Im April überweisen 19 europäische Grossunternehmen ihren Investoren eine Dividende, darunter Airbus, LVMH, Unicredit sowie mehrere Schweizer Firmen. Dies schreiben die Experten des Analyseunternehmens Morningstar, da sie für den aktuellen Monat 100 europäische Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung nach Dividendenzahlern durchgefiltert haben.

Die Auswertung zeigt: Zurich Insurance ist in puncto Dividendenbetrag und Dividendenrendite führend unter den europäischen Large-Caps, die im April eine Ausschüttung an die Aktionäre vornehmen. Bei einer Dividende von 30 Franken für das Jahr 2025 und einem Aktienkurs von momentan 570 Franken resultiert eine Rendite von 5,3 Prozent.

Das Schweizer Versicherungsunternehmen hat die Dividende um zwei Franken erhöht. Die Steigerung schliesst an die Dividendensteigerungen der vergangenen Jahre an. Allerdings hat Zurich Insurance die Ausschüttung nicht Jahr für Jahr angehoben; beispielsweise wurden im April 2021 und im April 2020 je 20 Franken ausbezahlt. Deshalb zählt die Aktie nach strikt angewendeter Definition nicht zum Dividendenadel.

Für sie spricht der respektable Burggraben, den Morningstar als «eng» bezeichnet. Damit ist gesagt, dass der Versicherer seine Konkurrenz voraussichtlich zehn Jahre auf Abstand halten kann. Zum Vergleich: Ein «weiter» Burggraben bedeutet einen Wettbewerbsvorteil, der 20 und mehr Jahre hält. Keinen Burggraben haben Unternehmen, die keinen oder einen rasch schwindenden Wettbewerbsvorteil haben. 

Konzerne, die im April eine Dividende zahlen, eine vergleichsweise hohe Rendite, aber im Unterschied zu Zurich Insurance keinen Wettbewerbsvorteil aufweisen, sind laut den Analysten von Morningstar die Bank UniCredit (Dividendenrendite: 5,1 Prozent), der Bergbaukonzern Rio Tinto (4,6 Prozent) und das Energieunternehmen Total Energies (4,4 Prozent).

Weitere Schweizer Unternehmen, die den Investoren im April eine Dividende überweisen und in der Selektion von Morningstar auftauchen, sind Nestlé, Swiss Re und UBS. Dabei hat Nestlé eine günstige Kombination aus 4-prozentiger Dividendenrendite und laut den Analysten «weitem» Burggraben. Swiss Re bietet eine Rendite von 4,6 Prozent, hat aber kaum einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz, zu der unter anderem Munich Re gehört. Die UBS weist eine Dividendenrendite von 2,6 Prozent auf und hat einen «engen» Burggraben. Dieser Einschätzung der Experten zufolge kann die Grossbank ihre Konkurrenz in den nächsten Jahren, aber nicht dauerhaft auf Distanz halten.

Reto Zanettin
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