Der Kurs des Übernahmeziels gab leicht nach. Europas grösste Biotechnologiefirma befindet sich in exklusiven Gesprächen mit dem US-Konzern Johnson & Johnson über eine Form der Zusammenarbeit. "Man kann es niemandem verübeln, wenn er einen Teil seiner Gewinne mitnimmt. Man weiss ja nie, was noch kommt in den kommenden Tagen", sagte ein Händler.

Die Aktien der Banken rutschten nach frühen Gewinnen in die Verlustzone. Credit Suisse sanken um 0,4 Prozent. Die Ratingagentur Moody`s hat die Bonitätsnote A1 der zweitgrössten Schweizer Bank nach der Einigung im US-Hypothekenstreit bestätigt. Das Institut bezahlt im Gegenzug für die Beilegung des Streits 5,3 Milliarden Dollar an Busse und Entschädigungen. Der Ausblick für das Rating sei stabil. Die Anteile von Rivale UBS büssten 0,8 Prozent ein.

Auch die Versicherungstitel stimmten im Verlauf in den Rückzug ein. Swiss Re schwächten sich um 0,7 Prozent ab. Am besten schlugen sich Swiss Life mit minus 0,3 Prozent.

Die Papiere zyklischer Firmen schlugen dagegen im Verlauf eine positive Richtung ein. Dabei würden die Kurse vielfach von einzelnen Aufträgen beeinflusst. "Da kommt auch viel Zufall hinzu", sagte ein Händler. Givaudan, ABB, Swatch und Clariant waren geringfügig höher. Adecco dagegen ermässigten sich um 0,6 Prozent.

Am breiten Markt setzten die Anteile von Orascom mit plus 1,8 Prozent und Evolva mit plus drei Prozent den Aufwärtstrend fort. Der Verwaltungsrat des Bau- und Tourismuskonzerns Orascom hat die freiwillige Dekotierung sämtlicher Egyptian Depositary Receipts der Gesellschaft von der Egyptian Exchange beschlossen.

Die Evolva-Aktie befindet sich auf einem Höhenflug, nachdem das US-Patentamt dem Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen ein Patent für den Süssstoff Stevia erteilt hat.

Die Aktien der Accu Holdung brachen um fast die Hälfte ein. Die Anteile der finanziell angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft werden ab dem 3. Januar bis auf weiteres nicht mehr an der Schweizer Börse gehandelt. Die Firma sei nicht mehr in der Lage, die Aufrechterhaltungspflichten zu erfüllen, teilte die SIX mit.

(Reuters)