Sechs Anlageempfehlungen für 2017

Anders als in früheren Jahren lüftet Goldman Sachs erst bei sechs von zehn Schlüsselempfehlungen für 2017 den Schleier. Unter anderem setzt die Investmentbank auf den Dollar und dividendenstarke Aktien.
23.11.2016 08:21
Von Lorenz Burkhalter
Der Dollar hat es Goldman Sachs gleich in mehrfacher Hinsicht angetan.
Der Dollar hat es Goldman Sachs gleich in mehrfacher Hinsicht angetan.
Bild: Pixabay

Nur noch wenige Wochen, dann ist das Börsenjahr 2016 schon wieder Geschichte. Wie in früheren Jahren nehmen die Banken und ihre Anlagestrategen den für gewöhnlich nachrichtenarmen November, um ihre Prognosen und Empfehlungen fürs neue Jahr zu kommunizieren.

So etwas wie Tradition haben in diesem Zusammenhang die zehn Schlüsselempfehlungen der Ökonomen von Goldman Sachs. Allerdings bricht die mächtige amerikanische Investmentbank schon beinahe ein bisschen mit der Tradition, lüftet sie doch erst einmal nur bei sechs Empfehlungen den Schleier:

Schlüsselempfehlung 1 - stärkerer Dollar: Sowohl hinsichtlich der zukünftigen Wirtschaftsentwicklung als auch der politischen Risiken machen die Experten grössere transatlantische Unterschiede aus. Während sie in den USA mit fiskalpolitischen Massnahmen und einem dadurch soliden Wachstum rechnen, sehen sie Europa nicht aus der Stagnation herauskommen. Doch auch die vom Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) und den Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden ausgehende Unsicherheit ist den Ökonomen zufolge nicht zu unterschätzen.

Sie raten deshalb zum Kauf von Dollar gegen einen aus Euro und Pfund zusammengesetzten Währungskorb.

Schlüsselempfehlung 2 - schwächerer Renminbi: Die Experten schliessen nicht aus, dass sich die Probleme in China weiter verschärfen könnten. Dabei rechnen sie mit einer erneuten Eskalation der Kapitalflucht. Eine solche könnte dem Renminbi noch einmal sichtlich zusetzen. Im Gegenzug hält man bei Goldman Sachs im Hinblick auf das nächste Jahr die Wahrscheinlichkeit weiterer Leitzinserhöhungen durch die US-Notenbank für unterschätzt.

Das erklärt auch, weshalb der Kundschaft zum Kauf von Dollar gegen Renminbi geraten wird.

Schlüsselempfehlung 3 - nur gute Schwellenländerwährungen: Die Ökonomen gehen zunehmend von Unterschieden zwischen den einzelnen Schwellenländern aus. Schliesslich trifft die zukünftige US-Wirtschaftspolitik längst nicht alle diese aufstrebenden Nationen gleichermassen. Davon lässt sich Nutzen ziehen, so die Experten.

Sie setzen auf den brasilianischen Real, den russischen Rubel, die indonesische Rupie sowie auf den südafrikanischen Rand. Im Gegenzug bieten sich der südkoreanische Won oder der Singapur-Dollar für Leerverkäufe an.

Schlüsselempfehlung 4 - Schwellenländeraktien: Mit der Ausnahme von China sind die Ökonomen von Goldman Sachs zuversichtlich für die meisten Schwellenländer und deren Aktienmärkte. Die Unternehmensgewinnentwicklung habe die Talsohle durchschritten und die Situation helle sich zusehends auch bei den nicht von den Rohstoffen abhängigen Firmen auf, so lautet der Tenor.

Die Experten setzen auf Aktien aus Brasilien, Indien und Polen. Von Währungsabsicherungen raten sie aus Sicht von in Dollar rechnenden Anlegern ab.

Schlüsselempfehlung 5 - Reflation: Insbesondere in Europa erwarten die Ökonomen im Laufe des nächsten Jahres wieder anziehende Teuerungsraten. Ähnliches gilt für die USA. Auf beiden Kontinenten stellen sich die Anleger langsam aber sicher auf diese neue Ausgangslage ein, was aus Sicht der Experten Gelegenheiten eröffnet.

Neben inflationsgesicherten US-Anleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren setzt Goldman Sachs in Europa auf steigende Inflationserwartungen über Swaps.

Schlüsselempfehlung 6 - dividendenstarke Aktien aus Europa: Die Ökonomen wähnen die europäischen Aktienmärkte weiterhin in einem Seitwärtstrend mit starken Kursausschlägen nach oben und unten. Gleichzeitig verweisen sie auf die Konsensschätzungen für die im Frühjahr 2018 zu erwartenden Dividenden, lässt sich von diesen doch einen leichten Rückgang der Ausschüttungssumme von 4 Prozent ableiten.

Die Experten erachten diese Schätzungen als eher konservativ, weshalb sie über sogenannte Devisen-Swaps auf dividendenstarke Aktien aus dem europäischen EuroStoxx 50 Index setzen.