Schweizer Börse verharrt im roten Bereich

Der Schweizer Aktienmarkt verharrt am Mittwochmittag im roten Bereich. Der Leitindex SMI bewegt sich dabei ohne klare Richtung oberhalb der 8100-Punkte-Marke.
14.12.2016 12:55
Wenig Bewegung und weiter rot: die Schweizer Börse am Mittwochmittag.
Wenig Bewegung und weiter rot: die Schweizer Börse am Mittwochmittag.
Bild: cash

Börsianer erklären sich die leichten Verluste mit Gewinnmitnahmen nach dem starken Vortag sowie einer gewissen Vorsicht im Vorfeld der US-Zinsentscheidung vom Mittwochabend. Die Actelion-Aktien bleiben stark unter Druck, nachdem sich eine Übernahmefantasie in Luft aufgelöst hat.

"Eine solche Marktreaktion ist ziemlich normal, weil Investoren im Vorfeld solcher Zinsentscheiden ihre Risikopositionen abbauen", kommentiert ein Analyst das Minus des Gesamtmarktes. Von der US-Notenbank wird am Abend - nach Handelsschluss in Europa - der zweite Zinsschritt seit der weltweiten Finanzkrise erwartet. Dieser sei in den Kursen längst eingepreist, meinen Experten. Gespannt sind die Investoren daher vor allem auf den Ausblick sowie auf Aussagen und Andeutungen, ob es 2017 zu mehr als zwei Zinsschritten kommen wird. Den US-Konjunkturdaten, die am Nachmittag veröffentlicht werden, kommt in diesem Umfeld eine Nebenrolle zu.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,6% tiefer bei 8111 Punkten und damit im Bereich des Tagestiefs. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büsst 0,9% auf 1283 und der breite SPI 0,5% auf 8838 Stellen ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus und 6 im Plus.

Actelion-Aktie bricht ein

Die mit Abstand grössten Verluste unter den Bluechips erleiden Actelion (-10%). In der Nacht auf Mittwoch wurde bekannt, dass der US-Konzern Johnson & Johnson sein Werben um den Baselbieter Biotechkonzern aufgibt. Die Actelion-Papiere hatten seit Ende November, als die Übernahmegerüchte aufkamen, um knapp ein Drittel zulegt und geben nun einen schönen Teil dieser Gewinne wieder ab.

Dass der Actelion-Kurs nicht noch mehr einbricht, dürfte mit einem Bericht des "Wall Street Journal" zusammenhängen. Demnach hat sich das Angebot des französischen Sanofi-Konzerns konkretisiert: Er soll bis zu 30 Milliarden Dollar bieten. Actelion bestätigte lediglich, dass Gespräche mit "einer weiteren Partei" geführt würden. "Die Gerüchteküche dürfte mit dieser Ankündigung weiter brodeln, und es bleibt unklar, ob es zu einem offiziellen Angebot kommen wird", schreibt die ZKB dazu.

Wie es gerüchteweise weiter heisst, könnte Actelion auch mit Roche (-0,6%) in Verhandlungen über eine strategische Beteiligungsnahme stehen. Der Basler Pharma- und Diagnostikkonzern wurde in den letzten Wochen immer wieder als möglicher "weisser Ritter" ins Spiel gebracht.

Lafarge-Holcim nach Rückstufung unter Druck

Hinter Actelion verzeichnen die UBS (-1,4%) sowie Lafarge-Holcim (-1,3%) nach einer negativen Analysteneinschätzung die grössten Einbussen. Für die Titel des Betonkonzerns lautet die Empfehlung der Merrill-Lynch-Experten noch auf "Neutral" statt "Buy". Das Management müsse nun erst einmal den Beweis vorlegen, dass die höheren Kosten und Währungseffekte durch Preissteigerungen aufgefangen werden könnten, schreibt der zuständige Analyst.

Stark unter Druck sind ausserdem noch Swisscom (-1,0%) sowie Dufry und Lonza (-0,9%).

Die schwergewichtigen Novartis (-0,3%) und Nestlé (-0,2%) verhindern mit nur unterdurchschnittlichen Abgaben ein noch stärkeres Abrutschen des Marktes.

Die kurze Gewinnerliste wird von Aryzta (+1,2%) angeführt. Der Backwarenkonzern hatte am Vortag seine GV durchgeführt und bei einzelnen Traktanden relativ viele Nein-Stimmen erhalten. Gewinne verzeichnen ausserdem noch ABB, Galenica, Swiss Life, Swiss Re und Syngenta (je +0,1%).

Temenos mit neuem US-Auftrag gesucht

Am breiten Markt ziehen die Papiere des Bankensoftware-Hersteller Temenos um 3,8% an, nachdem am Vorabend ein laut eigenen Angaben strategisch wichtigen Auftrag in den USA vermeldet wurde. Nach Ansicht des Analysten der ZKB hat der Auftrag aus den USA tatsächlich eine "positive Signalwirkung".

Beim Vermögensverwalter GAM (-1,4%) kommt es zu Veränderungen im Top-Management, und der Flughafen Zürich (+0,8%) erhöht seine Prognose für das Passagierwachstum im laufenden Jahr.

Auffällig ist die Kursbewegung ohne Nachrichten bei den Kuros-Papieren (+22%), die allerdings in den letzten Tagen deutlich nachgegeben hatten.

(AWP)